Sereni Enzo

Enzo Chaim Sereni

*17.4.1905 in Rom; ✡ 18.11.1944 im KL Dachau

Staatsangehörigkeit Italien

Religion jüdisch

Vater Samuele Lello Isacco Sereni *7.3.1870; ✡ 1940

Heirat der Eltern 1899

Mutter Alfonsa Pontecorvo *21.10.1879 in Rom; ✡ 13.9.1961 in Givat-Brenner

Geschwister

Enrico Moshe Sereni *14.4.1900 in Rom; ✡ 1.3.1931; oo Dvora

Velia Sereni *3.4.1901 in Rom; ✡ 1904 in Rom; oo Alberto Roccas

Lea Sereni *1903 in Rom; ✡ 3.9.1977

Emilio Sereni *13.8.1907 in Rom; ✡ 20.3.1977 in Rom

Beruf Zionistischer Aktivist

Adressen Roma; Givat Brenner;

Heirat 16.6.1926 in Rom Ada di Ettore Ascarelli *20.6.1905 in Rom; ✡24.11.1997 in Raanana

Kinder

Chana Sereni *4.7.1926 in Rome; ✡13.3.2022; oo Eli Lewental/Zohar

Hagar Sereni *4.2.1928 in Rehovot; ✡1.7.2021 in Jerusalem; oo Prof. Michael Confino

Daniel Sereni *30.3.1930 in Rehovot; ✡29.7.1954 in Maagan; oo Ofrah Kitron

Weiterer Lebensweg

Vater Samuele war Leibarzt des Königs von Italien

Juli 1922 Studium der Philosophie an der Universität in La Spezia

1925 Promotion an der Universität in Rom über das Buch Tobit

17.2.1927 Alija von Enzo, Ada und der Tochter Chana nach Palästina

1927 aktiv in der zionistischen Gewerkschaft Histradut in Rechovot

1928 Enzo und Ada gehören zur Gründergruppe des Kibbuz Givat Brenner. Im Kibbuz arbeitet Ada als Leiterin einer Saftfabrik.

Ab April 1930 ist Enzo Sereni wiederholt mit britischem Pass als Sjalach (Abgesandter der Sochnut -Jewish Agency, JA) in Deutschland und anderen europäischen Ländern, um für die Alija zu werben. Enzo wird auf seinen Reisen für die JA nach Deutschland von seiner Frau Ada begleitet

1933 ist er in der Leitung des Hechaluz in Berlin in der Meinekestraße 10 tätig

Januar 1936 Auswanderung mit Frau und Kindern nach New York, Kibbuznik in der zionistischen Kommune am Riverside Drive

Januar bis März 1937 Vortragsreisen für den Histradut in Kalifornien

April 1937 Rückkehr in den Kibbuz Givat Brenner

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

3.9.1939 Eintritt Großbritanniens in den zweiten Weltkrieg

1939 Eintritt von Enzo Sereni in die Royal Army

September 1940 Einsätze in Ägypten

April 1942 Einsatz im Irak als Fallschirmspringer für die Spezialeinheit SOE der Royal Army

15.5.1944 Absprung mit einer Gruppe von Fallschirmspringern hinter der Frontlinie der Wehrmacht („Gotenstellung“ im Apennin) in einer gemeinsamen Operation der JA und der SOE mit dem Ziel, jüdische Partisaneneinheiten zur Selbstverteidigung aufzubauen. Enzo Sereni wird gefangengenommen, kommt zunächst in ein Arbeitslager und wird als Jude in das KL Dachau deportiert.

18.11.1944 Enzo Sereni wird auf höheren Befehl im KL Dachau erschossen. Nach Berichten von Überlebenden ist er trotz Folter standhaft geblieben und ging aufrecht in den Tod.

Ada Sereni

1945 Umzug nach Italien als Stellvertreterin von Jehuda Arazi in der Leitung der Agentur des Mossad für Bricha und Alija Bet in Italien (Haapala)

Ada Sereni zum Empfang bei Ministerpräsidenten Italiens De Gasperi

1945-1948 Ada Sereni führende Leitung der gesamten Haapala Aktivitäten in Italien mit insgesamt 33-36 Alija beth Transporten von etwa 26000 Ma’apilim

14.5.1948 Unabhängigkeits-Proklamation durch David Ben Gurion, Staatsgründung Israel und Beginn des Unabhängigkeitskriegs

Der Kibbuz Buchenwald – Netzer Sereni

1945 Überlebende der Shoa im KL Buchenwald gründen auf dem ehemaligen Hachscharahof Gehringshof den Kibbuz Buchenwald

8.9.1945 Ankunft der ersten 78 Buchenwald-Chaluzim in Haifa auf der SS MATAROA

Nach kurzem Aufenthalt im britischen Internierungscamp Atlith gehen viele in den Kibbuz Afikim.

28.3.1946 Ankunft der zweiten Gruppe von 60 Buchenwald-Chaluzim in Haifa auf der SS TEL HAI. Nach wenigen Tagen in Atlith gehen sie ebenfalls in den Kibbuz Afikim

23.-31.12.1947 Zuzug der in Afikim zurückgebliebenen ca 60 Buchenwalder nach Nahalat Jehuda

7.5.1949 Kibbuz Buchenwald Mitglied im Kibbuzverband HaKibbuz haMe’uchad;

11.6.1949 Beschluss zur Änderung des Namens auf Vorschlag von Ephraim Dekel in Netzer (נֵצֶר ‚Spross‘)

1951 Nach Spaltung des Kibbuzverbandes, Zuzug zweier Siedlergruppen eine, die Italiener und Litauer aus Givat Brenner, u.a. Ada Sereni, der Witwe des Givat-Gründers Enzo Sereni sowie die Regavim Gruppe

Juni 1955 nach langem Rechtsstreit amtliche Anerkennung des Namens „Netzer Sereni“

Tragischer Tod von Daniel und Ofrah Sereni

Juli 1954 ein Staatsakt mit einer Flugschau zum Gedenken an Enzo Sereni und andere Fallschirmjäger in der Nähe des Kibbuz Maʿagan; eine Piper-Propeller-Maschine stürzte auf die Zuschauer Sereni,

29.7.1954 Sohn Daniel kommt mit seiner Frau Ofrah bei diesem Absturz um

Ehrungen

1988 Ausgabe einer Briefmarke zu Ehren von Enzo Sereni

1995 Israel-Preis für Ada Sereni und ihren besonderen Einsatz für das Land Israel

Gedenken

Gedenkstein für Enzo Sereni auf dem Herzlberg

Kibbuz Netzer-Sereni

Mehrere Städte in Israel benannten Straßen nach Enzo Sereni

Der Name

Der Familienname Sereni stammt aus dem Italienischen und bedeutet „die Ruhigen“ oder „die Gelassenen“. Er ist etymologisch verwandt mit dem lateinischen Wort serenus („heiter, klar, ruhig“), aus dem auch das englische Wort serenity („Gelassenheit, innere Ruhe“) entstanden ist. Somit trägt der Name Sereni dieselbe Grundbedeutung von Ruhe und Heiterkeit.

Quellen

Aharon Ahuvia, Bericht über die Anfänge von Kibbuz Netzer Sereni, in: Netzer Sereni Infoblatt, 28.6.2024

Judith Tydor Baumel, Kibbuz Buchenwald, Hrsg. Kibbuz HaMeuhedet, Tel Aviv 1994

Judith Baumel, Gruppeninterview im Kibbuz Shoval mit den „Buchenwaldern“

Abraham Ahuvia (Hrsg), Zeugnisse aus dem Tal der Todesfinsternis, Veteranen des Kibbuz Netzer-Sereni erzählen; Oranit Verlag, 1998

https://de.wikipedia.org/wiki/Enzo_Sereni

https://newrepublic.com/article/151061/road-buchenwald

https://www.jewiki.net/wiki/Netzer_Sereni

https://de.wikipedia.org/wiki/Netzer_Sereni

Home – Deutsch

BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)

https://www.mappingthelives.org

http://www.dpcamps.org/listDPCampsbyTeamNo.pdf

http://www.fuldawiki.de/fd/index.php?title=Gehringshof

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert