Schönbeck Hans

Hans Schönbeck

*17.10.1892 Nordhausen; ✡ 1961 in Amsterdam

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Friedrich Wilhelm Samson Schönbeck *27.5.1855 in Nieheim; ✡17.9.1912 Nordhausen

Heirat der Eltern

Mutter Sofie Hartmann *17.7.1865 in Nieheim; ✡8.8.1935 Nordhausen

Großeltern Abraham Schönbeck (1809-1877) und Jettchen Aronstein (1813-1888)

Geschwister

Beruf Kaufmann

Adressen Nordhausen; Beuthen; Amsterdam, Michelangelostraat 107

Heirat 30.11.1918 in Beuthen Gertrud Philipp *22.8.1996 in Beuthen; ✡7.12.1973 Amsterdam

Kinder drei

Ellen Schönbeck *25.1.1920 in Beuthen; ?; oo Brody

Inge Schönbeck *3.2.1923; oo 4.2.1943 Martin Polak (*12.6.1916)

Klaus Friedrich Wilhelm Schönbeck *3.1.1926 in Beuthen; ✡ 3.12.1989 in Kirijat Shaul; oo Chana Moses (*19.3.1925 in Polen; ✡11.12.2006)

Weiterer Lebensweg

Die Familie stammt aus Nieheim bei Höxter

Modehaus Schönbeck Ecke Kranichstraße/Baltzerstraße

Vater Wilhelm Schönbeck war Inhaber des Kaufhaus Schönbeck in Nordhausen

1936 Flucht nach Hillegersberg , Niederlande

29.6.1936 Umzug der Familie Schönbeck nach Amsterdam, Michelangelostraat 107; hier wohnte ab 28.1.1941 auch Tante Paula Philipp geb. Schönbeck *1.12.1875 in Nieheim; ✡23.6.1941 in Amsterdam

Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

3.5.1940 Sohn Klaus Schönbeck von Amsterdam zur Hachschara nach Gouda

19.12.1942 Klaus Schönbeck abgemeldet von Gouda nach Amsterdam

April 1943 erhalten die Chaluzim Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden.

Auch Klaus Schönbeck kann mit Hilfe von Shoshana Litten untertauchen.

Er überlebt die Besatzungszeit im Versteck. 1945 steht er auf der „Eindhovenliste“

Kamp Westerbork

Das im Oktober 1939 von den niederländischen Behörden eröffnete Vluchtelingenkamp Westerbork in Drenthe wurde am 1. Juli 1942 von der SS als „Polizeiliches Judendurchgangslager“ übernommen. Es diente fortan der Erfassung, der Internierung und als Abgangsort der Massentransporte aus den Niederlanden nach Auschwitz und Sobibor sowie 1944 ins Sternlager Bergen-Belsen und nach Theresienstadt. Zunächst erfolgten die Deportationen von der Station Hooghalen aus, bevor im November 1942 das Kamp an das Gleisnetz angeschlossen wurde.

25.5.1943 als Strafgefangene von KL Vught in die Strafbaracke 65 im Kamp Westerbork

Sternlager Bergen-Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

1.8.1943 abgemeldet aus Amsterdam nach Westerbork

1.2.1944 Hans und Gertrud Schönbeck und die Töchter Ellen und Inge mit Ehemann Martin Polak auf dem dritten Transport von 908 „Austauschjuden“ aus Westerbork nach Bergen Belsen

Die drei Austausch-Transporte Ziel Theresienstadt

6.-11.4.1945 Die Lager- SS schickt 6800 Austauschgeiseln aus dem Sternlager

Bergen-Belsen auf drei Transportzügen mit dem Ziel Theresienstadt.

6.4.1945 Abfahrt des ersten Transport von 2500 Geiseln, davon aber nur 12 Französinnen

13.4.1945 der Zug kommt in Farsleben in der Nähe von Magdeburg zum Stehen und wird von der US Army befreit.

9.4 – 21.4.1945 der zweite Zug mit 1712 Juden erreicht als einziger das Ziel Theresienstadt

Der Verlorene Zug

9.4.1945 2400 Gefangene des Austauschlager Bergen-Belsen, darunter 300 kranke Ungarn werden an der Bahnstation Bergen in den bereitstehenden Zug eingewiesen. Eineinhalb Tage lang warten sie in den überfüllten Waggons.

10.-23.4.1945 Hans und Gertrud Schönbeck und die Töchter Ellen und Inge mit Ehemann Martin Polak auf dem dritten, dem „verlorenen Zug“ mit 2400 Menschen; die Irrfahrt endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz, es wütet ein Fleckfieber-Ausbruch, während der Fahrt sterben 198 Menschen

Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

In den nächsten acht Wochen nach der Befreiung starben in Tröbitz weitere 300 Deportierte am grassierenden Fleckfieber.

Alle fünf Mitglieder der Familie Schönbeck überleben und kehren in die Niederlande zurück.

Nachkriegszeit

Familie Schönbeck steht auf der Eindhoven-lijst der Überlebenden

Gedenken

Quellen

https://www.geseke.de/fileadmin/user_upload/Dateien_Freizeit_Tourismus/Kultur/Zur_Geschichte_der_Familie_Schoenbeck_19_05_2025.pdf

https://www.archiefhond.nl/nt/Gda/joodsepersonenGouda.pdf

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058528

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130371337

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Schoenbeck%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Paula%20Sch%C3%B6nbeck%22%7D

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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