Mühlfelder Käte

Käte Mühlfelder

*23.7.1922 in Meiningen; ✡ 1944 Lublin

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Fritz Mühlfelder *18.2.1889 in Bauerbach; ✡1.10.1944 Auschwitz

Mutter Rosalie Sali Kaufmann *11.4.1892; ✡6.10.1944 Auschwitz

Schwester Ilse Barbara Mühlfelder *6.10.1919 in Meiningen; ✡10.10.1998 in Florida; oo Alfred Katz

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen  Meiningen; Groß Breesen;

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Übersee-Gruppenwanderer Lehrgut Groß Breesen

Groß Breesen wurde vor 1933 vom Hechaluz genutzt, erst ab 1936 wurde die Ausbildungs-Stätte von nicht-zionistischen Organisationen für landwirtschaftlichen Umschichtungen reaktiviert.

Mai 1936 Eröffnung des nichtzionistischen Übersee-Gruppenwanderer Lehrgutes Groß Breesen; im Gegensatz zu anderen Lagern ist Groß Breesen nicht an jüdische Organisationen gebunden, war jedoch stark geprägt vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V., assimiliert, liberal, national)

1936-1939 Curt „Bo“ Bondy Lagerleiter und pädagogischer Leiter, auf Bitten von Leo Baeck; von vielen ‚Groß-Breesenern‘ wurde er als charismatische Persönlichkeit, der sie viel zu verdanken haben, verehrt. Unterstützt wurde er von Ernst Cramer, einem älteren Praktikanten.

Leiter der landwirtschaftlichen Ausbildung war der Landwirtschaftliche Inspektor Erwin Scheier, dessen Frau Ruth oblag die Hauswirtschaft, Tischlermeister Max Kiwi die Schreinerei. Ilse Rohr war als Erzieherin angestellt: Sie gehörte vermutlich zur Gutsbesitzerfamilie Rohr.

Käte Mühlfelder zur Hachschara ins Überseeauswanderer Lehrgut Groß Breesen

Novemberpogrom

10.11.1938 Überfall der SA auf den Hof in Groß Breesen, alle über 18-jährigen Männer werden mit einem Bus abgeführt und ins KL Buchenwald gebracht, auch Curt Bondy, der als Homosexueller besonders gefährdet war; die Frauen und Jungen bleiben auf dem Hof zurück.

Käte Mühlfelder geht nach Meiningen zurück

10.11.- Dez.1938 Vater Fritz und Julius Mühlfelder aus Meiningen als „Aktionsjuden“ interniert im KL Buchenwald; Häftlingsnummer 23230

31.8.1941 Gestapobefehl: Das Lehrgut Groß Breesen wird Arbeitslager

Weimar – Leipzig – Belzec

8.5.1942 Verbringung von  Käte Mühlfelder mit 43 Juden aus dem Bezirk Meiningen nach Erfurt;

9.5.1942 6 Uhr am Erfurter Hauptbahnhof mussten die Betroffenen zum Bahntransport nach Weimar „Aufstellung genommen haben“.

Die Nacht verbringen 516 Juden im Sammellager Viehauktionshalle am Güterbahnhof Ettersburger Straße in Weimar.

10.5.1942 Käte Mühlfelder und zahlreiche Verwandte aus Meinigen auf dem Transport Weimar Leipzig Belzec

10.5.42 morgens Bahnfahrt von Weimar nach Leipzig, Waggons mit 287 Juden angekoppelt

10.5.1942 Ankunft in Chemnitz, weitere Wagen mit 199 Jude aus Chemnitz werden angehängt

10.5.1942 20.45 Uhr Abfahrt aus Chemnitz mit 1002 Juden aus Thüringen und Sachsen

12.5.1942 Ankunft von Käte Mühlfelder im Ghetto von Bełżec im Distrikt Lublin

Meiningen – Theresienstadt – Auschwitz

Die Eltern werden vor der Deportation genötigt, ihr letztes Geld für einen „Heimeinkaufsvertrag“ herzugeben.

18.9.1942 Beide Eltern aus dem Judenhaus Sachsenstraße in Meiningen in das Sammellager – Schule in der Yorckstraße – gebracht und am 19.9. abtransportiert.

19.-20.9.1942 Beide Eltern auf dem Transport XVI/1 von Leipzig nach Theresienstadt

1.10.1942 Beide Eltern auf dem Transport E m von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1003231

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_mid_420510.html

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/128184833

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/128450600

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5066859

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420510-Weimar35.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/XVI1-35.jpg

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Werner Angress, Generation zwischen Furcht und Hoffnung, 1985

Artur Wolff, Damit es nicht vergessen wird, Bericht in zwei Teilen, 1991

https://archive.org/details/jdischesausb001f022/page/n2/mode/1up?view=theater

https://zeitgeschichte-hamburg.de/files/public/FZH/Publikationen_digital/Werner%20T%20Angress%20Generation%20zwischen%20Furcht%20und%20Hoffnung.pdf

https://www.yumpu.com/de/document/read/3840614/21-brief-19-p745-54-gross-breesen-silesia

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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