Herman Riez
*9.9.1920 in Miskolc, Borsod-Abauj-Zemplen; ✡ ?
Staatsangehörigkeit Ungar
Religion jüdisch
Vater Elek Eliahu Riez *29.12.1876 in Aszar; ✡ 1944 inAuschwitz
Mutter Ilona Khaia Helen Rapaport *13.3.1874 in Tokaj; ✡21.9.1942 in Auschwitz
Geschwister

Simon Meshulam Riez *27.12.1910 in Miskolc; ✡31.12.1942 Auschwitz; oo Cecilia Naitin (1908-1942)
Etel „Etelka“ Ester Riez *1916; ✡ 21.1.1943 Auschwitz mit Ehemann Jacob Fonteijn
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Talmud Lehrer
Adressen Miskolc; Den Haag; Beverwijk; Franeker
Heirat ?
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Kibbuz Dath Waäretz in Beverwijk
Kibbuz DathWaäretz; der Kibbuz bestand von 1937 bis Ende 1940; Hachscharaorganisation des BACAHAD in derorthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz.
Die Ausbildung erfolgte bei Bauern und Handwerkern der Umgebung. Zusätzlich wurden Kurse an der Lagere Landbouwschool in Assendelft besucht.
Herman Riez arbeitet hier vom 27.10.1937 bis zum 14.3.1938
Offiziell angemeldet am 13.11.1937 von Den Haag, Kanaalweg 75 kommend
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“
Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
14.3.1938 Herman Riez zusammen mit Marcus Segal von Beverwijk kommend angemeldet im Kibbuz Franeker.
In the spring of 1939 Herman returns to Beverwijk. Now to the Kibbutz, which has been located at Gildenlaan 1 in Velsen-Noord since February 1939. He is awaiting his departure to Palestine with a group of 29 Palestine-goers. Herman leaves the Netherlands on Sunday morning July 16, 1939 with the ship „Dora“ from the port of Amsterdam with more than 300 Jewish refugees from Germany/Austria on board and about 20 Dutch Jews. The ship calls at Vlissingen and Antwerp to pick up another 200 Jewish refugees.

13.1.1939 Sieben Chaluzim abgemeldet aus Franeker nach Palästina: Frieda van Amerongen, Sara Dinner, Meir Frijdman, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Isaac Rooz, Max Stoppelmann
Walter Oppenheimer dazu in einem Interview mit Chaja Brasz
„Die niederländische Einwanderungspolizei wollte uns loswerden, hatte aber Angst vor der Öffentlichkeit. Die Briten wollten natürlich keine illegale Einwanderung, Im Juni 1939 wurden wir plötzlich nach Heemskerk gebracht, wo wir einige Wochen warten mussten.“
Herman Riez in der Wartezeit zurück in den Kibbuz Beverwijk
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:
Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Marcus Segal, Max Stoppelmann.
16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Het Joodsche Weekblad, 19.12.1941
Kamp Westerbork
17.9.1942 Mutter Ilona, Bruder Simon und dessen Frau Cecilia von Den Haag Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

18.9.1942 Deportation von Mutter Ilona, Bruder Simon und dessen Frau Cecilia von Westerbork nach Auschwitz
Gedenken
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Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130361998
https://www.myheritage.de/research
http://danielabraham.net/tree/related/dora/
www.joodsmonument.nl/en/page/412634/advertentie-van-simon-riez
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947