Meyerstein Herbert

Herbert Meyerstein

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Siegfried Meyerstein *15.6.1888 in Bremke ; ✡ vor 1945 in Polen

Mutter Rosa Gans *11.1.1888 in Rotenburg, Fulda; ✡ vor 1945 in Polen

Großvater Magnus Meyerstein *6.4.1854 in Bremke

Geschwister

Heinz Jehuda Meyerstein *17.9.1920 in Göttingen; ✡ 1.1.2008 in Ramat Gan

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Göttingen; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat

Kinder

Heirat ledig

Weiterer Lebensweg

Besuch der Albani- und der Vogt-Schule, Mittelschule für Jungen in Göttingen

1935 Beginn einer kaufmännischen Lehre in Göttingen bei Fa. Schloß

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung des Bruders Heinz Meyerstein in München, Landwehstraße 68

10.11.1938 Einweisung von Heinz in das KL Dachau, Häftlingsnummer 20108; am 10.11.1938 wurden in Dachau die Nummern 19433-20301 vergeben)

3.1.1939 Entlassung des Bruders Heinz aus dem KL Dachau

28.6.1939Ausreise von Herbert Meyerstein in die Niederlande zur „Deventer Verenigung tot Vakopleidung“ diese organisiert für ihn eine Einzelhachschara

1.12. 1939 Herbert zur Einzelhachschara bei Familie Leuveld in Hasselo 60, Gemeinde Weerselo

19.1.1940 Wechsel von Herbert Meyerstein nach Brummen

Werkdorp Nieuwe Sluis

30.4.1940 Herbert Meyerstein zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Wieringermeer

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Herbert Meyerstein arbeitet hier in der Schmiede und Schlosserei

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

20.5.1941 Herbert Meyerstein abgemeldet nach Amsterdam, Amstellaan 2

22.11.1941 Umzug in die Reggestraat 30 II

Dritte Große Amsterdam Razzia – Erster großer Massentransport aus den Niederlanden

15.7.1942 in der Dritten Großen Amsterdamer Razzia wird Herbert Meyerstein verhaftet und nach Hooghalen deportiert; 7 Km zu Fuß ins Kamp Westerbork, Registrierung in der großen Halle und unmittelbar zu Fuß zurück nach Hooghalen

Erst ab November 1942 gab eine eigene Bahnlinie und Station im Kamp Westerbork; Juli-November mussten die Deportierten von und zur Station Hooghalen zu Fuß laufen.

15.7.-17.7.1942 Herbert Meyerstein auf dem ersten großen Massentransport aus den Niederlanden ab Hooghalen nach Auschwitz

„30.9.1942“ das Sterbedatum ist fiktiv, festgelegt für alle die auf den ersten Transporten aus Westerbork nach Auschwitz kamen

Ghetto Warschau

26.3. 1942 die Eltern Siegfried und Rosa zusammen mit der Tante Johanna Gans in das Sammellager Hannover-Ahlem gebracht;

31.3.1942 Deportation über das Durchgangslager Trawniki in das Warschauer Ghetto

Flucht nach Spanien

Bruder Heinz Meyerstein gelingt die Passage über die Pyrenäen im zweiten Versuch mit einer Gruppe von 32 Flüchtlingen

Bruder Heinz gibt eine Suchanzeige auf

28.10. -5.11.1944 Bruder Heinz mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz Kategorie C/LS auf der SS GUINEE von Cadiz nach Haifa

Gedenken

Quellen

Herbert Meyerstein

Heinz – Yehuda Meyerstein Collection: Hachshara in the Netherlands and escape to France and Spain

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Meijerstein%22%7D

Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130339870

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/131777482

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Herbert Meijerstein (born 12 June 1922)

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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