Paul Siegfried Cohen
*1.1.1912 in Altona, ✡30.4.1943 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch; niederländisch
Vater Wolf Cohen *22.5.1876 in Altona; ✡ 17.9.1943 in Auschwitz
Mutter Eleonore Emden *26.6.1883 in Frankfurt; ✡ 17.9.1943 in Auschwitz
Geschwister
Ilse Elisabeth Selma Cohen *30.3.1916 in Altona, ✡ 9.7.1943 in Sobibor
Gerd Victor Cohen *30.4.1907 in Altona; ✡ 2.2.1945; oo 18.8.1942 Gretchen Nussbaum (*4.11.1904 in Hamburg, Überlebende)
Beruf –
Adressen Altona; Rotterdam, Statensingel 40 a; Amsterdam, Sloestraat 3a I; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer; Wieringerwaard; Baarn

Heirat 29.1.1940 Gerda Susanne Bergmann *17.11.1915 in Birkenhain; ✡ 19.2.1943 in Auschwitz
Schwager Jakob Bergmann *16.1.1914 in Birkenhain, Groß Kackschen; ✡ in Israel; oo Itka Gelser
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Besuch der Volks- und der Realschule
1931 Konditorlehre, Abendschule
1.7.1933 Familie Cohen flüchtet nach Rotterdam
Die Familie erhält die niederländische Staatsbürgerschaft

Juni 1934 Musterung; für tauglich befunden trotz „Herzneurose und Atmungsproblemen“
9.1.1935 Umzug der Familie Cohen nach Amsterdam, Sloestraat 3a I
9.10.1935 Eingestellt als Infanterist in Bergen op Zoom

16.5.1936 Ausmusterung mit „Groot verlof“
17.5.1939 Gerda Bergmann mit beiden Eltern und den Brüdern Arthur und Theodor in Birkenhain bei Minderheitenzählung
29.9.1939 Schwager Julius Meyer im Kitchener Camp beim britischen Census
Werkdorp Nieuwe Sluis
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

19.9. 1936 Einstellung von Paul Siegfried Cohen als angestellter Buchhalter im Werkdorp; kam aus Amsterdam ins Werkdorp
16.10.1936 angemeldet in Barsingerhorn
31.1.1938 Schwager Jakob Bergmann zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis,
1939 Gerda Bergmann aus Ostpreußen ins Werkdorp
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 Schwager Jakob Bergmann mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;
16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim
Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Baarn
29.1.1940 Heirat mit Gerda Bergmann
Nach der Heirat Umzug aus dem Werkdorp in eine gemeinsame Wohnung in Wieringerwaard, Oostdijk E IIc
Herbst 1940 Umzug nach Baarn, Nassaulaan 23, Umzug in Baarn, Zandvoortlaan 16
Werkkampen -jüdische Arbeitslager
Im September 1940 wurden im Zuge der Arbeitsbereitstellung durch das Reichsamt für Arbeitserweiterung „Werkkampen“ errichtet.
Anfang Juli 1942 Paul Cohen zur Zwangsarbeit in das Werkkamp Conrad in Rouveen
Ab September 1942 dienten diese Lager als jüdisches Arbeitslager und Puffer für das Lager Westerbork.
Oktober 1942 Auflösung aller jüdischer Arbeitslager
In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober wurden alle Juden abgeführt.
Transport von Paul Cohen nach Hooghalen. Zu Fuß ins Kamp Westerbork. Die Trasse Hooghalen-Westerbork wurde erst im November 1942 fertiggestellt.
Kamp Westerbork
Juli 1942 Übernahme des Flüchtlingslagers Westerbork durch die SS zum polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork

30.7.1942 Bruder Gerd wird Kontrolleur des Joodse Raad in der Registratur von Westerbork
3.-5.10.1942 Registrierung der in das Lager Westerbork eingewiesenen jüdischen Zwangsarbeiter; die bislang nicht internierten Ehefrauen durch Razzien gesucht und ebenfalls nach Westerbork verbracht, so auch Gerda Cohen; innerhalb weniger Tage wächst die Belegung des Lagers von 3000 auf über 15000.

16.2.1943 Gerda und Paul Cohen auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz
19.2.1943 Tod von Gerda Cohen in Auschwitz
30.4.1943 Tod von Paul Cohen in Auschwitz
14.9.1943 beide Eltern auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz
September 1944 Bruder Gerd und Frau Gretchen auf dem vorletzten Transport XXIV/7 von Westerbork nach Theresienstadt
2.2.1945 Tod von Bruder Gerd Cohen in Bergen-Belsen
Gedenken
–
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de902859
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1120641
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de928274
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Paul%20Cohen%201912%22%7D
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12721251
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130258375
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4966253
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130272091
www.werkdorpwieringermeer.nl/en/gerda-suzanne-cohen-bergmann-2/
www.werkdorpwieringermeer.nl/de/paul-siegfried-cohen-3/
www.joodsmonument.nl/nl/page/151045/gerda-cohen-bergmann
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://danielabraham.net/tree/related/dora
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316