Günther Grandke
*17.4.1924 in Breslau; ✡ 5.9.2003 in Dänemark
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Gustav Grandke *18.2.1894; ✡ ?
Mutter Sara Rosa Sander *12.8.1897 in Habelschwerdt; ✡ ?
Geschwister
Beruf Landarbeiter
Adressen Breslau, Wallstraße 31 ; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat ?
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Günther Grandke mit Mutter Sara Rosa in Breslau, Wallstraße 31
Gut Winkel
Sommer 1939 Günther Grandke zur Hachschara als Praktikant in Gut Winkel, Spreenhagen;
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

September 1939 Günther Grandke auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel
Dänemark
1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
20.11.1939 Günther Grandke mit Kindertransport nach Dänemark
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943
5.11.1940 Günther Grandke in Sanderum, Odense bei Familie Anton und Maren Jepsen bei dänischem Census
Ausnahmezustand in Dänemark 1943
29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen
17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark
September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark
„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.
28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.
Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.
Es ist unklar, auf welchem Wege Günther Grandke gerettet wurde.
Massenerschießung im Fort IX Kauen
Der erste Transport mit schlesischen Juden verließ am 25.11.41 den Bahnhof Breslau-Odertor, nachdem die Menschen zuvor im Sammellager am Schießwerderplatz konzentriert wurden. Wie bereits die Züge aus Berlin (17.11.), München (20.11.), Frankfurt/Main (22.11.) und Wien (23.11.) wurde auch der Transport aus Breslau nicht wie ursprünglich vorgesehen nach Riga, sondern ins litauische Kowno geleitet
25.11.1941 nach Ankunft der Juden aus Frankfurt/Main Massenerschießung zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und München; vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD wurden insgesamt 2934 Menschen im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.
Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurden die Breslauer Juden am 29.11.41 vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A im Fort IX außerhalb von Kowno erschossen
29.11.1941 Tod von Mutter Rosa Grandke bei Massenerschießung in Fort IX in Kauen
Nachkriegszeit
5.9.2003 Tod von Günther Grandke, letzte Wohnadresse Ulfbuen 21, 2620 Albertslund, Dänemark
Gedenken
Quellen
http://mjhnyc.org/exhibitions/courage-to-act-rescue-in-denmark/https://safe-haven.dk
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316