Pfifferling Werner

Heinz-Rolf Pfifferling

*7.9.1921 in Berlin; ✡ 14.10.1941 Mauthausen

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Friedrich Pfifferling *9.2.1889; ✡ 16.2.1945 Bergen Belsen

Mutter Lina Lederer *18.11.1895 in Reutlingen; ✡ 23.3.1964 in Amsterdam

Großvater Marcus Pfifferling *15.12.1855 Datterode; ✡ 4.6.1937 in Ermsleben

Großmutter Fanny Pessel *11.4.1856 Ballenstedt; ✡ Sept/ 1934 in Ermsleben

Geschwister

Werner Pfifferling *15.1.1927 in Berlin; ✡ 19.1.1945 in Auschwitz

Onkel/Tanten

Johanne Nussbaum geb. Pfifferling *9.4.1886 Ermsleben; ✡ in Belzec

Arthur Pfifferling *5.12.1887 in Ermsleben; ✡29.10.1941 in Buchenwald

Weitere: Georg (1884), Leopold, (1894) und Margarete Pfifferling aus Ermsleben

Cousins

Edgar Josef Pfifferling *17.5.1922 in Eisenach; ✡29.9.1944 in Auschwitz

Heinz Pfifferling *2.6.1926 in Eisenach; ✡17.3.1945 in Mauthausen

Beruf

Adressen Berlin; Amsterdam;

Heirat  –

Kinder

Weiterer Lebensweg

Die Internatschule der Quäker in Schloss Eerde

Januar 1938 Anmeldung von Bruder Werner in Ommen auf der Internatschule der Quäker in Eerde; bis 1940 bleibt er in Ommen.

12.1.1939 wurden von der Quäkerschule Eerde 25 neue Schülerinnen und Schüler bei der Gemeinde Ommen/Overijssel angemeldet, darunter auch elf jüdische Kinder, die am 5.1.1939 mit Kindertransport aus Frankfurt kamen.

1939 Einrichtung einer „Landbouwschool“ in Eerde nach Anpachtung von weiteren hundert Hektar Land nach dem Muster der Hachschara Lehrgutes in Groß-Breesen

10.4.1939 Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande; zu diesem Zeitpunkt gab es 18 jüdische Schüler/innen und drei Lehrkräfte in der Schule.

Januar 1938 bis 1940 Bruder Werner in Ommen

Emigration

16.2.1938 Heinz-Rolf Pfifferling in die Niederlande

Zweite große Razzia in Amsterdam

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

Von Dezember 1940 bis August 1941 war SS-Untersturmführer Hans Stöver Kommandant des Camp Schoorl

Der Werkdorper Bernard Natt,, ein Cousin von Lotte Brück, beschreibt die Razzia des 11. Juni 1941:

„Am Mittwochabend, dem 11. Juni 1941, besuchte ich mit Lotti in der Stadsschouwburg eine Aufführung von Griegs Oper „Per Gynt“. Es war eine schöne, angenehme Aufführung. Es war auch das letzte Mal, dass ich mit Lotti ausgegangen bin. Auf dem Heimweg trafen wir einige Freunde vom Werkdorp. Sie waren sehr aufgebracht und teilten uns mit, dass unsere Mitbewohner des Werkdorps noch am selben Abend von der Gestapo festgenommen worden seien.

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

Das Rätsel um Bruder Werner

Werner Pfifferling war nicht im Kamp Westerbork; vermutlich war er untergetaucht. Einige „onderduiker“ arbeiteten auch mit gefälschten Ausweisen als niederländische Fremdarbeiter in Deutschland. Werner Pfifferling steht 1943 und 1944 auf den Transportlisten der Berliner Gestapo; vermutlich lebte er 1943/1944 versteckt in Berlin, wurde gefasst und auf den 55. Osttransport gesetzt

12.6.1943 Werner auf der Transportliste für den 42. Osttransport

12.7.1944 Werner auf dem 55. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

19.1.1945 Tod von Werner Pfifferling in Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Pfifferling%22%7D

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1132115

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1132336

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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