Helmut Max Schmahl
* 25.10.1920 in Gelsenkirchen; ✡ 1999
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Rudolf Schmahl *1.4.1884 in Wien; ✡ 11/1943 in Riga
Mutter Bertha Brodt2.7.1887 in Wien; ✡ Riga
Geschwister
Grete Schmahl *19.9.1911 Gelsenkirchen; ✡ 13.5.1942 in Kulmhof; oo Baer
Weibl. Totgeburt Schmahl *19.2.1913 in Gelsenkirchen
Jackel Schmahl * in Gelsenkirchen
Beruf –
Adressen Gelsenkirchen, Augustastraße 7
Heirat

Ghettoehe in Riga mit Elli Diament *5.1.1926 in Gelsenkirchen; ✡28.3.2002 in Studio City, Kalifornien

Elli Diament heiratet am 7.9.1945 in Danzig Berek Ben Kamm *1921 in Warschau
17.3.1948 Heirat in Nördlingen, unbekannte Braut
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
1926 Einschulung
1930-1935 Realschule
1932 Sportler beim RjF
1932 Schüler der Jüdischen Schule an der Ringstraße; Lehrer Sally Spier
1935 Lagerarbeiter
1936 Berlin (ORT-Schule?)
Novemberpogrom
10.11.1938 Helmut Schmahl, beide Eltern und Schwester Grete verhaftet in Düsseldorf, Polizeigefängnis

17.11.1938 „Schutzhaft“ von Helmut mit dem Vater Schmahl im KL Dachau
3.1.1939 Entlassung des Vaters aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

2.1.1939 Entlassung von Helmut aus dem KL Dachau
17.5.1939 Helmut Schmahl bei den Eltern und Schwester Grete in Gelsenkirchen, Augustastraße 7 bei Minderheiten-Volkszählung
20.9-19.11.1939 als Erntehelfer auf dem Plötzenhof, Altmahlisch, Kreis Lebus

19.11.-25.11.1925 in Falkenberg, Briesen; Kreis Lebus
Gut Winkel
25.11.1939 Helmut Schmahl zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.
Gelsenkirchen – Riga
Mitte Jan. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo
25.1.1942 Sammellager Ausstellungshalle Gelsenkirchen
Die Chronik der Stadt Gelsenkirchen verzeichnet für den 27. Januar 1942:
„In den städtischen Ausstellungshallen ist ein Judensammeltransport zusammengestellt worden. Es handelt sich um 506 Juden aus dem Präsidialbezirk Recklinghausen, die heute nach den Ostgebieten evakuiert werden. Unter ihnen befinden sich 350 Personen aus Gelsenkirchen. Vorerst verbleiben in unserer Stadt noch 132 meist alte und kränkliche Juden“.
27.1.1942 Transport Dortmund nach Riga-Skirotawa
1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga
21.6.1943 Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler, alle jüdischen Ghettos im Reichskommissariat Ostland, Estland, Lettland, Litauen und Teile Weißrusslands, aufzulösen und die Juden zu Arbeitseinsätzen heranzuziehen.
Juli -2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer
3.November 1943 Auflösung des Ghetto Riga
November 1943 als Autoschlosser in der SS Werkstatt auf der Lenta
Elli Diament (Ghetto-Ehefrau) berichtet darüber:
„Ich hatte Glück, ich hatte einen Freund, einen jungen Mann aus meiner Heimatstadt, der auf gutem Fuß mit einem Mann stand, der auch aus meiner Heimatstadt kam, der Automechaniker war, und die SS brauchte gute Automechaniker und nur eine Handvoll Leute durften auf diese Arbeitsstelle. Man sagte, es wäre die Elitearbeitsstelle, wo die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter noch einigermaßen normal waren. Sie versorgten sie mit Nahrungsmitteln, denn sie hatten ein paar Leute in der Küche, Frauen, die da kochten, so dass sie genug Kraft hatten, die Lastwagen zu reparieren und alles, was repariert werden und zur Front gehen sollte. Und durch diesen jungen Mann konnte er mir einen Job geben.“
Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga
Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof
6.8.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig
28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig
10.3.1945 befreit in Stutthof durch die Rote Armee
Düsseldorf – Ghetto Lodz
27.10.1941 Schwester Grete auf dem Transport von Düsseldorf ins Ghetto Lodz
4.5.1942 Antrag von Schwester Grete zur Ausnahme von der „Aussiedlung“ zunächst genehmigt
13.5.1942 Transport von Schwester Grete in das Vernichtungslager Kulmhof
Nachkriegszeit
10.3.1945 befreit in Stutthof durch die Rote Armee
1.6.1945 Helmut Schmahl in Weiberovo von einer Kommission aus dem Lager entlassen
Juni-Oktober 1945 in Berlin
10/1945-1948 im DP Camp Nördlingen
17.3.1948 Heirat in Nördlingen, unbekannte Braut
Gedenken
Grabmal auf dem Jüdischen Friedhof in Gelsenkirchen Ückendorf
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11207082
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de966514
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de966526
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de966539
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de851921
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de851921
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Lorenz Peiffer, Arthur Heinrich; Juden im Sport in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus, 2019
https://doi.org/10.5771/9783835343177
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316