Neubart Fritz

Fritz Friedrich Efraim Neubart

*29.10.1917 in Köln; ✡ 4.2.1998 im Kibbuz Messiloth.

Staatsangehörigkeit polnisch,

Religion jüdisch

Vater Josef David Neubarth *22.2.1883 in Humniska, Tarnow; ✡ 2.4.1943 in Auschwitz

Heirat der Eltern in Humniska, Galizien

Mutter Helene Puretz *6.1.1887 in Humniska ; ✡ 2.4.1943 in Auschwitz

Geschwister

Hanna Anita Neubarth *30.3.1910; ✡18.10.2006; oo Salomon Silbermann

Markus Max Neubarth *8.8.1911 in Frystak, Galizien; ✡20.5.1944

Leon Neubarth *20.5.1914 in Köln; ✡12.1.1977 in LA

Fanny Neubarth *2.5.1916 in Köln; ✡1.1.1979 Huntingdon Valley; oo Hans Bruno Gries (1912-1952)

Isidor Neubarth 8/1919 in Köln; ✡6.12.1919 in Köln

Beruf  

Adressen Köln; Urfeld;

Heirat 23.8.1938 in Nes Ziona Doba Wertheim *1911; ✡12.11.2002 im Kibbuz Messiloth.

Kinder eins

Weiterer Lebensweg

3.3.1932 Einreise von Doba Wertheym in Palästina mit Touristenvisum

1.7.1933 Ausstellung eines Passes in der polnischen Botschaft in Essen

Hachschara in Urfeld

23.12.1937 Fritz Neubart aus Köln zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 warder Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

13.7.1936 Fritz Neubart abgemeldet aus Urfeld nach Haifa, Palästina

Alija

13.7.1936 Ankunft von Fritz Neubart auf der SS PALESTINA in Haifa

23.8.1938 Heirat in Nes Ziona mit Doba Wertheim

3.9.1940 Einbürgerung in Palästina von Friedrich und Doba Neubart

Belgien-Mechelen-Auschwitz

Flucht der Eltern und Bruder Max nach Belgien

Der Überfall auf den XX.Transport von Mechelen nach Auschwitz

1943 Verhaftung und Verbringung der Eltern in das Sammellager Kazerne Dossin in Mechelen

19.4.1943 Vater Josef auf dem XX.Transport von 1631 Gefangenen Juden, Sinti und Roma von Mechelen nach Auschwitz, der erste Transport der mit Güterwaggons erfolgte.

Der Zug wird in Boortmeerbeek- etwa 30 km von Mechelen entfernt – von drei belgischen Widerstandskämpfern unter Führung von Joura Livschitz mit einer roten Laterne und einer Pistole gestoppt; sie können 17 Juden aus einem Waggon befreien; Regine Krochmal kann mit einem Brotmesser Latten den Lüftungsöffnung durch sägen, noch vor Erreichen der deutschen Grenze gelingt weiteren 216 die Flucht; von den 231 Flüchtigen kommen 26 um, 87 werden erneut verhaftet.

22.4.1943 Ankunft der 507 Männer, 121 Jungen, 631 Frauen und 141 Mädchen in Auschwitz, nach der Selektion werden 276 Männer und 245 Frauen als Häftlinge ins Lager geschickt und bekommen eine Häftlingsnummer in den linken Unterarm tätowiert , die übrigen werden in der Gaskammer ermordet. Nur 152 erleben die Befreiung.

30.3.1943 Mutter Helene auf dem Transport Mechelen Auschwitz

Drancy Auschwitz Groß-Rosen Buchenwald Zwieberge

1944 Bruder Max /Marcel in Frankreich verhaftet

20.5.1944 von Drancy nach Auschwitz; weiter ins KL Groß Rosen

10.2.1945 von Groß Rosen nach Buchenwald

17.2.1945 ins Außenlager Zwieberge, Code BII

Tod von Bruder Max in Zwieberge oder auf dem Todesmarsch

Nachkriegszeit

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1205370

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de641050

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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