Kalkstein Horst

Horst Norbert Kalkstein

*13.8.1910 in Berlin; ✡16.9.1941 in Mauthausen

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Mordko Chaskel Kalkstein *7.2.1881 in Werbiaz Wyzny, Kolomea; ✡30.11.1939 Amsterdam

Heirat der Eltern 9.9.1909 in Berlin

Mutter Elisabeth Neumann *5.8.1879 in Milken; Überlebende

Großeltern Nuchim Zang und Firma Kalkstein

Großeltern Samuel Neumann und Henriette Cohn

Geschwister unbekannt

Cousine Margot Neumann *3.1.1920 in Berlin; ✡in Israel

Beruf Modedesigner, Damenkonfektion

Adressen Berlin; Amsterdam

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Dezember 1933 Flucht von Horst Norbert Kalkstein aus Berlin nach Amsterdam

2.1.1939 Zuzug der Eltern mit der Großmutter Henriette Neumann aus Berlin nach Amsterdam in die Krammerstraat 20

23.3.1939 Horst Kalkstein zieht zu den Eltern in die Krammerstraat 20

30.11.1939 Tod des Vaters Mordko in Amsterdam

Die vier Mauthausen Razzien 1941 in den Niederlanden

Alle bei den vier Razzien verhafteten Juden wurden zur „Sonderbehandlung“ Mauthausen deportiert.

Die ersten drei waren ausdrücklich als „Vergeltungsaktion“ deklariert.

Die Einweisung in das als Stufe III kategorisierte Lager Mauthausen bedeutete dabei faktisch eine Verurteilung zur „Vernichtung durch Arbeit“ im dortigen Steinbruch.

Laut Erlass von Reinhard Heydrich: „Stufe III: Für schwer belastete, insbesondere auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale, d. h. kaum noch erziehbare Schutzhäftlinge, das Lager: Mauthausen.“

In Mauthausen werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch, oftmals tödliche medizinische Experimente und Giftinjektionen ermordet.

Die erste große Razzia in Amsterdam – Februari Groep

22. und 23. Februar 1941 erste Razzia der die Sicherheitspolizei in Amsterdam, bei der 600 Mann bewaffneter deutscher Ordnungspolizei (Grüne Polizei) und SS-Männern 425 jüdische Männer verhafteten.

Die zweite große Razzia in Amsterdam – „Juni – Groep“

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

11.6.1941 Horst Norbert Kalkstein verhaftet als „Vergeltungsmaßnahme“; 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ werden im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; vier von ihnen werden freigelassen, die keine „Volljuden sind (keine vier jüdischen Großeltern).

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; keiner überlebt das Jahr 1941

16.9.1941 Tod von Horst Norbert Kalkstein im KL Mauthausen

KL Vught – PHILIPS Deportation – Auschwitz – Ravensbrück -Schweden

9.3.1942 Tod der Großmutter Henriette Neumann in Amsterdam

5.7.1943 Mutter Elisabeth Kalkstein sowie die Schwägerinnen Gertrud Neumann und Rika Nathans aus dem Kamp Westerbork in das KL Vught, zur Zwangsarbeit im Außenlager der Fa. Philips in Eindhoven

Juni 1944 Schließung des KL Vught

3.6.1944 Elisabeth Kalkstein sowie die Schwägerinnen Gertrud Neumann und Rika Nathans mit 496 Philips-Gefangenen bei der „PHILIPS Deportation“ auf der Transportliste vom KL Vught nach Auschwitz „PHILIPS Deportation“

1.5.1945 Mutter Elisabeth Kalkstein sowie die Schwägerinnen Gertrud Neumann und Rika Nathans auf einem Rote-Kreuz-Rettungstransport mit vielen Frauen nach Dänemark oder Schweden gerettet.

1945 Rückkehr der Mutter Elisabeth Kalkstein und der Tante Ruth Neumann aus Schweden in die Niederlande

Gedenken

Pages of Testimony für Horst Kalkstein von Tante Frida Blanari sowie von Cousine Ursel Kalkstein-Levy

Quellen

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kalkstein%22%7D

https://www.amsterdam.nl/stadsarchief/themasites/razzia

https://www.oorlogsbronnen.nl

Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/50/Februari1941staking.gif

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315222

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280149

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280337

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500204?s=8012500204

Walter Poller, Arztschreiber in Buchenwald, Verlag Das Segel, 1960

Eugen Kogon,

Der SS-Staat, Der Untergang der holländischen Juden, S.213-215; Kindler 1974

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kalkstein%22%7D

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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