Wolfgang Hirsch
*3.7.1924 in Greifswald; ✡ 2011 Pinneberg, Hamburg
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Dr. med. Ferdinand Hirsch *30.4.1892; ✡ ?
Mutter Thekla Heimann *4.6.1895 in Gnesen, Posen; ✡ Oktober 1989 in Camden
Geschwister
Ruth Hirsch *5.8.1920 in Greifswald
Gerhard Hirsch *16.1.1922 in Eldena Greifswald
Beruf Landarbeiter; Maler
Adressen Greifswald; Berlin, Steinstraße 12; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heiraten
1949 Brita Marianne Malmstedt
2. Ehe mit Frau Korte
Kinder eins
Weiterer Lebensweg
1924 Scheidung der Eltern
1934-39 Wolfgang Hirsch auf der Mittelschule der Jüdischen Gemeinde in Berlin
1938–1939 Kunstschule Hausmann in Berlin
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Wolfgang Hirsch mit der Mutter Thekla in Berlin, Steinstraße 12
Gut Winkel
Sommer 1939 Wolfgang Hirsch zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

September 1939 Wolfgang Hirsch auf der Belegschaftsliste des Landrates für Gut Winkel;
Britischer Census
Sommer 1939 Mutter Thekla Hirsch mit domestic permit nach England
29.9.1939 Thekla Hirsch in Rookwood, Tyler’s Green, Cuckfield, Sussex
Dänemark
1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
20.11.1939 Wolfgang Hirsch abgemeldet zur Emigration nach Dänemark
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943


5.11.1940 Wolfgang Hirsch bei Familie Nielsen in Allested, Allested-Vejle, Salling, Svendborg beim dänischen Census
14.7.1943 Flucht nach Hälsinborg, Schweden

23.7.1943 Antrag auf einen Fremdenpass
Ausnahmezustand in Dänemark 1943
29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen
17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark
September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark
„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.
28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.
Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.
Nachkriegszeit
1960-1974 arbeitet er in Stockholm als Archivar im Verlagshaus Albert Bonnier
1974 Rückkehr nach Deutschland
Gedenken
Beim schwedischen Wikipedia heißt es über ihn:
„Er war der Stiefsohn (?) von Dr. Ferdinand Hirsch und Thekla Sternberg (geb. Heimann) und ab 1949 mit Brita Marianne Malmstedt verheiratet. Hirsch studierte Kunst an der Kunstschule Hausmann in Berlin (1938–1939) sowie Wandmalerei (1948–1949); zudem absolvierte er Studien an der Königlichen Kunsthochschule in Stockholm (1950) und der Kunstschule Reybekiel in Stockholm. Darüber hinaus unternahm er Studienreisen nach Dänemark, England und Deutschland. Gemeinsam mit Ingemar Callenberg gestaltete er eine Ausstellung in der Stockholmer Galerie „Tre Kart“ und beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen. Zu seinen öffentlichen Arbeiten zählt das Wandgemälde *Cirkus* (Zirkus) im Kinderfürsorgezentrum Bagarmossen. Außerdem war er als Designer für „Skansens Keramik“ in Stockholm tätig.“
Quellen
https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Fraemlingspass_Hirsch__Wolfgang.pdf
http://mjhnyc.org/exhibitions/courage-to-act-rescue-in-denmark/
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076345
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
http://www.israeli-art.com/malerei/hirsch.htm
https://sv.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Hirsch
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316