Hesse Norbert

Norbert Hesse

*18.9.1927 in Brilon; ✡ 10.7.1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Isidor Hesse *16.12.1893 in Ungedanken; ✡ 16.1.1943 in Olsberg

Mutter Rika Kahlenberg *20.3.1893 in Brilon; ✡ 5.3.1943 in Auschwitz

Geschwister

Ilse Hesse *27.8.1922 in Brilon; ✡1943 Auschwitz; oo

Ludwig Goldschmidt (*8.4.1910 Madfeld; 1945Buchenwald)

Martin Hesse *3.8.1926 in Brilon; ✡ 4.2.1934 in Brilon

Hellmuth Hesse *14.3.1934 in Brilon; ✡5.3.1943 in Auschwitz

Irene Hesse Detmold?

Cousin Salo Kahlenberg *8.1.1903 in Brilon; ✡11.6.1943 in Auschwitz

Beruf

Adressen Brilon, Strackestraße 4; Hamburg Rissen; Eichow Paderborn

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung des Vaters, Verbringung zu Sammelstelle nach Dortmund, Steinwache

Ludwig Goldschmidt verhaftet in das Feuerwehrhaus eingesperrt; deportiert in das KL Sachsenhausen

12.11.1938 Einweisung des Vaters in das KL Sachsenhausen

16.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Sachsenhausen

23.12.1938 Entlassung von Ludwig Goldschmidt aus dem KL Sachsenhausen

17.5.1939 Norbert, beide Eltern und Bruder Hellmuth Hesse in Brilon, Strackestraße 4 bei der Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Schwester Ilse Goldschmidt in Anröchte, Hauptstraße 37 Minderheiten-Volkszählung

Bruder Hellmuth in der Gartenbauschule Ahlem

Norbert Hesse zur Hachschara in Hamburg Rissen, Eichow und Paderborn

Fabrikaktion

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Um­be­nen­nung in „Jü­di­sches Ar­beits­ein­satz­lager “

November 1942 in Kraft tretendes Gesetz: „Alle im Reich gelegenen Konzentrationslager sind judenfrei zu machen und sämtliche Juden sind nach Auschwitz und Lublin zu deportieren.“

16.1.1943 Tod des Vaters bei Zwangsarbeit im Straßenbau

Januar 1943 Ilse und Ludwig Goldschmidt aus Madfeld zurück nach Brilon, Königstraße

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

2.3.1943 Norbert Hesse mit Mutter Rika und Bruder Hellmuth, sowie Schwester Ils Goldschmidt und weiteren Bewohnern des Judenhauses Königstraße 28 auf dem Transport von Paderborn nach Auschwitz

2.3.1943 40 Stunden im geschlossenen Güterwaggon, Transport Bielefeld über Hannover – Erfurt – Dresden nach Auschwitz mit allen 98 Chawerim aus dem Arbeitslager

3.3.1943 Ankunft und Selektion der ‚Alten Rampe‘ am Güterbahnhof von Auschwitz;

Norbert Hesse, Cousin Salo Kahlenberg und Schwager Ludwig Goldschmidt eingewiesen in Auschwitz III zum Aufbau des IG-Farben Werkes Buna Monowitz, auf LKW in die Quarantäneblöcke des „Arbeitslager Buna“ gebracht; Tätowierung der „nichtarischen“ Häftlinge, Häftlingsnummern für Norbert Hesse 105102, für Ludwig Goldschmidt 105468, für Salo Kahlenberg 104957;

Todesmarsch

18.1.1945 Evakuierung aller drei Auschwitz-Lager; ca 60 000 Häftlinge; aus dem KL Monowitz ca. 10000 Häftlinge auf dem Todesmarsch über 42 km von Monowitz nach Nikolai

22.1.1945 Ankunft von Ludwig Goldschmidt in Buchenwald;

Nachkriegszeit

Irene Hesse schreibt an die Stadt Brilon

„Da ich die einzige Überlebende der Familie Isidor Hesse bin, so möchte ich sie bitten, mir über den Verbleib des Inventars meiner Verwandten Auskunft zu geben, da ich die Erbin bin. Hochachtungsvoll, Irene Hesse, Detmold-Lippe.“

Sie bekam von der Stadt Brilon die Auskunft, dass die Familie Hesse im März 1943 mit unbekanntem Ziel verzogen sei. Das Inventar der Wohnung der Familie Hesse sei nach deren „Wegzug“ vom Finanzamt versteigert worden.

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de862455

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de862356

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de876487

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de862415

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de862357

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de862479

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT430302_7.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My