Ernst Förder/Schlomo Porat
*8.1.1918 in Beuthen; ✡ ?
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Jakob Jaques Förder *7.8.1872 in Rybnik; ✡1948 in London
Mutter Anni Fröhlich *14.5.1885 in Königshütte; ✡ April 1958 in Willesden
Geschwister
Ruth Förder *26.11.1910 in Breslau; ✡ Nov. 2007 in London; oo Josef Kutner (1908 Beuthen)
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Beuthen
Heirat Mirjam Ben Shaja *15.5.1922 in Rabat, Marocco; 2.5.2003 in Haifa
Kinder zwei
Joab Porat *14.8.1959 in Haifa; 4.8.2002 in Kirjat Motzkin
Weiterer Lebensweg
26.10.1909 Heirat der Eltern
Ca 1910 Zuzug der Eltern von Breslau nach Beuthen
Das jüdische Umschulungslager Gehringshof
Ernst Förder zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Gehringshof in Hattenhof bei Fulda; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘; Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD.
Die religiöse Kibbuz-Haddati-Bewegung betrieb ab 1924 den Hof in Betzenrod und ab 1926/27 in Rodges, dann erfolgte der Wechsel auf den Gehringshof; dieser wurde 1929 übernommen vom Bachad, ab April 1934 auch Kibbuz Hag Shamash
Die Ausbildung erfolgte auch auf den umliegenden Bauernhöfen. Neben dem Gehringshof bestanden in Hessen Hachscharalager in Grüsen, Külte bei Volkmarsen und Lohnberghütte bei Weilburg.
Novemberpogrom
10.11.1938 der Gehringshof wird überfallen im Novemberpogrom, Ernst Förder verhaftet
„Schutzhaft“ im KL Buchenwald, Häftlingsnummer 24662
6.12.1938 Entlassung von Ernst Förder aus dem KL Buchenwald
1939 die Eltern und Schwester Ruth emigrieren nach England
Kibbuz Franeker
Der 1935 von einem Arzt aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 aus dem Werkdorp Nieuwesluis fahren 76 Werkdorper nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina
16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Gedenken
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Quellen
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
https://danielabraham.net/tree/related/dora
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316