Grass Bertram

Bertram Grass

*17.11.1915 in Strasburg, Westpreußen; vor 1945 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater David Grass *1873 Straburg; ✡ 22.9.1947 in New York

Mutter Margareta Bondi *1888; ✡ ?

Geschwister

Johanna Grass *1920; ✡?; oo 1947 Willy Michaels

Beruf Lehrer

Adressen Strasburg; Hof Jägerslust bei Flensburg; Breslau, Freiburger Straße 40; Hamburg, Schäferkampallee 25

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

Bertram Grass zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbuz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.

1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Novemberpogrom

10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.

Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert.

 Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.

In Sachsenhausen erhält Bertram Gras die Häftlingsnummer 10047, Unterbringung mit weiteren Chaluzim aus Jägerslust in Block 61

28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.

3.1.1939 Entlassung von 8 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon nur Bertram Grass aus dem Jägerhof.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 nicht erfasst

Beth Chaluz Breslau

30.7.1939 Bertram Grass Trauzeuge in Breslau; Dorothea Hirschfeld heiratet in Breslau vor ihrer Alija Friedrich Meyer aus Vöhl; beide sowie die beiden Trauzeugen Ludwig Meyer und Bertram Grass geben als Adresse Breslau, Freiburger Straße 40 an (heute ul. Świebodzka), ein vom Hechaluz von 1937-1939 betriebenes jüdisches „Beth Chaluz“ Lehrlingswohnheim und Hachscharalager

Beth Chaluz Hamburg

Bertram Grass in Hamburg, Schäferkampallee 25

Im Haus 25 wurde 1936 ein Jugendunterkumft „Mittleren Beth Chaluz“ eingerichtet, in dem 14 – 17 jährigen für die Zeit der Ausbildung in einer Haschara-Werkstatt. Im Haus 25 befand sich im Erdgeschoss ein Kinderhort, ab 1932 im Haus Nr. 27 die Jüdische Volksküche.

5.11.1940 Bertram Grass bei Nordischem Zensus erfasst in Vesterbrogade in Kopenhagen bei einem Kursus

5.11.1940 In einer Wohngemeinschaft/Kursus der Migranten-Alija in Kopenhagen von elf jungen Personen zwischen 16 und 32 Jahren leben fünf deutsche Chaluzim (Bertram Grass als Lehrer, Helene Mokotow, Fritz Löwenstein, Edith Löwenstein, Arthur Hauser) mit sechs Dänen

1942-1943 Bertram Grass im KL Fuhlsbüttel, KoLaFu

Verbringung von 21 Juden aus dem KoLaFu nach Berlin

19.2.1943 Deportation ab Berlin mit dem 28. Osttransport nach Auschwitz; es wurden neben 956 Berliner Juden und weiteren Deportierten aus dem Regierungsbezirk Potsdam, darunter 7 aus Wittenberge, auch 21 Juden aus Hamburg nach Auschwitz deportiert, sowie 8 deutsche Juden aus Finnland, die bereits im Oktober 1942 nach Reval in Estland und von dort nach Berlin gebracht wurden.

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de878683

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot29.html

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092157

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212280

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg

https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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