Heinz Peter Willi Sechestower/Peter Tower
*9.8.1925 in Dresden; ✡ 4.9.2017 in Netanja
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Israel Chaim Sigmund Sechestower *26.4.1894 in Kolomea; ✡?
Mutter Olga Heves *21.12.1898 in Uypest; ✡?
Großeltern Schmiel und Anna Sechestower geb. Rosenkranz *2.10.1865
Großeltern Josef und Anna Heves
Onkel Hersz Hermann Sechestower *2.12.1910 in Kolomea; Sachsenhausen
Geschwister
Werner Sechestower/Meron *21.11.1922 in Dresden; ✡1
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Dresden, Ludendorfufer 30
Heirat 24.5.1951 Myra Horowitz (1918-2009)
Kinder
Micha Tower
Weiterer Lebensweg
Polenaktion
28.10.1938 Großmutter Anna ausgewiesen nach Zbaszyn
Novemberpogrom
10.11l.1938 Verhaftung des Vaters als „Aktionsjude“
Internierung im KL Buchenwald, Häftlingsnummer 23260
8.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald
Minderheitenzählung
17.5.1939 Eltern und Bruder Werner inDresden, Ludendorfufer 30 bei der Minderheitenzählung
1939 Emigration von Bruder Werner
Kindertransport
4.1.1939 Kindertransport aus Berlin über Bielefeld, Rheine nach Amsterdam
4.1.1939 in Amsterdam wurden drei Gruppen gebildet
– Dommelhuis Eindhoven nur Jungen
– Losser K.L. Smitoord nur Mädchen
– Zeehuis Bergen aan Zee gemischt Jungen und Mädchen
5.1.1939 Aufnahme im Dommelhuis
Angabe bei Registrierung: Familie im Parkhotel in Amsterdam, Bruder Werner?
Jeugdalijah
Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige. Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden
Het Paviljoen Loosdrechtse Rade
2.1.1940 Heinz Sechestower in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde die Bewohner kurzfristig nach Alkmaar evakuiert. 99 Bewohner fanden hier Zuflucht.

Onderduiker
7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.
14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz
15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.
12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen. Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.
13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.

Karteikarte mit dem für die onderduiker aus Loosdrecht typischen Datumsstempel „13 AUG 1942“
Von den 49 „onderduiker“ aus Loosdrecht (Chawe/rim/roth und Madrichim) konnten 34 gerettet werden!
Die erste Schleuseraktion der Westerweel-Gruppe
Jan 1943 von Rotterdam nach Antwerpen mit seinem Freund Willi Gerler.
Geführt von Rik, einem belgischen Bergführer, machen sich die vier Chawerim Willi Gerler, Heinz Sechestower, Mosche Osterer und Fritz Bachrach auf den Weg über Paris, Bordeaux, Bayonne nach „Lille Ste Egue“ (St. Jean de Luz?). Sie reisen mit Hilfe des Westerweel-Netzwerks mit gefälschten Papieren – Willi Gerler als Jan Jansen, Heinz Sechestower als Peter Storm und Moshe Osterer als Hendrik van Putten
Zu viert – Willi Gerler, Heinz Sechestower, Moshe Osterer und Fritz Bachrach – kommen sie auf dem Weg nach San Sebastian nach drei Stunden Marsch in ein kleines spanisches Cafe, wo sie verhaftet werden und nach Irun ins Gefängnis gebracht werden. Auf Intervention des Britischen Konsuls kommen sie in Hausarrest und danach 3 Monate nach Deba.
Moshe Osterer kann am 29.1.1944 nach Palästina reisen.
Mai 1943 Ankunft in Madrid
31.8.1943 von Vigo nach Kingston Jamaica; Gibraltar II -Camp
Zwei Jahre in Surinam (ndl. Guayana), Gerler und Sechestower in Paramaibo im Vluchtelingen Te Huis
4.1.-17.1.1946 Heinz Sechestower von Paramaibo auf der SS TIBERIUS nach New York zu seinem Onkel Herman Tower in Philadelphia, Pensylvania
Peter Tower schreibt 1962:

Emigration nach Rumänien
1941 Emigration der Eltern nach Rumänien
Internierung im KL Lobograd
Tod der Eltern im KL Lobograd
Nachkriegszeit
1.4.1950 Peter Tower als Untermieter in 6251 Medary Ave, Philadelphia bei US Census
24.5.1951 Heirat mit Myra Horowitz
Alija nach Israel
Sechs Jahre im Kibbuz
Wechsel nach Beit Jitzchak bei Netanja
Gedenken
10.7.1999 Page of Testimony für seine Mutter von Peter Tower
Quellen
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
http://www.dokin.nl/surviving_children/willi-gerler-born-2-dec-1924/
http://www.dokin.nl/surviving_children/heinz-willy-sechestower-born-9-aug-1925/
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/130372794
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de581656
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de959517
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de959518
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/5278213
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947