Hesse Heinz

Heinz Iwan Hesse

*22.3.1914 (10.9.1913) in Werl; ✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Richard Hesse * 7.2.1886 in Werl; ✡ nach dem 30.4.1942 in Zamosc

Heirat der Eltern 23.5.1913 in Coesfeld

Mutter Lina Helene Mendel * 11.7.1889 in Coesfeld; ✡10.10.1942 in Auschwitz

Großeltern Isaac Hesse und Emma Rosenthal

Großeltern Abraham Mendel (1854-1931) und Sophia Strauß (1858-1933)

Tante Johanna Hesse *6.7.1879 Borgholzhausen; ✡6.2.1942 in Duitama, Kolumbien; oo Louis Langstadt

Geschwister

Gertrud Trude Hesse *13.8.1915 in Coesfeld; ✡22.6.2011 in Wellington Neu Seeland; oo Mendel Pistiner

Kurt Hesse * 23.9.1920 in Werl; ✡ nach dem 30.4.1942 in Zamosc

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Werl; Hüsten; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat

Kinder –

Weiterer Lebensweg

Der Vater war Viehhändler; im Ersten Weltkrieg eingezogen als Soldat im Deutschen Heer; die Mutter Lina zieht mit Heinz zu ihren Eltern nach Coesfeld, wo 1915 Schwester Trude zur Welt kommt.

1915 Onkel Theodor Hesse kriegsgefallen

8.1.1934 Vater Richard Hesse, Viehhändler in Coesfeld

2.6.1930 Umzug nach Hüsten, hier wohnt er vermutlich bei seiner Tante Johanna Langstadt geb. Hesse, die am 9.5.1939 mit ihrem Mann Louis nach Kolumbien emigriert

Zusammen mit seinem Bruder Kurt arbeitete Heinz Hesse in einer Ziegelei.

In einem Bericht heißt es auch:

„Im Oktober 1936 liehen sich seine Eltern bei der Werler Synagogengemeinde 50 Reichsmark, um zu ermöglichen, dass Heinz aus der Untersuchungshaft entlassen würde.“

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung, Verbringung zur Steinwache nach Dortmund

Bahntransport nach Berlin; interniert im KL Sachsenhausen

28.11.1938 Entlassung von Onkel Louis Langstadt aus dem KL Sachsenhausen

21.12.1938 Entlassung von Heinz Hesse aus dem KL Sachsenhausen

Werkdorp Nieuwe Sluis

1939 Ankunft von Heinz Hesse zur Hachschara im Joodsche Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Emigration ?

Der weitere Weg ist unklar, Spekulationen über England, Palästina, Deportation nach Zamosc

Gedenken

17.6.2016 „Werler Erinnerungstafel“ u.a. mit den Namen der Opfer der Familie Hesse

Pages of Testimony für den Vater Richard von Schwester Gertrud Pistiner

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092095

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4093945

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kapelner%22%7D

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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2 Kommentare

    1. Guten Tag
      Frau Sabine Paula Lina Eidmann
      Sie haben sicherlich die drei Federmann Biografien auf
      meiner Website Spuren im Vest
      bereits gefunden.
      Sie sind entstanden als Teil eines größeren Projekts
      von 160 Biografien der aus AEL Nordmark mit den Weißen Bussen nach Dänemark Geretteten.
      Können Sie denn ergänzende Informationen beitragen?
      Das würde mich und meine Mitstreiter sehr freuen.
      Evtl. kann ich ich hier weitere informative Kontakte vermitteln.

      Mit freundlichen Grüßen aus Bochum

      Dr. Franz-Josef Wittstamm
      Sauerbruchstraße 29
      44801 Bochum
      fjwittstamm@gmx.de

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