Karl Heinz Putzrath
*12.12.1910 in Breslau; ✡ 24.9.1996 Berlin
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Eduard Putzrath *29.3.1889 ; ✡ ?
Mutter ?; ✡?
Geschwister ?
Beruf Landwirtschaftlicher Volontär
Adressen ; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,
Heirat – Urbach/Gerson
Kinder –
Weiterer Lebensweg
1923 Einschulung in Breslau
1927-1933 Realgymansium
1928 bis 1932 Mitglied im Deutsch-Jüdischen Wanderbund Kameraden
1933 im Sozialistischen Schülerbund.
1932 – 1933 Mitglied der KPD-Opposition (KPO)
1933 antifaschistischer Widerstand
September 1933 Festnahme
Verurteilung zu sechs Monaten Haft wegen „Vorbereitung zum Hochverrart“
Juni 1934 Haftentlassung
Juli 1934 Emigration in die Niederlande
Werkdorp Nieuwe Sluis

31.7.1934 Heinz Putzrath aus Breslau zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Wieringermeer
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Ausbildung zum Bauschlosser im Werkdorp.
1936 Heinz Putzrath aus den Niederlanden ausgewiesen wegen politischer Aktivität

21.7.1936 Heinz Putzrath abgemeldet aus dem Werkdorp in die Tschechslowakei
1936-1937 in Prag, dort saßen zu dieser Zeit die Exilparteileitungen der SPD und KPD

31.12.1938 Heinz Putzrath auf der Werkdorp-Emigrationsliste 1934-1938
1938-39 Emigration der Familie nach Ecuador
Emigration nach England
1937 Heinz Putzrath nach England
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen; Kriegserklärung Großbritanniens
Mai 1940 Verhaftung als „alien enemy“; „Collar the lot!“ von Kanzler Winston Churchill
Mai 1940 – 1941 elf Monate in verschiedenen Camps eingesperrt.
Anschließend in verschiedenen Berufen tätig, zunächst als Rohrleger bei einer Baufirma in London; 1942 – 1945 Arbeiter in einer Flugzeugfabrik tätig, dann Verlagsangestellter.
1942 – 1945 Mitglied der Gruppe „Neu beginnen“
1942 – 1946 war er Mitglied der „Landesgruppe deutscher Gewerkschafter in Großbritannien“
1943 – 1946 Vorsitzender der Jugendgruppen der „Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien“.
1945 Eintritt in die SPD
1945/46 Vorstandsmitglied der Arbeiterwohlfahrt
1946 Rückkehr von Heinz Putzrath nach Deutschland
Auslandsreferent des SPD-Vorstands in Hannover, ab 1951 in Bonn
Wiedergründung der Sozialistischen Internationale
Kontaktmann der SPD zur Arbeitspartei in Israel.
Mitbegründer der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Zahlreiche weitere politische Aktivitäten wie „Historische Kommission der SPD“, Initiator des Projekts „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ (siehe Faulenbach)
Gedenken
Quellen
Faulenbach, Bernd, „Putzrath, Heinz“ in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 25 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119482681.html#ndbcontent
Deutsche Biographie – Putzrath, Heinz
Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer