Sonnenberg Hertha

Herta Sonnenberg

*11.9.1919 in Königsberg; ✡26.6.1942 Maly Trostinec

Staatsangehörigkeit

deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Julius Sonnenberg *12.2.1885 in Nordhofen; ✡26.6.1942 nach Minsk

Heirat der Eltern 1919

Mutter Klara Neumark *8.5.1883 in Budwethen; ✡26.6.1942 nach Minsk

Bruder

Joachim Sonnenberg*28.4.1923 in Königsberg; ✡7.7.2008 Moshav Arbel

Beruf Krankenpflegerin, Büroangestellte

Adressen Königsberg, Neue Dammgasse 6a; Berlin

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Ca 1937 Hertha Sonnenberg zur Ausbildung in der Krankenpflege nach Berlin

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Bruder Joachim Sonnenberg zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen

Privat-Klinik Wilmersdorf

Die jüdische Privat-Klinik Wilmersdorf gehörte dem Kommerzienrat Hans Löwenstein und Arzt für Innere Medizin Alfred Hirschfeld. Bei der Minderheitenvolkszählung wurden neun jüdische Klinikangestellte als hier gemeldet erfasst: Herta Sonnenberg, Nanny Louise Friedmann, Eva Cahn, Hedwig Cohn, Margarete Haase, Emilie Josephine Jacobi und Edith Senger sowie Hans-Peter Goldemann und Alfred Zeidler, im Melderegister eintragen.

1942 Übernahme der Klinik durch den „arischen Steuerberater Curt Pelny zum lächerlichen Preis von 1000 RM

Minderheitenzählung

17.5.1939 Herta Sonnenberg in Berlin, Wilmersdorf, Privatklinik Trautenaustraße 5

17.5.1939 Joachim Sonnenberg in Schniebinchen

17.5.1939 beide Eltern in Königsberg, Neue Dammgasse 6a

1.7.1939 Passausstellung für Joachim Sonnenberg in Sorau

Vor der Abreise aus Berlin trifft sich ein letztes Mal mit seiner dort in einer Privatklinik arbeitenden Schwester Hertha. Joachim Sonnenberg berichtete später seinem Sohn über dieses letzte Treffen mit Herta: „Als ich 16 Jahre alt war, kam ich aus Königsberg auf dem Bahnhof in Berlin an, um mit meiner Jugendorganisation nach Triest zu reisen. Herta kam zum Bahnhof, um mich zu verabschieden und versuchte mich auf Wunsch unseres Vaters zu überzeugen, nicht nach Israel zu gehen.“

Bruder Joachim lehnte dies ab. Dann brach der Kontakt der Geschwister ab.

14.8.1939 Ankunft von Joachim Sonnenberg in Tel Aviv mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

16.6.1941 Eintritt in die Palestinian Company „The Buffs“ der Royal Army

Straftransport

Herta war nach der Klinikschließung für wenige Monate Angestellte in der Statistikabteilung der RVJD in Berlin.

April und Mai 1942 hatte die Gestapo Listen zur Reduzierung der Verwaltung der Reichvereinigung RVJD um 300 Mitarbeiter gefordert.

25.6.1942 Anordnung der Reorganisation der RVJD zur Reduktion der Verwaltungstrukturen

30.6.1942 Einstellung des jüdischen Schulbetriebs . Die Deportation der Abteilungsleiter von Wanderungs- und Schulabteilung dürfte hier durchbegründet sein. stehen. Die Transportliste nennt 50 Personen, die als Angestellte (28), Kaufmann (6), Sachbearbeiter (5, einschl. Cora Berliner und Paula Fürst), Registrator (3), Konsulent (2) sowie als Buchhalterin, Stenotypistin, Sekretärin, Bürohilfe, Bote (jeweils 1) und „Vorst.Mitgl. d. J.K.“ (Arthur Lilienthal) für die RVJD arbeiteten; ihre Namen finden sich oft auf den Gehaltslisten der RVJD.

Juni 1942 Herta Sonnenberg in der Klinik verhaftet und im Sammellager Synagoge an der Levetzowstaße in Moabit eingesperrt.

23.6.1942 Herta auf dem 16. Osttransport Berlin -nach- Minsk; auf diesem Straftransport befanden sich 46 Mitarbeiter der RVJD Zentrale mit ihren Angehörigen.

Vermutlich wurde der 16. Osttransport aus Berlin am 24.6.42 im Königsberg an den Transport aus Ostpreußen angeschlossen, der am 26.6.42 mit insgesamt 770 Juden den Güterbahnhof Minsk erreichte.

Auf dem Königsberger Transport befanden sich auch die Eltern Erich und Klara Sonnenberg.

Herta Sonnenberg soll bei einer Massenerschießung in Maly Trostinec ermordet worden sein

Gedenken

10.12.2012 Stolpersteine für Herta Sonnenberg und die acht weiteren Bewohner der Klinik in Berlin Wilmersdorf, Trautenaustraße 5

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/stolpersteine/artikel.179761.php

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT16_10.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT42_K%C3%B6nigsbergAllenstein26.jpg

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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