Finkelstein Nathan

Nathan Finkelstein

*13.10.1923 in Duisburg; ✡ 4.3.2006 in Tel Aviv

Staatsangehörigkeit

Vater Jakob Finkelstein *12.8.1893 in Babin, Bukowina; ✡3.9.1944 in Bergen-Belsen

Heirat der Eltern 13.8.1919 in Bochum

Mutter Erna Estera Zahler *3.6.1896 in Perechinsko;

Großeltern Wolf Finkelstein und Beila Scherf

Großeltern Berisch Zahler und Brancia Latz

Geschwister

Bernhard Dov Finkelstein *25.6.1920 in Duisburg; ✡8.3.2019 in Ein Ha’Naziv; oo Jenny Franken

Beruf

Adressen Duisburg, Ruhrorter Straße 37 (1920-1931); Charlottenstraße 37 (ab 1932 -1939)

Heirat Ester Balachovsky *29.10.1923 in Duisburg; ✡18.3.2004 in Tel Aviv

Kinder drei

Zeev Paz

Ofer Finkelstein

Weiterer Lebensweg

14.1.1935 Großvater Wolf Finkelstein nach Palästina

11.9.1936 Alija von Bruder Bernhard Finkelstein mit Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

Novemberpogrom in Duisburg

11.1.1938 Illegale Einreise von Nathan und Jakob Finkelstein in die Niederlande

19.12.1938 Vater Jakob im Männerlager für illegale Ausländer in Hoek van Holland, Langeweg

15.11.1939 Emigration von Mutter Erna Estera in die Niederlande

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande

Kamp Westerbork

6.3.1940 Vater Jakob eingewiesen ins Kamp Westerbork

7.5.1940 Erna Finkelstein geht in das Vluchtelingen- Kamp Westerbork

Die Eltern sind deshalb „oude kampbewoners“

8.10.1941 Nathan Finkelstein in das Kamp Westerbork

1.7.1942 Übernahme von Westerbork durch die SS, ab dann polizeiliches Judendurchgangslager

7.11.1942 Vater Jakob im Kamp Westerbork

Sternlager Bergen-Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

11.1.1944 Nathan mit beiden Eltern auf dem zweiten Transport von 1037 Austauschgeiseln aus Westerbork nach Bergen Belsen

3.9.1944 Tod des Vaters Jakob in Bergen Belsen

Die drei Austausch-Transporte Ziel Theresienstadt

6.-11.4.1945 Die Lager- SS schickt 6800 Austauschgeiseln aus dem Sternlager

Bergen-Belsen auf drei Transportzügen mit dem Ziel Theresienstadt.

6.4.1945 Abfahrt des ersten Transport von 2500 Geiseln, davon aber nur 12 Französinnen

13.4.1945 der Zug kommt in Farsleben in der Nähe von Magdeburg zum Stehen und wird von der US Army befreit.

9.4 – 21.4.1945 der zweite Zug mit 1712 Juden erreicht als einziger das Ziel Theresienstadt

Der Verlorene Zug

10.-23.4.1945 Irrfahrt des dritten, des „verlorenen Zuges“ mit 2400 Menschen endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz, es wütet ein Fleckfieber-Ausbruch, während der Fahrt sterben 198 Menschen

Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

In den nächsten acht Wochen nach der Befreiung starben in Tröbitz weitere 300 Deportierte am grassierenden Fleckfieber.

Die am 9.5.1945 in Tröbitz an Fleckfieber verstorbene Rafan Renee Finkelstein-Frydmann aus Warschau ist keine Verwandte; sie gehört zu der Gruppe der in Paris verhafteten Ehefrauen jüdischer Kriegsgefangener (Konvoi D von Drancy nach Bergen-Belsen)

Nachkriegszeit

Juni 1945 wieder in den Niederlanden

7/1945 sind viele der Tröbitz-Überlebenden im Rückkehrer-Sammellager Abtei St. Benediktusberg in Mamelis Vaals

Juli 1945 zurück in Amsterdam

30.8.1947 Alija von Nathan und der Mutter nach Palästina zum Bruder Bernhard

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130285749

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130285744

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de35528

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Finkelstein%201893%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Erna%20Zahler%22%7D

Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946

Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv

Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020

Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945

http://www.arlt-archiv.info/html/verlorener-transport.php

Hannah van den Ende, Vergeet niet, dat je arts bent, Joodse artsen in Nederland 1940-1945; 2015 https://cris.maastrichtuniversity.nl/ws/portalfiles/portal/1098903/guid-0218a2d1-a36b-4c88-8e3e-e77b4e1b06be-ASSET1.0.pdf

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My