Lion Heinz

Heinz Lion

*20.10.1919 in Augsburg; ✡ 25.11.1941 in Kauen

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Isidor Lion *26.3.1886 in Finstingen, Saarburg; ✡ vor 1945

Mutter Selma Vollweiler*18.1.1891 in Berwangen; ✡ vor 1945

Geschwister

Fandrig Lion *26.7.1913 in Kaufbeuren

Beruf Gärtner

Adressen Augsburg, Hunoldsgraben 30; Spreenhagen; Urfeld;

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara in Gut Winkel

Ca. 1936 Heinz Lion zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen

Hachschara in Urfeld

Heinz Lion zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren.  Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

Novemberpogrom

10.11.1938 Heinz Lion verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom

10.11.1938 „Schutzhaft“ im KL Dachau; Häftlingsnummer 21262

3..1.1939 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

Minderheitenzählung

17.5.1939 Heinz Lion in Augsburg, Hunoldsgraben 30 bei den Eltern Isidor und Selma und Schwester Fandrig

Massenerschießung im Fort IX in Kauen

15.11.1941 Liste der Staatspolizeileitstelle München über die Deportation von 1000 Jüdinnen und Juden aus dem Stapobereich München nach Riga

20.11.1941 Deportation von Herbert Lachmann von München nach Kauen; Einsperrung im Fort IX

25.11.1941 Massenerschießung der 999 Juden aus München zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und Frankfurt, insgesamt 2934 Menschen, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.

München- Piaski

3.4.1942 beide Eltern auf dem Transport von München ins Ghetto Piaski

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de916564

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de916609

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de916691

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11194959

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10696881

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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