Cohn Hilde

Hilde Elise Cohn

*3.7.1911 in Berlin; ✡ 25.2.1954

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Ernst Cohn *21.1.1881 in Krone an der Brahe; ✡9.5.1943 in Theresienstadt

Mutter Erna Neumann *1887 in Berlin; ✡ 14.9.1919 in Berlin

Stiefmutter Frieda Kuttner *22.1.1889 in Graudenz; Überlebende

Geschwister

Irma Anita Cohn *3.3.1917 Berlin; ✡ 25.3.1992 in Givat Brenner; oo Heinz Lustig/Sasson

Ursula Cohn *5.2.1922 Berlin; ✡ ?; Kindertransport; oo Hutton

Beruf Sozialarbeiterin; Rechtsanwältin, Dr. jur.

Adressen Berlin Charlottenburg; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

14.9.1919 Tod der Mutter in Berlin

1920 Zweite Ehe des Vaters mit Frieda Kuttner

17.5.1939 Vater Ernst mit Stiefmutter Frieda und der Stiefschwester Ursula in Berlin, Knesebeckstraße 86 bei der Minderheitenzählung

5.6.1939 Stiefschwester Ursula Cohn mit dem Kindertransport von Berlin über Bentheim, Hoek van Holland nach Harwich

25.11.1939 Hilde Cohn zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Wieringermeer

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage

25.11.1939 Hilde Cohn aus Berlin ins Werkdorp

13.2.1940 nach Wassenaar

6.3.1940 nach Den Haag

20.1.1941 Rückkehr ins Werkdorp

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

26.7.1941 Hilde Cohn abgemeldet nach Amsterdam, Herculesstraat 45 I

Sie arbeitet für die Joodsche Centrale voor Beroepsopleiding JCB und den Joodse Raad JR als Sozialarbeiterin und Rechtsberaterin

Kamp Westerbork

20.6.1943 Einweisung in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.-12.1.1944 Hilde Cohn auf dem zweiten Transport mit 1037 „Austauschjuden“ von Westerbork nach Bergen Belsen

Der gestrandete Zug – Befreiung in Farsleben

6.-11.4.1945 Evakuierung von 6800 Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt

6.4.1945 Der erste von drei Transporten mit 2500 Menschen verlässt Lagerbahnhof in Bergen-Belsen

Fahrtroute südwestlich der Elbe über Uelzen, Salzwedel, Stendal

7.4. 18945 Ein weiterer Transport mit 179 Menschen wird an den ersten angeschlossen

12.4.1945 Zug stoppt auf freier Strecke am Moortalsee, Farsleben, nahe Magdeburg; Flucht der Wachmannschaften

13.4.1945 Befreiung durch das 743. Panzerbataillon der US Army

Der Moment der Befreiung; Foto Major Benjamin, George Gross, US Army

Hilde Cohn Überlebende des gestrandeten Zuges, in Farsleben

6.5.1945 die in Farsleben Befreiten werden einquartiert im Nachbarort Hillersleben

3.11.1945 Rückkehr von Hilde Cohn nach Amsterdam

3.11.1947 abgemeldet aus Amsterdam zur Emigration nach New York

25.11.-2.12.1947 Hilde Cohn auf der SS NIEUW AMSTERDAM von Southampton nach New York

Kontaktadresse ist die Stiefschwester Ursula Hutton, die sie vermutlich zuvor noch in London besucht hat

Berlin Theresienstadt

16.12.1942 Ernst und Frieda Cohn auf dem 78. Alterstransport von Berlin nach Theresienstadt

11.5.1943 Tod des Vaters Ernst in Theresienstadt

Die freigekauften Juden aus Theresienstadt

Freiheitstransport Theresienstadt – St. Gallen

5.2.1945 „Freiheitstransport“ Transport EW aus Theresienstadt nach St. Gallen, der einzige Freiheitstransport aus Theresienstadt („1 Million Dollar für 1000 Juden“)

Stiefmutter Frieda Cohn auf dem Freiheitstransport Theresienstadt – St. Gallen

7.2.1945 Ankunft in St. Gallen zunächst im Schulgebäude im Hadwig untergebracht

 zur Quarantäne kommt die Familie nach Adliswil, in einem Trakt der stillgelegten Seidenstoffweberei

28.3.1945 offiziell gemeldet in der Schweiz, Adliswil

1946 lebt sie im Flüchtlingsheim „Edelweiss“ in Engelberg und arbeitet i einer Werkstatt des Roten Kreuz als Näherin

Gedenken

2.10.1953 Page of Testimony für Ernst Cohn von Witwe Frieda Cohn

19.12.1955 Page of Testimony für Ernst Cohn von Tochter Irma Sasson

Quellen

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hilde%20Cohn%201911%22%7D Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130272447

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130274525

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130274526

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207673

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7512); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85.

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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