Bergmann Jakob

Jakob Bergmann

*16.1.1914 in Birkenhain, Groß Kackschen; ✡  in Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Albert Bergmann *17.10.1878 in Birkenhain; ✡ 1943 in Treblinka

Mutter Anna Reissmann *10.1.1877 in Birkenhain; ✡ 1943 in Treblinka

Geschwister

Theodor Bergmann*27.11.1904 in Birkenhain; Überlebender ✡ ?

Arthur Bergmann *23.11.1905 in Birkenhain; ✡ ?

Wanda Bergmann*17.12.1908 in Birkenhain; ✡ 1943 in Auschwitz; oo Julius Meyer  (14.4.1907 in Schivelbein, Belgard)

Gerda Susanna Bergmann*17.11.1915 in Birkenhain; ✡ 19.2.1943 in Auschwitz; oo Paul Siegfried Cohen (*1.1.1912 in Altona, ✡30.4.1943 in Auschwitz)

Beruf Metzger

Adressen Birkenhain; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat Itka Gelser

Kinder ja

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.11.1938 Schwager Julius Meyer verhaftet

Eingewiesen ins KL Sachsenhausen

26.4.1939 Schwager Julius Meyer entlassen aus dem KL Sachsenhausen

17.5.1939 Schwester Wand mit Ehemann Julius Meyer und den Kindern Manfred (1935) und Margarete (*1937) sowie Schwiegervater Joseph Meyer in Schivelbein, Bahnhofstraße 35 Belgard bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 beide Eltern, Schwester Gerda und die Bruder Arthur und Theodor in Birkenhain bei Minderheitenzählung

Umzug von Schwester Wanda Meyer von Schivelbein nach Berlin Kreuzberg

29.9.1939 Schwager Julius Meyer im Kitchener Camp beim britischen Census

Werkdorp Nieuwe Sluis

19.9. 1936 Einstellung von Schwager Paul Siegfried Cohen als angestellter Buchhalter im Werkdorp; kam aus Amsterdam ins Werkdorp

31.1.1938 Jakob Bergmann zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

1939 Schwester Gerda Bergmann aus Ostpreußen ins Werkdorp

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

September 1936 Einstellung  von Schwager Paul Siegfried Cohen als angestellter Buchhalter im Werkdorp; kam aus Rotterdam ins Werkdorp

2.1.1938 formal bedingte Ummeldung aller Werkdorper von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939  Jakob Bergmann mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Kamp Westerbork

1940 -1942 Schwester Gerda und Ehemann Paul Cohen in  Baarn

Internierung im polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork

3.-5.10.1942 Registrierung der in das Lager Westerbork eingewiesenen jüdischen Zwangsarbeiter; die bislang nicht internierten Ehefrauen durch Razzien gesucht und ebenfalls nach Westerbork verbracht, so auch Gerda Cohen-Bergmann innerhalb weniger Tage wächst die Belegung des Lagers von 3000 auf über 15000.

16.2.1943 Gerda und Paul Cohen auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz

Tod von Gerda und Paul Cohen in Auschwitz

Fabrikaktion in Berlin

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

Anfang März 1943 reichsweite Fabrikation besonders in Berlin, Breslau und Westfalen; die 300 überwiegend in kriegswichtigen Betrieben Zwangsarbeit verrichtenden Juden werden nach Auschwitz deportiert

2.3.1943 Schwester Wanda mit den Kindern Moritz und Margarete Meyer auf dem 32. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Gedenken

20.8.1907 Pages of Testimony für die Eltern Albert und Anna, für Wanda und Gertrud Bergmann von Enkel Aharon Uri Bergmann

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1120641

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de928274

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12721251

www.werkdorpwieringermeer.nl/en/gerda-suzanne-cohen-bergmann-2/

www.werkdorpwieringermeer.nl/de/paul-siegfried-cohen-3/

www.werkdorpwieringermeer.nl/

www.joodsmonument.nl/nl/page/151045/gerda-cohen-bergmann

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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