Hochmann Betty

Betty Hochmann /Batia Holz

*22.7.1922 in Siegen; ✡15.6.2015 Rishpon

Staatsangehörigkeit polnisch, deutsch. staatenlos; Palästina, Israel

Religion jüdisch

Vater Siegmund Hochmann *15.12.1883 in Rozniatow; ✡ 1942 in Zamosc

Heirat der Eltern 1908 in Galizien

Mutter Matilde Spiegel *14.12.1883 in Brosniow; ✡ 1942 in Zamosc

Mathilde, Jakob, Betty, Fanny und Siegmund Hochmann,  Siegen1938. Foto: Aktives Museum Südwestfalen

Geschwister

Fanny Hochmann *19.7.1920 in Siegen; ✡11.9.2015 in Kfar Avigdor; oo Manfred Reinhold (1921-2014 in Israel)

Jakob Hochmann *23.3.1924 in Siegen; ✡ 1999 in Ein‘Harod

Beruf

Adressen Siegen, Kornmarkt 8 und zuletzt in der Poststraße 16; Urfeld;

Heirat 27.9.1941 in Tiberias Waldemar Zeew Holz *17.8.1919 Allenstein; ✡ 8.1.2003

Kinder vier

Noga Holz *24.8.1941

Eran Holz

Weiterer Lebensweg

„In Siegen bin ich nur geboren“, Betty Holz

1919 Zuzug der Eltern nach Duisburg

1919 Zuzug der Eltern nach Siegen zu Schwager Saul Hausmann

1936 Arisierung des elterlichen Geschäftes

4.11.1937 Passausstellung für Betty Hochmann in Siegen

1937/38 Betty mit Schwester Fanny zu einem Hachschara-Vorbereitungskurs in Urfeld

28.2.1938 Betty abgemeldet aus Siegen zur Alija nach Palästina

Alija der Geschwister Betty und Jakob

7.3.1938 Einreise von Betty Hochmann auf der SS GALILEA mit Studentenzertifikat der Jugendalija/WIZO in Haifa

22.2.1939 Einreise von Bruder Jakob in Palästina

1941Heirat mit Waldemar Holz;Betty und ihr Mann Seev führen eine kleine Landwirtschaft

Hachschara in Urfeld

11.3.1939 Fanny Hochmann zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling, Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

1939 Manfred Reinold zur Hachschara nach Urfeld, vermutlich zusammen mit seinem Bruder Erich

Auflösung in Urfeld

September 1939 Wegen der anstehenden Auflösung des Lagers Urfeld gehen Fanny Hochmann und Manfred Reinhold mit anderen Chaluzim aus Urfeld zur Einzelhachschara in die Niederlande

15.10. 1939 Bis zum Schluss war Benny Paul Stein Madrich in Urfeld. Manfred Wolf und vermutlich auch Erich Reinhold folgen Benny Stein nach Schniebinchen, der dort bis Juli 1940 Leiter ist.

Einzelhachschara in den Niederlanden

September 1939 Fanny Hochmann und Manfred Reinhold aus Urfeld zur Einzelhachschara in die Niederlande

1942 Heirat mit Manfred Reinhold

Onderduiker

Nach Einsetzen der ersten Massendeportationen aus Westerbork nach Auschwitz gehen Manfred und Fanny Hochmann 1943-1945 als onderduiker im Versteck in einer stillgelegten Fabrik in Terwolde; der acht Monate alte Sohn Denny kommt bei niederländischen Pflegeeltern unter

Siegen – Dortmund – Zamosc

April 1942 Deportationsbefehl der Gestapo für die Eltern in Siegen

28.2.1942 10:20 angeordnetes Sammeln am Gleis 4 am Bahnhof Siegen

28.4.1942 Deportation in die Turnhalle des Sportvereins „Eintracht“ in Dortmund

30.4.1942 Deportation mit 791 Juden vom Sammellager zum Dortmunder Südbahnhof am Heiligen Weg deportiert nach Zamosc

3.5.1942 Ankunft in Zamosc

16.10.1942 Auflösung des Ghetto Zamosc; alle Bewohner ins Ghetto Izbica; von dort in die Vernichtungslager Sobibor und Belzec; niemand kehrte zurück

Tod der Eltern nach dem 3.5.1942, Ort und Datum des Todes sind unbekannt

Gedenken

Stolpersteine in Siegen für beide Eltern

Quellen

Ralf Piorr / Peter Witte (Hg.) Ohne Rückkehr. Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamość im April 1942; Klartext, Essen 2012

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de939102

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de939109

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

Liste der Zbaszyn-Deportierten, die Verwandte im Ausland haben, erstellt in Krakau August 1939

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2012-Nr-16.pdf

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

Zbaszyn Liste der in Deutschland geborenen, nach Herkunftsort der Familie, Typoskript Krakau 1939

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

U.S. Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI)

New Jersey Todes Index, 1920-1929, 1949-2017

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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