Pinkus Manfred

Manfred Pinkus

*18.4.1924 in Metgethen, Königsberg

Staatsangehörigkeit polnisch, deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Sally Pinkus *28.7.1896 in Mrotschen; ✡21.9.1949 Spencerville Ontario

Mutter Lydia Seelig *12.4.1901 in Breslau;

Onkel Moritz Pinkus *in Mrotschen, Mrocza, Polen; ✡ nach 31.7.1943 in Auschwitz

Im Gedenkbuch des Bundesarchiv sind aus der Familie Pinkus gebürtig in Mrotschen wohnhaft in Königsberg als Deportierte erfasst: Erwin, Julius, Marie, Paul und Ruth Pinkus

Geschwister

Rita Pinkus *22.10.1921 in Königsberg

Edith Pinkus *24.2.1923 in Königsberg

Meinhard Pinkus *14.12.1931 in Königsberg

Beruf Praktikantin

Adressen Königsberg, Schlageterstraße 11; Havelberg

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.9.1938 Vater Sally verhaftet und in der zum Gefängnis umgebauten Feuerwehrschule Metgethen eingesperrt bis Mai 1939

Schwester Rita Pinkus zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

Auf der Belegschaftsliste von Havelberg finden sich neben den angestellten Leitern Horn und Madrich Werner Weitzfelder14 Chaluzim und 5 Chaluzoth. Rita Pinkus ist demnach erst später eingetreten.

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

Verhaftet wurden der Leiter Richard Horn und Madrich Werner Weitzfelder sowie die Chalutzim Heinz Budwig, Herbert Gotthilf, Gross Walter, Lutz Rosenberg, Norbert Klein, Arno Lewy, Leo Lippmann, Janus Nadler, Heinrich Stern, Günter Timendorfer, Heinrich TimendorferLudwig Weiss.

Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.

12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis.

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

1939 Edith Pinkus zur Hachschara auf Gut Schniebinchen

Gut Winkel

1939 Manfred Pinkus zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.

Minderheitenzählung

17.5.1939 Rita Pinkus erfasst im Lehrgut Havelberg

17.5.1939 Edith Pinkus registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen

17.5.1939 Edith Pinkus auch erfasst in Königsberg, Schlageterstraße 11

17.5.1939 Manfred Pinkus erfasst in Gut Winkel, Spreenhagen

Familie Pinkus lebte zuletzt in Metgethen bei Königsberg

Emigration

August 1939 Familie Pinkus im „Maternal Hotel“ in London

19.8.1939 Familie Pinkus auf der SS AUSONIA von Southampton nach Montreal

21.9.1949 Tod des Vaters Sally Pinkus in Spencerville Ontario

Gedenken

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/82697341

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de944320

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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