Ellen Margot Kaufmann
*28.1.1920 in Berlin; ✡ ? in Israel
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Alfred Kaufmann *6.12.1884 in Köln ✡ 21.12.1957 in Amsterdam
Heirat der Eltern 13.5.1915; 10.2.1946 Scheidung in Jerusalem

Mutter Paula Lea Adler *13.12.1886 in Frankfurt; ✡ ? in Israel
2. Ehe des Vaters am 10.9.1946 in Renkum mit Marie Schmiegelski *22.9.1898 in Berlin
Geschwister
Ernst Gad Kaufmann *28.9.1918 in Berlin; ✡ 2002 in Israel
Ruth Kaufmann*24.10.1923 in Berlin; ✡ 3.9.2007 in Israel; oo Andrei Salamon
Herbert Peter Kaufmann *25.12.1925 in Berlin; ✡ ?
Beruf –
Adressen Berlin, Württemberger Allee 8; Amsterdam
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
21.11.1905- 27.8.1907 Vater Alfred Kaufmann als Volontär in Amsterdam

24.10.1933 Flucht der Familie Kaufmann aus Berlin Charlottenburg nach Amsterdam
Werkdorp Nieuwe Sluis

1.10.1936 Ankunft von Ernst Kaufmann zur Hachschara im Joodsche Werkdorp Nieuwe Sluis
10.11.1936 Ernst Kaufmann angemeldet in Barsingerhorn
5.2. 1937 Ankunft von Bruder Ernst in Barsingerhorn

22.2.1937 Ernst angemeldet als Volontär in Barsingerhorn, Werkdorp Nieuwe Sluis
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
2.1.1938 formale Ummeldung aller Werkdorper von Barsingerhorn nach Wieringermeer
28.4.1938 Schwester Ellen abgemeldet aus Amsterdam nach Wieringermeer
27.6.1939 Schwester Ruth von Amsterdam nach Breda
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 Ernst und Ellen Kaufmann mit 76 Werkdorpern nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf die SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft von Ernst und Ellen Kaufmann auf der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Amsterdam-Westerbork -Bergen Belsen

20.11.1941 Vater Alfred meldet auf der Polizeiwache Singel in Amsterdam den Diebstahl seines Herrenfahrrades
6.7.1942 Bruder Peter nach Westerbork; als Maschinenmonteur in Westerbork verpflichtet
28.5.1943 die Familie erhält die „Albersheimverklaring“, die sie zu Palästina-Austauschjuden macht
10.6.1943 Eltern interniert im Judendurchsgangslager Westerbork
Bruder Peter Herbert auf der „AuBe-Liste“
Au-Be 170
Abkürzung für ‚Ausnahmebescheinigung‘. Im Sommer 1943 wurde eine Liste aufgestellt, auf der ca. 170 Personen aufgeführt wurden. Sie wurden bis auf weiteres von der Deportation ausgeschlossen. Obwohl ein Großteil der Juden und Jüdinnen zu dem Zeitpunkt bereits deportiert wurde, wollte Aus den Fünten (Leiter der Zentralstelle) den Amsterdamer Judenrat nicht vollständig auflösen.
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
11.-12.1.1944 Beide Eltern auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
11.1.1944 Eltern als Palästina-Austauschjuden von Westerbork in das „Sternlager“ genannte Aufenthaltslager des KL Bergen Belsen
„Transport 222“
3. deutsch-palästinensischer Zivilgefangenenaustausch
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
26.4.1944 von den etwa 1.300 Austauschjuden mit Palästina-Zertifikat werden 272 ausgewählt, vor allem Mitarbeiter des Joodse Raad Amsterdam und deren Familienangehörigen. Sie sollen ausgetauscht werden gegen „Deutsche Templer“, eine Sekte in Jerusalem.
Ende Mai 1944 Reduktion auf die endgültigen 222; Unterbringung in abgesonderter Baracke
Vier Wochen Wartens nach Absage des ursprünglichen Termins

29.6. 1944 222 Austauschjuden aus Bergen-Belsen mit dem Zug über Nürnberg nach Wien; hier kommen noch 61 Engländer und US-Amerikaner aus den Internierungslagern Vittel und Laufen (Salzach) hinzu. Die Fahrt geht über Budapest, Sofia nach Istanbul. In Wien, Istanbul und Aleppo wurden jeweils die Züge gewechselt; den Bosporus überquerte ein Ausflugsdampfer, der die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges auf der asiatischen Seite von Istanbul mit einer mehrstündigen Rundfahrt überbrückte. Ab Aleppo über Beirut erreichte der Transport schließlich Haifa in Palästina.
10.7.1944 Ankunft der Eltern in Haifa
10.2.1946 Scheidung der Mutter von Alfred Kaufmann
1.6.1946 Rückkehr des Vaters nach Amsterdam
21.8.1946 Einbürgerung der Mutter in Palästina
Gedenken
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Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
http://danielabraham.net/tree/related/dora/
Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130317430
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kaufmann%201884%22%7D