Jurovics Esra

Esra Avinoam Jurovics

*1.2.1925 Berlin; ✡ 1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit Ungarn; staatenlos

Religion jüdisch

Vater Samuel Schmuel Meir Jurovics *17.8.1888 in Kassa/Kosice; ✡4.9.1942 Bronx, NY

Heirat der Eltern 27.8.1919 in Berlin

Mutter Edit Dvora Wachsner *4.8.1895 in Neisse; ✡ 13.5.1958 in Haifa

Onkel Isidor Oskar /Chaskel Jurovics *19.12.1891 in Kosice; ✡1977 Montevideo

Rafael, Mirjam, Edith, Hanna, Samuel, Esra, Benjamin Jurovics

Geschwister

Benjamin Ze’ev Jurovics *17.6.1920 in Berlin; ✡17.9.2003

Rafael Moshe Yair Jurovics *28.1.1922 in Berlin; ✡12.4.2015

Mirjam Eva Jurovics *29.9.1926 in Berlin; ✡24.9.2017; oo Joseph Berlowitz

Hanna Shifra Ya’ari Jurovics *3.11.1932 in Berlin

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Berlin, Wullenweberstraße 4/5

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

1924-1928 Onkel Isidor Jurovics in Amsterdam gemeldet; ging wieder nach Brüssel zurück

Einwohnerkartei Berlin

1937 die Familie emigriert zu Onkel Isidor nach Brüssel

14.11.1938 Vater Samuel von Brüssel nach Amsterdam

1939 Benjamin Jurovics mit Touristenvisum nach Palästina

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam das Hachschara Zentrum „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. 99 Jugendliche fanden hier Zuflucht. Ab 1939 bis zur Schließung am 16.10.1940 bestand parallel der Jugendalija Hof von Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 14-Jährige.

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde das Lager kurzfristig nach Alkmaar evakuiert.

22.12.1939 Ezra Jurovics aus Brüssel nach Loosdrecht; soll im Austausch mit einem Jungen stattgefunden haben, der nach Brüssel ging

26.12.1939 Mitteilung des Heimleiters Jakov Zurawel

Als Lodi Cohen Heimleiter wird, half er ihm viel in dessen Büro.

Er gehört auch zu den Co-Autoren, der von den Chaluzim gestalteten „Operette“.

Drei Bauern berichten später Mirjam Pinkhof-Waterman, dass er bei ihnen gearbeitet hat

  • D.G. Doets, Nieuw-Loodrechtsedijk 42
  • A. Doets, Nootweg 79
  • G. Veldhuizen, Oud-Loosdrechtsedijk 1

Jugendalijah in „het Paviljoen“, Juni 1942, Esra Jurovics 3. Reihe, 2. von re.

Onderduiker

7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.

14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz

15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.

12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen.  Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.

13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.

Karteikarte mit dem für Loosdrecht-onderduiker typischen Stempel „13 AUG 1942“

ein Rote Kreuz Brief des Bruders Benjamin aus Haifa erreicht ihn nicht mehr

Seine Versteckadresse war Nijehorne in Friesland, bei den Eltern von Bouke Koning, einem Aktivisten des Westerweel-Netzwerk; die Eltern mochten ihn und bedauerten, dass ersein Versteck verlassen wollte.

Von den 49 „onderduiker“ aus Loosdrecht (Chawe/rim/roth und Madrichim) konnten 34 gerettet werden!

Verhaftung an der belgischen Grenze

September 1942 eine Gruppe von acht „onderduiker“ aus Loosdrecht soll über Belgien und Frankreich in die Schweiz geschleust werden: Siegbert Leo Adler, Bernhard Aschheim, Robert Jozef Dürheim, Esra Jurovics, Lilly Kellner, Juda Pinkhof, Fabian Schön und Jossel Waldmann.

8.9.1942 Sie werden beim Grenzübertritt verhaftet und zum SD (Gestapo) nach Brüssel gebracht

25.10.1942 Internierung der Gruppe im Sammellager Kazerne Dossin in Mechelen

28.10.1942 Siegbert Adler und Robert Dürheim auf dem XVI. Transport von Mechelen nach Auschwitz

30.10.1942 Deportation von Esra mit den anderen fünf Flüchtlingen auf dem XVII. Transport von Mechelen nach Auschwitz

3.11.1942 Ankunft der beiden Transporte aus Mechelen in Auschwitz

Die Eltern Edith und Samuel

Der Vater war Inhaber einer jüdischen Buchhandlung in Berlin

14.11.1938 Vater Samuel von Brüssel nach Amsterdam

Die Mutter arbeitet in London als Sekretärin

9.9.-16.9.1939 Vater Samuel auf der SS AQUITANIA von Southampton nach New York

Kontakt Ehefrau und Kinder in London; Ziel Schwester Anna und Schwager Sam Klein

29.9.1939 Mutter Edith als Köchin bei Familie Samuel und Anna Beks, erfasst beim britischen Census

1.3.1940 Ausgetragen aus der Einwohnerkartei in Amsterdam

4.9.1942 Vater stirbt an Krebs in Bronx, NY

Ziel ist Sohn Benjamin

30.5.1947 Ankunft der Mutter auf der SS PROVIDENCIA von Marseille nach Haifa

Gedenken

Der Gedenkstein

Der am 11. August 1987 enthüllte Gedenkstein mit den Namen der 23 ermordeten Chaluzim und dem Text

TER NAGEDACHTENIS AAN DE JOODSE KINDEREN EN HUN LEIDERS VAN DE JEUGDALIJAH LOOSDRECHT DIE IN HET VERZET OF IN CONCENTRATIEKAMPEN OMKWAMEN

4.9.1999 Page of Testimony für Esra von Bruder Benjamin

Gedenkstele im Kibbutz Sheluhot in Israel

29.1.2013 Bericht von Schwester Hanna Shifra auf Joods Monument

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Esra Jurovics (born 1 February 1925)

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Jurovics%22%7D

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6399); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11209768

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.joodsmonument.nl/en/page/401926/comments-by-esra-s-sister

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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