
Ilse Silberberg geb. Plaut
*3.5.1895 in Siegen; ✡ 6.5.1945 in Tröbitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Arnold Aron Plaut*11.1.1861 in Frankenhausen; ✡ 27.4.1939 in Köln
Mutter Jeanette Oestreicher *7.1.1872 in Achaffenburg; ✡ 2110.1937
Geschwister
Hans Plaut*1.7.1899 in Siegen; ✡ 4.1.1952 in Sydney
Beruf Landwirtschaftlicher Volontär
Adressen Siegen; Berlin; Arnheim, Apeldoornscheweg 62, Steijnstraat 29 (1928), Roëllstraat 13 (1935), Bovenbrugstraat 9 (1941)
Heirat Ludwig Silberberg *5.11.1886; ✡3.1.1945 Bergen-Belsen
Kinder

Heinz Raphael Silberberg *4.12.1920 in Berlin; ✡10.11.1942 in Mauthausen; oo Jette Rachel Hoogstraal

Hanna Silberberg *18.10.1928 in Arnheim; Tröbitz-Überlebende;
Weiterer Lebensweg
Emigration von Ilse und Ludwig Silberberg nach Arnheim
19.10.1927 Umzug von Berlin nach Arnheim
18.10.1928 Geburt der Tochter Hanna in Arnheim

1937 Ilse Silberberg im Vorstand der Ortsgruppe Arnhem „Practisch Palestinawerk“ (Jewish Women’s Association for Practical Work in Palestine)
Ilse Silberberg dort Leiterin des Waisenhauses für Jungen
Ludwig Silberberg ist Mitglied im Vorstand des Altenheims
Werkdorp Nieuwe Sluis
31.3.1936 Bruder Hans Plaut als Vorarbeiter im Gartenbau ins Joodse Werkdorp Wieringermeer
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Hans Plaut als Vorarbeiter im Gartenbau

14.7.1936 Hans Plaut abgemeldet aus dem Werkdorp
Kamp Westerbork
4.8.1943 Ilse und Ludwig Silberberg mit Tochter Hanna aus Arnheim eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
Austauschtransporte aus Westerbork nach Bergen-Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
11.-12.1.1944 Familie Silberberg auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
Sternlager Bergen-Belsen
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

3.1.1945 Tod des Ehemanns Ludwig in Bergen-Belsen
„Verlorener Zug“
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz,
Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

6.5.1945 Tod von Ilse Silberberg in Tröbitz

Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof in Tröbitz
Tochter Hanna kehrt als Überlebende des Verlorenen Zuges in die Niederlande zurück
Mauthausen 1942
14.4.1942 Heirat von Sohn Heinz mit Jette Hoogstraal in Amsterdam
Jette und Heinz Silberberg gehen nach Arnheim, um dort unterzutauchen
Heinz Silberberg war aktives Mitglied des Makkabi Hazair; als er nach der Hochzeit mit seiner Frau in Arnheim untertauchen will, vermittelt ihm ein von früher bekannter Chawer aus Arnheim eine Versteckadresse.
Alle bei Razzien verhafteten Juden wurden zur „Sonderbehandlung“ Mauthausen deportiert.
5.11.1942 Einweisung in das KL Mauthausen, es muss sich hier um einen Einzelstraftransport gehandelt haben. Der einzige in dem fraglichen Zeitraum dokumentierte Transport ging am 9.11.1942 mit 236 Gefangenen aus dem SS-Lager in Breendonk in Belgien in das KL Mauthausen
Die Einweisung in das als Stufe III kategorisierte Lager Mauthausen bedeutete dabei faktisch eine Verurteilung zur „Vernichtung durch Arbeit“ im dortigen Steinbruch.
In Mauthausen werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch, oftmals tödliche medizinische Experimente und Giftinjektionen ermordet.

10.11.1942 Tod des Sohnes Heinz Silberberg in Mauthausen; offizielle Diagnose Lungenentzündung
Gedenken
17.7.1955 Page of Testimony für Rafael Silberberg von seiner Frau Jael Lanir
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1567358
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1160615
Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946
Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv
Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373622
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373643
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373631
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/1761602
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer