
Ruth Berta Kirschner
*11.1.1918 in Berlin; ✡ 2009 in ShaveiTzion
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Adolf Abraham Kirschner * 31.7. 1870 Beuthen; ✡14.2.1944 Theresienstadt
Mutter Rosa Schönberger *17.7.1877 in Czarnikau; ✡7.3.1944 in Theresienstadt
Großeltern Aron Kirschner und Bertha Böhm
Großeltern Zemach Schönberger und Bertha Friedland
Geschwister –
Großnichte
Eva Kirschner *8.12.1917 in Bayreuth; ✡ 19.8.1993 in St. Louis; oo Mendelsohn
Beruf Angestellte; Praktikantin
Adressen Berlin, Niebuhrstraße 64; Freienstein; ShaveiTzion

Heirat 10.9.1942 Heirat in Jerusalem mit Ernst Pless *15.7.1913 in Mülheim, Ruhr; 29.9.1972 in ShaveiTzion
Kinder
Aryeh Pless *1945 in ShaveiTzion
Yehezkel-Yoram Pless *1949 in ShaveiTzion
Kantorenfamilie Kirschner
Vater Adolf war Kantor in Berlin
Onkel Emanuel Kirschner war für 45 Jahre Hauptkantor an der Hauptsynagoge in München; Er galt lange als der bedeutendste jüdische Kantor in Deutschland
8. Juni 1938 nach Anordnung der nationalsozialistischen Regierung zum Abriss derSynagoge am folgenden Tag, sang Emanuel Kirschner in einem am Abend rasch improvisierten Abschiedsgottesdienst als Schlussgesang den 102. Psalm. Durch den Abriss verlor Kirschner auch seine Kantorenwohnung im jüdischen Gemeindehaus und musste in das Altenheim der IKG München in der Kaulbachstraße 65 umziehen
Weiterer Lebensweg
Mitglied im Makkabi Hazair
April 1934 -April 1936 Volontärin bei der Jüdischen Gemeinde Berlin;
April 1936 -September Angestellte der Jüdischen Gemeinde Berlin
Hachschara auf Gut/Kibbuz Freienstein
Oktober 1938 Ruth Kirschner zur Hachschara in das Gut Freienstein
Besitzer des Gutes war der Berliner Bankier Dr. Günther Jaffe, der nach dem Konkurs der Privatbank Jaffe mit seiner Familie von Berlin nach Freienstein zog.
10.7.1937 Eröffnung des Hachscharabetriebs in Freienstein in Trägerschaft des zionistischen Pfadfinderbundes Makkabi Hazair
10.7.1938 Feier des einjährigen Bestehens
10.11.1938 der Hof wird im Novemberpogrom überfallen, ein kleinerer Brand kann rasch gelöscht werden; Jaffe als Lagerleiter und 16 Männer über 17 Jahren werden verhaftet
Jaffe als Lagerleiter und 16 Männer über 17 Jahren sowie 10 Frauen werden verhaftet: Die Männer werden in das KL Sachsenhausen verbracht.
Lagemeldung der Schutzpolizei Stettin vom 11.11.1938:
„Beim jüdischen Besitzer Dr. Jaffé wurde Feuer angelegt. Geringer Sachschaden, Brand wurde verhindert. 27 Juden wurden in Schutzhaft genommen, davon wurden 10 weibliche Personen wieder entlassen.“
Jaffe wird am 12.12.1938 entlassen, der Hof wird arisiert. Jaffe flieht am 15.3.1939 mit seiner Familie nach Caracas, Venezuela, zu seinem Bruder dem renommierten Pathologen Prof. Rudolph Jaffe.
Nach Auflösung des Hofes gehen die meisten Chaluzim zur Hachschara nach Dänemark und Schweden.
7.2.1939 Ausstellung eines deutschen Passes für Ruth Kirschner
März 1939 Ruth Kirschner zur Hachschara nach Flemlöse auf Fünen, Dänemark
Alija über die Festlandroute
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen.
3.9.1939 Eintritt von Frankreich und Großbritannien in den Krieg gegen Deutschland. In der Folge war der Seeweg zur Alija nach Palästina versperrt
Dez 1939/Jan 1940 Alija über Schweden, Riga, Moskau, Odessa, Konstantinopel Syrien, Libanon nach Haifa
9.1.1940 Ankunft in Haifa mit einem Studenten-Zertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
1940-1942 landwirtschaftlichen Mädchenfarm Ajaneth, bei Tel Aviv;

10.9.1942 Heirat in Jerusalem mit Ernst Meir Pless
1942 Ruth Kirschner geht als Siedlungsanwärterin in die landwirtschaftliche Cooporative Shave Zion; Ruth arbeitet im Gemüsegarten, Weinberg, Lebensmittelladen und Hotel Beit Hava
Berlin – Theresienstadt

24.9.1942 beide Eltern auf dem Alterstransport I/69 von Berlin nach Theresienstadt
14.2.1944 Tod des Vaters in Theresienstadt
7.3. 1944 Tod der Mutter in Theresienstadt
Gedenken
25.7.1999 Pages of Testimony für die Eltern von Ruth Pless
Quellen
Ruth Kirschner
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092016
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4093984
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/49964
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1089757
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1089990
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://www.myheritage.de/research
http://freienstein-pommern.de/
https://collections.yadvashem.org/en/photos/collection/13069463
Peter Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History