Braun Ruth

Ruth Cilli Braun

*22.4.1920 in Nürnberg; ✡ 1.8.1975 in Israel

Staatsangehörigkeit  deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Adolf Aaron Braun *12.9.1884 in Niederstetten; ✡?

Mutter Martha Meyer *18.1.1893 in Markbreit; ✡?

Geschwister

Ilse Braun *10.7.1925 in Nürnberg; ✡ ?

Unsicherer Bezug

Heinz Heinrich Braun *26.3.1917 in Nürnberg; Gut Winkel; 13.7.1936 Haifa

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Nürnberg, Bauerngasse 18; Ilanija Sejera

Heirat März 1948 in Ramat Simon Jehuda Cohen

Kinder vier

Weiterer Lebensweg

Familie Braun war Mitglied der Orthodoxen SG Aguda Jisroel in Nürnberg

17.5.1939 die Eltern und Schwestern Ilse in Nürnberg, Bauerngasse 18 bei der Minderheitenzählung

Der Kibbuz in Ricavo di Castellina in Chianti

1933 Eröffnung von Hachschara Höfen durch Professor Racca in der Nähe von Florenz

1933 als Lager des Bachad bei Siena gegründet.

Emigration von Ruth Braun nach Italien mit einer Gruppe des BACHAD zur Hachschara in den Kibbuz in Ricavo di Castellina in Chianti;

September 1936 Alija u.a. von Abraham Wechsler von Triest auf der SS GALILEA nach Palästina

7.9.1938 Verabschiedung des Italienischen Rassengesetzes liefert die Rechtsgrundlage zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft der ab 1919 in Italien eingebürgerten Juden und zur Ausweisung aller nicht-italienischen Juden.

Daraufhin werden die deutschen Chaluzim aus Ricavo in die Niederlande und die anderen 1939 nach Halmstad in Schweden geholt.

10.6.1940 Italien tritt an der Seite Deutschlands in den Krieg ein

Niederlande

Herbst 1938 die Hachschara-Organisation des Misrachi/BACHAD beschließt, 19 der Ricavo-Chaluzim in ihre Hachschara-Kibbuz Franeker und Beverwijk in den Niederlanden aufzunehmen.

Nach Franeker gehen Wilhelm Benjamin, Benno Freimann und Ruth Braun.

Nach Beverwijk gehen Ruth Donath, Hannah Rubinstein,

In Beverwijk fühlen sich einige der aus Ricavo geflüchteten wegen der strengen Regeln nicht wohl und verlassen den Kibbuz bald wieder.

Kibbuz Franeker

Der 1935 von einem Arzt aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz.

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen.

8.2.1939 Ruth Braun angemeldet im Kibbuz Franeker

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

9.9.1939 Ankunft der Eltern in Tel Aviv mit Schwester Ilse mit einem Kapitalisten-Zertifikat der Kategorie A (I)

Gedenken

Grabstein für Ruth Cohen auf dem Friedhof in Sde. Ilan

Quellen

Morris  Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

www.myheritage.com

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert