Bergmann Gerda

Gerda Susanne Bergmann

*17.11.1915 in Birkenhain; ✡ 19.2.1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Albert Bergmann *17.10.1878 in Birkenhain; ✡ 1943 in Treblinka

Mutter Anna Reissmann *10.1.1877 in Birkenhain; ✡ unbekannt

Geschwister

Theodor Bergmann*27.11.1904 in Birkenhain; Überlebender ✡ ?

Arthur Bergmann *23.11.1905 in Birkenhain; ✡ ?

Wanda Bergmann*17.12.1908 in Birkenhain; ✡ 1943 in Auschwitz; oo Julius Meyer (*14.4.1907 in Schivelbein, Belgard)

Jakob Bergmann *16.1.1914 in Birkenhain, Groß Kackschen; ✡ in Israel; oo Itka Gelser

Beruf

Adressen Birkenhain; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer; Wieringerwaard; Baarn

Heirat 29.1.1940 Paul Siegfried Cohen *1.1.1912 in Altona, ✡30.4.1943 in Auschwitz

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.11.1938 Schwager Julius Meyer verhaftet

Eingewiesen ins KL Sachsenhausen

26.4.1939 Schwager Julius Meyer entlassen aus dem KL Sachsenhausen

17.5.1939 Schwester Wand mit Ehemann Julius Meyer und den Kindern Manfred (1935) und Margarete (*1937) sowie Schwiegervater Joseph Meyer in Schivelbein, Bahnhofstraße 35 Belgard bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 Gerda mit beiden Eltern und den Brüdern Arthur und Theodor in Birkenhain bei Minderheitenzählung

Umzug von Schwester Wanda Meyer von Schivelbein nach Berlin Kreuzberg

29.9.1939 Schwager Julius Meyer im Kitchener Camp beim britischen Census

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

19.9.1936 Einstellung von Paul Siegfried Cohen als angestellter Buchhalter im Werkdorp; kam aus Amsterdam ins Werkdorp

31.1.1938 Bruder Jakob Bergmann zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis,

1939 Gerda Bergmann aus Ostpreußen ins Werkdorp

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Bruder Jakob Bergmann mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

29.1.1940 Heirat mit Paul Siegfried Cohen

Nach der Heirat Umzug aus dem Werkdorp in eine gemeinsame Wohnung in Wieringerwaard, Oostdijk E IIc

Herbst 1940 Umzug nach Baarn, Nassaulaan 23, Umzug in Baarn, Zandvoortlaan 16

Werkkampen -jüdische Arbeitslager

Im September 1940 wurden im Zuge der Arbeitsbereitstellung durch das Reichsamt für Arbeitserweiterung „Werkkampen“ errichtet.

Anfang Juli 1942 Ehemann Paul zur Zwangsarbeit in das Werkkamp Conrad in Rouveen

Ab September 1942 dienten diese Lager als jüdisches Arbeitslager und Puffer für das Lager Westerbork.

Oktober 1942 Auflösung aller jüdischer Arbeitslager

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober wurden alle Juden abgeführt.

Transport nach Hooghalen. Zu Fuß ins Kamp Westerbork. Die Trasse Hooghalen-Westerbork wurde erst im November 1942 fertiggestellt.

Internierung im polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork

3.-5.10.1942 Registrierung der in das Lager Westerbork eingewiesenen jüdischen Zwangsarbeiter; die bislang nicht internierten Ehefrauen durch Razzien gesucht und ebenfalls nach Westerbork verbracht; innerhalb weniger Tage wächst die Belegung des Lagers von 3000 auf über 15000.

Kamp Westerbork

3.-5.10.1942 Verbringung aller jüdischer Zwangsarbeiter aus den Werkkampen nach Westerbork; die Ehefrauen werden bei Razzien verhaftet, so auch Gerda Cohen-Bergmann.

16.2.1943 Gerda und Paul Cohen auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz

1943 Tod von Gerda und Paul Cohen in Auschwitz

Fabrikaktion in Berlin

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

Anfang März 1943 reichsweite Fabrikation besonders in Berlin, Breslau und Westfalen; die 300 überwiegend in kriegswichtigen Betrieben Zwangsarbeit verrichtenden Juden werden nach Auschwitz deportiert

2.3.1943 Schwester Wanda mit den Kindern Moritz und Margarete Meyer auf dem 32. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Gedenken

20.8.1907 Pages of Testimony für die Eltern Albert und Anna, für Wanda und Gertrud Bergmann von Enkel Aharon Uri Bergmann

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1120641

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de928274

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12721251

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130258375

www.werkdorpwieringermeer.nl/en/gerda-suzanne-cohen-bergmann-2/

www.werkdorpwieringermeer.nl/de/paul-siegfried-cohen-3/

www.werkdorpwieringermeer.nl/

www.joodsmonument.nl/nl/page/151045/gerda-cohen-bergmann

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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