
Fritz Löwenstein/ Shmuel Tzur Aryeh
*2.4.1913 in Oberhausen
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Leopold Löwenstein 3.6.1874 in Ibbenbüren; ✡ 8.1.1939
Heirat der Eltern 1910
Mutter Grete Katz *14.6.1886 in Lippstadt; ✡ 9.2.1928 in Oberhausen
Geschwister
Ada Lea Rose Löwenstein *16.10.1911 in Oberhausen; 3.3.1943 Auschwitz; oo Kurt Zarinzansky
Kurt Joachim Löwenstein *17.7.1917 in Oberhausen; ✡ ?; oo Miriam Friedler *8.7.1920
Beruf Gärtner, Landwirtschaftlicher Volontär
Adressen Oberhausen; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen);

Heirat Edith Ester Kaufmann *8.5.1909 in Hamborn, Duisburg; ✡ ?
Kinder
Yair Eliezer Löwenstein *2.3.1939 in Petah Tikwa
Mikhael Löwenstein *7.1.1944 in Rehowot
Weiterer Lebensweg
Vater Leopold war Rechtsanwalt und Notar in Oberhausen
9.2.1928 Tod des Mutter Grete in Oberhausen
1933 Beginn einer Gärtnerlehre bei der Stadt Oberhausen
September 1933 Entlassung
1933-1935 als Gärtner in einem Ferienheim, Haus Berta in Schermbeck:
„Ruth Stamm, nach dem Krieg in Flushing N. Y., übernahm den Jugendsport und die Gymnastik. Ein Sportlehrer, ein Fußballleiter und ein Gärtner vervollständigten das Betreuungsteam.“
Werkdorp Nieuwe Sluis

1.12.1936 Edith Kaufmann und Fritz Löwenstein angemeldet zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Wieringermeer
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage

20.9.1937 Ankunft von Edith und Fritz Löwenstein auf der SS JERUSALEM in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
21.9.1937 mit Ehemann Fritz Löwenstein abgemeldet nach Palästina

31.12.1938 mit Ehemann Fritz Löwenstein auf der Palästina-Emigrantenliste des Werkdorp
Novemberpogrom
10.11.1938 Verhaftung des Vaters, der vom SA-Mob brutal zusammengeschlagen
im Gerichtsgefängnis Oberhausen inhaftiert wird. Bruder Kurt lässt sich gegen den Vater im Gefängnis austauschen.
17.11.1938 Einweisung des Bruders Kurt ins Konzentrationslager Dachau
8.1.1939 Vater Leopold stirbt an den Folgen der Misshandlungen
12.1.1939 Entlassung von Kurt Löwenstein aus dem KL Dachau
8.1.1939 Tod des Vaters in Oberhausen an den Folgen der Misshandlungen
5.5.1939 Bruder Kurt flieht nach England
17.5.1939 Schwester Ada mit Ehemann Kurt Zarinzansky in Berlin, Rudolstädter Str. 11 bei der Minderheitenzählung
Fabrikaktion
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

3.3.1943 Schwester Ada und Mann Kurt auf dem 33. Osttransport nach Auschwitz
Nachkriegszeit
August 1949 Bruder Kurt und Frau Miriam beantragen Unterstützung zur Alija
1949 Alija von Kurt und Frau Miriam über Paris und Genua nach Haifa
Gedenken
Pages of Testimony für den Vater Leopold und Schwester Ada von Shmuel Tzur Aryeh
Stolpersteine für Leopold, Fritz und Kurt Löwenstein in Oberhausen, Stöckmannstraße 102
Quellen
https://gedenkhalle-oberhausen.de/wp-content/uploads/2025/01/Stolpersteine2025.pdf
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1