
Ruth Maria Monica Ehrenfest
*5.2.1925 in Wien; ✡ ?
Staatsangehörigkeit Österreich, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Max Ehrenfest *12.2.1897 in Brünn, Böhmen; ✡?
Mutter Stella Herzog *1.10.1900 in Wien; ✡?
Großeltern Josef Ehrenfest und Frieda Auerbach
Großeltern Otto Herzog und Anna Seidel
Tante Hilda Schreiber *6.12.1900 in Brünn
Geschwister –
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin
Adressen Wien, Landstraße, Hauptstraße 1/Tür 14 beim Vater
Heirat –
Kinder–
Weiterer Lebensweg
Besuch der Volksschule und Mittelschule
13.3.1938 „Anschluss“ Österreich
24.5.1938 Vater Max stellt bei der IKG Wien einen Antrag auf Unterstützung/Reisekosten zur Emigration für sich, seine Frau Stella, seine Schwester Hilda Schreiber und Tochter Ruth
Kindertransport aus Wien
11.12.1938 Quarantine The Hague, Copernicusstraat 159, The Hague
6.1.1939 Huize Ockenburgh, Monsterseweg 4-6, Loosduinen
17.3.1939 Huize Cromvliet, Penninglaan/Beetslaan, Rijswijk
19.9.1939 Huis ten Vijver, Dwarsweg 3, Scheveningen
Jeugdalijah
Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige. Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden
Het Paviljoen Loosdrechtse Rade
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde die Bewohner kurzfristig nach Alkmaar evakuiert. 99 Bewohner fanden hier Zuflucht.
27.11.1939 Ruth Ehrenfest in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“
Sie arbeitet auf der Hühnerfarm von J.C. de Haan Nieuw-Loosdrechtsedijk 41 und bei Bauer J. Veraar-Meijer in Loosdrecht Oud-Loosdrechtsedijk 14

Onderduiker
7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.
14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz
15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.
12.8.1942 Erica Blüth vom Comitee der Jeugdalijah erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen. Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.
13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht. Die Aktion dauert bis zum 16.August.

Von den 49 „onderduiker“ aus Loosdrecht (Chawe/rim/roth und Madrichim) konnten 34 gerettet werden!
Erste Pyrenäenpassage
Februar 1944 Ruth Ehrenfest zusammen mit den Brüder Artur und Josef Heinrich in einer Gruppe zur Überschreitung der Pyrenäen, zusammen kämpfen sie sich über den Pic de Montvalle in den Pyrenäen nach Lerida, dann nach Barcelona. Da sie den Transport vom Januar 1944 auf der portugiesischen SS NYASSA mit verpasst haben, müssen sie noch acht Monate warten.

Die Flüchtlingsgruppe in Barcelona 1944; Ruth Ehrenfest stehend dritte von links, Artur Heinrich unten links, Joseph hinten 3. von rechts
15.3.1944 Eintreffen in Spanien, Registriert beim JDC in Barcelona
12.7.1944 Madrid
Alija auf der SS GUINEE 1944
Im Oktober 1944 erhielten Paul Siegel und weitere Palästina-Pioniere von der britischen Mandatsregierung erteilte Einwanderungszertifikate für Palästina. Ruth Ehrenfest, die Brüder Heinrich Siegel, Chanan Flörsheim und 53 weitere Hechaluz- Mitglieder gingen am Mitglieder gingen am 27. Oktober 1944 in Cadiz an Bord des Schiffes „Guinée“ und erreichten am 4. November den Hafen von Haifa.

Sie gibt Onkel Max Ehrenfest in Haifa als Kontakt an.
Seit Mai 1943 soll insgesamt 150 Palästina-Pionieren die Flucht aus den Niederlanden über Belgien bis Frankreich geglückt sein. Etwa 80 von ihnen überquerten in von der Toulouser Sektion der AJ organisierten Gruppen seit Februar 1944 die Pyrenäen und gelangten von Spanien aus in das unter britischem Mandat stehende Palästina
Alija Beth SS LIESEL
17.5.1939 Einschiffung der Eltern Stella und Max Ehrenfest im rumänischen Donauhafen Tulcea mit 906 Maccabi-Revisionisten auf den griechischen Dampfer SS LIESEL
2.6.1939 von Schiffen der Royal Navy vor Palästina aufgebracht
3.6.1939 Ankunft in Haifa
4.6.1939 Entlassung der Eltern mit allen Passagieren
20.10.1939 Registrierung von Stella und Max Ehrenfest
Gedenken –
Quellen
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130282095
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947