Rath Julius

Julius Jules Uri Rath

*16.2.1916 in Essen; ✡25.2.1986 in Boston, Massachusetts

Staatsangehörigkeit  staatenlos

Religion jüdisch

Vater Otto Adolf Rath *27.2.1886 Korshov,Galizien ; ✡?

Heirat der Eltern 1915

Mutter Anna Malka Schönbach in Galizien; ✡?

Geschwister

Bianca, Gerda, Arthur, Julius Rath

Gerda Dora Rath *18.5.1917 in Essen

Arthur Aron Rath *22.1.1919 in Essen; ✡ 17.12.1970

Bianca Rath *7.8.1920 in Essen; ✡ 13.1.1992 in Queens, NY; oo Tinianow

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen  Essen Quarantainestraat 30

Heirat

1. Ehe und Scheidung am 15.1.1941 in Palästina

2. Ehe 9.4.1946 in Gerhagen, Belgien mit Steffi-Betrix Wallfisch *2.2.1924 in Königsberg; ✡22.7.2018 in Malden

Kinder zwei

Daniela Rath 10.7.1949 in Haifa; ✡10/1987 in Rochester

Maya Rath in San Francisco

Weiterer Lebensweg

1922 eingeschult in die jüdische Volksschule in Essen

1924 Bruder Arthur mit fünf Jahren im laufenden Schuljahr eingeschult in der Jüdischen Volksschule, Lehrer Levinson, Spitzname „Spinnewipp“

1925-1928 mit Bruder Arthur in eine jüdische Kleinschule in Oettingen, einer Kleinstadt in Franken geschickt.

1926 Wechsel von Julius auf das humanistische Gymnasium in Amberg, Franken;

Die Geschwister Julius und Gerda emigrieren nach Palästina

2.5.-12.5. 1936 Vater Adolf auf der SS Westernland von Antwerpen nach New York; er besucht dort seinen Onkel M.J. Fischer; Heimatadresse ist Essen, Kirchstraße

Bruder Arthur Rath

Februar 1937 Abitur in Amberg

Sommer 1937 Besuch der „Breuer-Jeshiva“ in Frankfurt

April -August 1938 Universität Hamburg, ungezielter Besuch verschiedenster Seminare

Jugendleiter im einem jüdischen Sommercamp; Rückkehr nach Essen

6.9.1938 Vater Adolf schickt ihn ab Aachen mit dem Taxi nach Maastricht; von dort zu seiner Tante nach Den Haag

September 1938 die Eltern und Schwester Bianca folgen nach Den Haag

Er besucht für einige Monate die Ambachtschool, merkt aber schnell, dass das Metallhandwerknichts für ihn ist. Eintritt in den BACHAD.

Anfang Juni 1939 wird er mit seinem Vater zwangsweise in das Flüchtlingslager „Quarantaine Heijplaat“ eingewiesen.

Sommer 1939 Ankunft der Passagiere der ST. LOUIS in Heijplaat

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Oktober 1939 Arthur Rath mit einer kleinen Gruppe aus Heijplaat in das Camp Nieuweoog bei Amsterdam

November 1939 abgestellt zum Aufbau des Vluchtelingencamp Westerbork; der Vater verhandelt mit der Misrachi-Organisation „Dath we Eretz“ die Geld für Unterkunft und Verpflegung verlangt

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

21.3.1936 Julius angemeldet im Kibbuz Franeker

Julius Rath kommt aus Vriezenveen nach Franeker, wo er vermutlich vermittelt durch den Kibbuz in Almelo bei einem Bauern auf Hachschara war. Der Kibbuz in Almelo war zuvor von der Hachschara-Organisation des Misrachi Dath ve‘Eretz geschlossen worden. Im Jahresbericht von Dath ve‘Eretz in Nieuws Weekblad vo.10.10.1935 werden die Zentren mit Zahlen der Chaluzim aufgeführt:

„… dat er het afgelopen jaar 23 chaloetsiem naar Palestina zijn vertrokken, nog 56 in opleiding zijn en 22 op de wachtlijst staan. Van deze 56 wonen er 12 in Franeker en 10 in Almelo.

16.7.1936 Julius abgemeldet aus Franeker, Friesland

Bruder Arthur Rath war von 1939- 3. November 1941 im Kibbuz Franeker

1936 Alija nach Palästina mit Isaak Asscher, dort geht er in den Kibbuz

1937 sieht man ihn und Ies Isaak Asscher auf Filmaufnahmen von Simon Nordheim und Frau Bertha Cohen de Lara, die ihre Tochter Rivka im Kibbuz Rodges bei Petach Tikwa besuchen. Kibbuz Rodges wurde 1929 von Chaluzim aus dem Hachschara-Hof in Rodges in Hessen gegründet.

Ca 1942/1943 Eintritt in die Palestinian Coy, ab September 1944 Jewish Brigade der Royal Army

Nach Kriegsende sind die Einheiten der Jewish Brigade in Florenz, Eindhoven und Antwerpen stationiert

1946 Heirat in Belgien mit Steffi Walfisch

1946 Rückkehr nach Palästina

1950 Emigration nach San Francisco

Umzug nach Woborn, Massachusetts

21.-26.3.1953 Julius Rath von Cherbourg auf der SS QUEEN MARY in New York

17.11.1958 Einbürgerung von Julius und Steffi Rath in Boston, USA

25.2.1986 Tod in Boston, Massachusetts

Gedenken

Grabstein für Julius Rath im Woburn Hebrew Center

Quellen

https://www.myheritage.de/research

Julius Rath

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 8290); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de/research

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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