Goldwerger Rosi

Rosi Rachel Goldwerger

*13.9.1922 in Bochum; ✡ ?.

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Leib Arie Goldwerger * 23.1.1885 in Kalush; ✡ in Kalusz 1943

Mutter Tova Gittel Gisela Warscher *15.1.1892 in Michalovce, Slowakei, Nagymihaly, Ungarn;✡ in Kalusz 1943

Großeltern Nakhum und Esther Goldwerger

Großeltern David und Yehudit Warscher

Onkel Leo Goldwerger *18.11.1895 in Kalusz; Essen;

Geschwister

Erna Arana Goldwerger*1.1.1913 in Bochum; oo Böhm

Mordechai Markus Goldwerger *13.3.1915; oo Miriam Bernstein (1914-1991); Sohn Juval Goldwerger (1942-2011)

Judith Ida Goldwerger *30.10.1917 in Bochum; oo Jens-Peter Jonas (*26.1.1914 Altona); Sohn Yoram *10.2.1940 in Affula

Mariechen Goldwerger*18.5.1920 in Bochum; oo Warschawsky

Beruf  –

Adressen Bochum, Marienstraße 39, Mauritiusstraße 16; Urfeld;

Heirat Lothar Reitzes *21.12.1921 in Berlin; 8.5.1979

Scheidung 2.4.1946

2. Ehe 1947 mit Abraham Moshe Sand *1921

Kinder

Weiterer Lebensweg

17.9.1933 Ausstellung eines Passes in der poln. Botschaft Düsseldorf

9.7.1934 Einreise in Haifa von Schwester Ida mit Ehemann Jens-Peter Jonas

Emigration der Schwester Erna nach Gorssel, Overijssel, NL zur Hachschara bei der Deventer Vereniging tot Vakopleiding

Hachschara in Urfeld

20.10.1937 Rosi Goldwerger zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

24.2.1938 Rosi Goldwerger abgemeldet aus Urfeld nach Bochum

Polenaktion

28.10.1938 Eltern ausgewiesen in der ersten Polenaktion, deportiert nach Zbaszyn

3. 12.1938 Frau Rosel Naftalie Bochum, Querenburgerstraße 24 schreibt an Georg Feigmann

„Du wolltest wissen, welche Bochumer Familien von der Ausweisung nach Polen betroffen wurden: Es waren Brand, Baron, Flaumenhaft, Segall, Unger, Sporn, Ziegellaub, Schreiber, Zucker, Lauber, Wiener, Goldwerger, Insler, Lustmann, Schmerler, Jäckel, Rosenheck, [unleserlich], Herschberg, Plesser, Weißmann, Literat, Goldberger und noch einige alleinstehende Personen, die ich nicht beim Namen kenne. Ich will nun Schluß machen und würde mich freuen, bald wieder etwas von Dir zu hören. Lebe wohl und sei herzlichst gegrüßt in Freundschaft von Deiner Frau Rosel Naftalie“

1.9.1939 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen

Oktober 1939 Lager Zbaszyn wird aufgelöst

Die Eltern Leib und Gitel Goldwerger gehen nach Kalusz

1943 Tod der Eltern in Kalusz

Weitere Daten der Familie Goldwerger

28.9.1940 Einbürgerung in Palästina von Schwester Judith Ida Goldwerger mit Mann Jens-Peter Jonas und Sohn Yoram

30.7.1942 Eintritt von Lothar Reitzes in die Palestinian Company der Royal Army

14.1.1943 Einbürgerung von Rosi und Lothar Reitzes in Palästina

Nachkriegszeit

2.6.1946 Suchanfrage von Ehemann Sergeant L. Reitzes, US Army für seine Schwiegereltern Leo und Gisela Goldwerger

2.4.1946 Scheidung von Lothar Reitzes

26.11.1947  zweite Ehe mit Abraham Sand

3.6.1951 Einbürgerung von Onkel Leo Goldwerger in Frankreich

Gedenken

Quellen

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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