Osterer Mosche

Mosche Osterer

*1.7.1920 in Vöslau; ✡?

Staatsangehörigkeit Österreich

Religion jüdisch

Vater Josef Osterer *15.1.1876 in Podkamien ; ✡?

Mutter Sara Reisel *4.2.1879 in Oleszyce ; ✡?

Geschwister

Emanuel Osterer *21.7.1904 in Przemysl ; ✡ ?

Albert Osterer *1.6.1917 in Wien; ✡?

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Wien ; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat J van Praag

Kinder drei

Miriam Osterer *März 1946

Jadun Osterer *September 1951

Maja Osterer *Juni 1953

Weiterer Lebensweg

Besuch der Volks- und Mittelschule

Mitglied im jüdischen Pfadfinderbund Blau-Weiss

15.3.1938 „Anschluss“ Österreichs

14.6.1938 Vater Josef stellt einen Antrag auf Übernahme der Reisekosten zur Emigration bei der IKG Wien für die ganze Familie; Bruder Albert erwartet sein Hachschara-Zertifikat

26.9.1938 Ankunft von Bruder Albert auf der SS RUDY (?) in Haifa

1938 Flucht von Mosche Osterer nach Jugoslawien, dort wird er festgenommen und zurückgebracht

Jan. 1939 Mosche Osterer zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija).

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage.

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes.

Die Täuschung des Judenrats durch den SD und die zweite große Razzia in Amsterdam

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten von 60 „Werkdorpern“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

Osterer erwähnt ausdrücklich:

Mosche Osterer kann sich der Verhaftung entziehen, da er vorgewarnt rechtzeitig seine Wohnung verlassen kann, bevor der SD erscheint.

Von Dezember 1940 bis August 1941 war SS-Untersturmführer Hans Stöver Kommandant des Camp Schoorl

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

Sommer 1941 -März 1942 Arbeit u.a. im Gemüsegarten des JR „Volkstuin“

Die Räumung der Nervenklinik „Het Apeldoornsche Bosch“

März 1942-Januar 1943 Mosche Osterer als Gärtner im Zenuwziekenhuis „Het Apeldoornsche Bosch“

15.1.1943 Kurt Reilinger rät ihm, in Amsterdam unterzutauchen, um dann nach Spanien geschleust zu werden.

18.1.1943 Zwangsevakuierung der gesamten Klinik Patienten und teils auch Personal nach Westerbork und dann deportiert nach Auschwitz

21.1.1943 1200 Patienten und Personal nach Auschwitz

Die erste Schleuseraktion der Westerweel-Gruppe

17.1.1943 Alfred „ Zippi“ Fränkel kommt, um die Chaluzim vor der geplanten Räumung zu warnen und überbringt gefälschte Reisepapiere; Mosche Osterer über Utrecht nach Asterdam ins „Beth Chaluz“. Dort wartet bereitz Fritz Bachrach mit dem er die Flucht nach Spanien antreten soll

Jan 1943 über den Grenzübergang bei Budel/Eindhoven nach Belgien, in Antwerpen Zusammentreffen mit Willi Gerler und seinem Freund Heinz Sechestower.  

Geführt von Rik, einem belgischen Bergführer, machen sich die vier Chawerim  Willi Gerler, Heinz Sechestower, Mosche Osterer und Fritz Bachrach auf den Weg über Paris, Bordeaux, Bayonne nach „Lille Ste Egue“ (St. Jean de Luz?). Sie reisen mit Hilfe des Westerweel-Netzwerks mit gefälschten Papieren – Moshe Osterer als Hendrik van Putten, Willi Gerler als Jan Jansen, Heinz Sechestower als Peter Storm.

Zu viert – Moshe Osterer, Willi Gerler, Heinz Sechestower und Fritz Bachrach – kommen sie auf dem Weg nach San Sebastian nach drei Stunden Marsch in ein kleines spanisches Cafe, wo sie verhaftet werden und nach Irun ins Gefängnis gebracht werden. Auf Intervention des Britischen Konsuls kommen sie in Hausarrest und danach 3 Monate nach Deba.

Mai 1943 Ankunft der Gruppe in Madrid

8.7.1943 Er bekommt vom niederländischen Konsul in Madrid ein Aufenthaltszertifikat, was im Oktober 1943 noch einmal für drei Monate verlängert wird

Mosche Osterer kann am 29.1.1944 nach Palästina reisen.

Mitglied der NOTRIM, der jüdischen Hilfspolizei in Palästina

Gedenken

Quellen

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Osterer%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130349811

Österreich, Wien, jüdische Auswanderungsanträge, 1938-1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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