Frank Philipp

Philipp Uri Frank

*5.7.1887 in Pattensen; ✡2.10.1951 Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Adolf Frank *1.1.1849 in Pattensen; ✡ 4.9.1927 in Fulda

Heirat der Eltern 27.6.1881 in Fulda

Mutter 4.9.1853 in Fulda; ✡ 18.4.1913 in Fulda

Geschwister

Hannchen Frank *28.4.1882 in Pattensen; ✡ April 1967 USA; oo 1922 in Fulda Adolf Strauss

Anna Frank *10.4.1890 in Pattensen; ✡ Nov 1943 in ?; oo Leo Lehmann (1890-1942)

Paula Frank *2.9.1891 in Pattensen; ✡ November 1943 in Auschwitz

Beruf Arzt

Adressen Pattensen, Hannover; Fulda; Kassel

Heirat 29.10.1920 in Biebrich, Hessen mit Johanna Sender *12.11.1897 in Wiesbaden Biebrich; ✡ 14.6.1942 in Sobibor

Kinder

Josef Frank *14.1.1922 in Fulda; Saint Cyprien; ✡ 1942 Auschwitz

Salomon Frank *29.3.1923 in Fulda; ✡ 28.8. 1942 Auschwitz

Moses Frank *1.12.1924 in Fulda; ✡ ?

Eva Frank *20.2.1933 in Fulda; ✡ 14.6.1942 in Sobibor

Sara Frank *1.3.1937 in Fulda; ✡ 14.6.1942 in Sobibor

Weiterer Lebensweg

Studium in Würzburg

Sohn Salomon war Schüler an der Jeschiwah in Frankfurt

18.6.1937-16.2.1940 Dr. Philipp Frank nach Gerichtsprozess zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt;

Häftlinge in der Korb-Werkstatt des Zuchthauses Kassel Wehlheiden in den 1930er Jahren; JVA Kassel

inhaftiert in Kassel Wehlheiden, Auf dem Graß 12

18.10.1937 Umzug von Johanna, Eva und Sara Frank nach Wiesbaden-Biebrich

Sohn Moses Frank im Jüdischen Waisenhaus Frankfurt

Novemberpogrom

10.11.1938 Schwager Leo Lehmann verhaftet; eingewiesen in das KL Buchenwald

22.11.1938 Sohn Moses aus dem Waisenhaus in Frankfurt per Kindertransport in das Jüdische Waisenhaus CIW Nieuwegracht 92 Utrecht

17.5.1939 Philipp Frank im Zuchthaus, Kassel Wehlheiden, Auf dem Graß 12 bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 Ehefrau Johanna Moses mit den Töchtern Eva und Sara in Wiesbaden, Goebenstraße 4 bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 Schwester Anna mit Ehemann Leo, Sohn Adolf und den Töchtern Eva und Klara Lehmann sowie Schwester Paula Frank in Fulda Heinrichstraße 15 bei der Minderheitenzählung

1939 Schwester Hannchen Strauss mit „unpaid domestic duty- Visum“ nach England

Fulda-Kassel Ghetto Riga

9.12.1941 die Schwestern Paula Frank und Anna mit Ehemann Leo, Sohn Adolf und den Töchtern Eva und Klara Lehmann auf dem Transport Fulda-Kassel ins Ghetto Riga

Juni 1942 Tod des Schwagers Leo im Außenlager Salaspils

21.6.1943 Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler, alle jüdischen Ghettos im Reichskommissariat Ostland, Estland, Lettland, Litauen und Teile Weißrusslands, aufzulösen und die Juden zu Arbeitseinsätzen heranzuziehen.

Juli bis 2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer

3. November 1943 Auflösung des Ghetto Riga; Deportation der Schwestern mit Annas Kindern und etwa 2000 Kindern und Alten ins KL Auschwitz

Kamp Westerbork

12.2.1942 Einweisung von Sohn Moses in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

12.1.1944 Moses Frank auf dem zweiten Transport mit 1037 „Austauschjuden“ von Westerbork nach Bergen Belsen

Der gestrandete Zug – Befreiung in Farsleben

6.-11.4.1945 Evakuierung von 6800 Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt

6.4.1945 Der erste von drei Transporten mit 2500 Menschen verlässt Lagerbahnhof in Bergen-Belsen. Auf dem ersten Transport befinden sich weit überwiegend ungarische und griechische Juden aus Saloniki. Die Fahrtroute verläuft südwestlich der Elbe über Uelzen, Salzwedel, Stendal.

7.4. 1945 Ein weiterer Transport mit 179 Menschen wird an den ersten angeschlossen

12.4.1945 Der Zug stoppt auf freier Strecke am Moortalsee, Farsleben, nahe Magdeburg; Flucht der Wachmannschaften

13.4.1945 Befreiung durch das 743. Panzerbataillon der US Army

Der Moment der Befreiung; Foto Major Benjamin, George Gross, US Army

Sohn Moses Frank gehört zu den Überlebenden des in Farsleben gestrandeten Zuges,

6.5.1945 die in Farsleben Befreiten werden einquartiert im Nachbarort Hillersleben

Alija Beth – Sonderhachschara VII – Paraguay-Transport – SS PATRIA

31.12.1939 oder Febr.1940 Philipp Frank flieht nach der Haftentlassungin die Tschechoslowakei.

Januar-September 1940 Philipp im Lager in Pressburg im Stadtteil Patronka; Josef Nussbaum berichtet bei der Registrierung in Atlith, „The Camp was taken over as store for Heavy Opel trucks.“

10.9.1940 zum Donauhafen von Bratislava; dort Verteilung der Chaluzim auf die drei Ausflugsdampfer URANUS, MELK und SCHÖNBRUNN

10.-20.9.1940 von Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer;

Anfang Oktober 1940 werden 1000 Flüchtlinge auf die drei Schiffe SS PACIFIC, SS MILOS und SS ATLANTIC verteilt, Deutsche auf die PACIFIC, Tschechen auf die MILOS.

Zwischenstopp im Hafen Agios Nikolaos, Kreta, um Kohle aufzunehmen

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa.

3.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten auf der SS MILOS, die ebenfalls auf die PATRIA verbracht werden

4.11.1940 Alle Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith;

zur Deportation nach Mauritius vorgesehen

23. oder 24.11.1940 Ankunft der SS ATLANTIC in Haifa

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht.

Walter Steinitz, aus dem Umschulungslager Paderborn kommend, berichtet:

“ Am 25.November morgens um neun Uhr mussten alle auf die Reling, denn der Colonel hatte die Instruktion gegeben, aber um 9.12 Uhr hatte ein Kommando von 60-80 jungen Leuten ins Wasser zu springen, um die Engländer abzulenken, die mit kleinen Booten die Menschen auffischten. Zeitentsprechend zündete einer von uns eine Bombe, keine Zeitbombe, und ist mitgetötet worden. Es war der zweite Transportleiter – Hans Wendel. Niemand hatte von dieser Aktion gewußt – außer acht Leuten. Innerhalb von ein paar Minuten neigte sich das Schiff zur Seite. … Von den 4000 auf der SS PATRIA zusammengedrängten Menschen verloren etwa 260 ihr Leben.“ (ca 200 von 1771)

Die ins Wasser gesprungenen und die an Bord Überlebenden werden als Schiffbrüchige der SS Patria von den Briten an Land gebracht.

Vater Philipp soll auch von der sinkenden SS PATRIA ins Hafenbecken gesprungen sein, wurde laut Registrierungsakten in Atlith auch nicht nach Mauritius deportiert.

25.11.1940 Internierung in einer Lagerhalle im Hafen von Haifa; die von Bord gesprungenen werden in die Arrestzellen der Polizeiwache von Haifa; Serie von Verhören, insbesondere wenn sie von den Briten der Zugehörigkeit zur Haganah verdächtigt wurden.

26.11. und 8.12.1940 die Überlebenden der SS PATRIA werden mit Bussen in das Internierungscamp Atlith verbracht;

Dezember 1940 noch auf die Umladung wartenden 1581 Emigranten auf der MILOS und ATLANTIC werden als „Detainees“ mit holländischen Frachtschiffen nach Mauritius deportiert. Dort trafen sie am 26.12.1940 ein und wurden in das Zentralgefängnis von Mauritius nahe Beau Bassin verbracht.

12.8.1945 Es sollte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges dauern, bevor die 1.310 überlebenden Flüchtlinge aus Mauritius auf der SS FRANCONIA in das ersehnte Eretz Israel gebracht werden konnten.

Wiesbaden – Frankfurt – Sobibor

Nach einer Anweisung der Gestapo Frankfurt/Main an die Landräte des Regierungsbezirks Wiesbaden hatten die zum Abtransport bestimmten Juden bis zum 10.6., 19 Uhr, im Sammellager in der Frankfurter Großmarkthalle einzutreffen.

10.6.1941 371 Juden aus Wiesbaden werden nach Frankfurt ins Sammellager verbracht

11.6.1942 Deportation der Ehefrau Johanna und den beiden Töchtern Eva und Sara aus Wiesbaden nach Sobibor

Drancy – Auschwitz

Sohn Salomon war über Frankreich nach Monaco geflohen

28.8.1942 Bruder Salomon auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz

Nachkriegszeit

Juni 1945 Rückkehr von Sohn Moses Frank in die Niederlande

23.4.1946 Sohn Moses Frank nach Haifa

2.10.1951 Tod von Philipp Uri Frank in Israel

Gedenken

22.5.1956 Pages of Testimony für die Ehefrau Johanna und die beiden Töchter Eva und Sara von Sohn Moses Frank

Quellen

http://bommelblog.wordpress.com/

http://www.dokin.nl/surviving_children/moses-frank-born-1-dec-1924/

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130287297

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868294

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411209-4.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420611-Wiesbaden2.jpg

https://yvng.yadvashem.org/ad

http://teachinghistorymatters.com/1945-manifest-list-names-of-those-liberated-at-farsleben-april-13th-1945/

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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