Rosenstiel Gerda

Gerda Rosenstiel

*22.4.1921 in Zerbst; ✡ 1976

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Max Rosenstiel *14.6.1884 in Jericho; ✡ 31.8.1942 in Auschwitz

Heirat der Eltern 2.3.1920

Mutter Rosa Levy *27.8.1885 in Schulitz; ✡ ? in Riga

Großvater Moritz Rosenstiel *1850

Großmutter Regina Rosenstiel geb. Rosenthal *16.5.1861 in Posen; 1940 in Zerbst

Großvater Selig Siegfried Levi *13.2.1862 in Nentershausen; ✡ 1932

Großmutter Karoline Waldeck *21.8.1864 in Zierenberg; ✡27.8.1940 Palästina

Tante Else Levi *29.4.1895 in Nentershausen; ✡ ? in Riga; oo Otto Blumenthal (1880 Hamburg)

Onkel Hans Rosenstiel *4.10.1889 in Zerbst; ✡ ? in Spanien

Tante Paula Rosenstiel geb. Levi *13.12.1900 Nentershausen; ✡ 25.9.1992 in Barcelona

Zwillingsschwester

Ursula Rosenstiel *22.4.1921 in Zerbst; ✡ ?

Beruf Landarbeiterin

Adressen Zerbst, Breite Straße 37; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat ?

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

2.8.1936 Ursula Rosenstiel zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

1.11.1937 Zwillingsschwester Gerda Rosenstiel zur Hachschara in Gut Winkel

Beide sind Mitglied in der zionistischen Habonim

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.9.1936 Ursula Rosenstiel auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

30.6.1938 Gerda und Ursula Rosenstiel auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

1939 Septemberliste des Landrates von Beeskow

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Gerda Rosenstiel in Gut Winkel, Spreenhagen

17.5.1939 Mutter Rosa, Großmutter Regina in Zerbst, Breite Straße 37

September 1939 Gerda Rosenstiel auf der Belegschaftsliste von Gut Winkel

Alija

1938/39 Ursula Rosenstiel nach Palästina, Zeitpunkt und Route sind unbekannt, vermutlich auch illegal

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4

12.10.1939 Bahnfahrt von Gerda Rosenstiel Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

14.2.1940 Registrierung von Gerda Rosenstiel in Athlit; sie gibt Leo Jaakob, Zerbst, Judenstr 7 als Referenz an (Dokument D/742/40/CHU);

Kontaktadresse nennt sie ihre Zwillingsschwester Ursel in Hadera

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Juli 1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Flucht

Vater Max emigriert mit Bruder Hans nach Spanien, dann Frankreich; 1941 im Internment Camp Gurs

August 1942 von Gurs ins Sammellager Drancy

28.8.1942 Vater Max auf einem der ersten Transporte aus Drancy nach Auschwitz

Hannover – Riga

Nach dem Tod der Schwiegermutter Regina Rosenstiel 1940 Umzug der Mutter zu ihrer Schwester Else Blumenthal geb Levy und ihrem Mann Otto Blumenthal nach Hannover

Die Mutter Rosa wohnt zuletzt in Hannover, Brabeckstraße 86

3./4.9.1941 „Aktion Lauterbacher“, Zwangsumzug ins Juden-Ghettohaus,

November 1941 Deportationsbescheid der Gestapo

15.12.1941 morgens Verbringung per Lastwagen aus den Judenghettohäusern über seit Anfang November 1941 von der Gestapo zur Sammelstelle umfirmierte Israelitische Gartenbauschule zum Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden

Rosa Rosenstiel, Else Blumenthal geb Levy und ihrem Mann Otto Blumenthal und weitere Familienmitglieder auf der Bahnfahrt in Personenwagen mit angehängten Gepäckwagen der Deutschen Reichsbahn in das Ghetto Riga vom Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden nach Riga Skirotawa zusammen mit 999 anderen Hannoveraner Juden

18.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Kein weiteres Lebenzeichen der Mutter aus Riga

Nachkriegszeit

Gedenken

10.7.1970 Pages of Testimony bei Yad Vashem für die Eltern von Tante Paula Rosenstiel, Barcelona (1901-1991)

29.3.2010. Stolpersteine für beide Eltern in Zerbst, Breite 25

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1550565

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de953242

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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