
Tadeusz TuviaRechtmann
*20.8.1913 in Leipzig;✡ 2011 in Herzlia
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Julius Judka Rechtmann *18.7.1883 Kielce; ✡22.10.1942 in Lodz
Mutter Brucha Bella Szajnthal *20.2.1890 in Bedzin; ✡ 24.8.1944 in Auschwitz
Geschwister
Margot Rechtmann *1.1.1922 in Jena; 1945 nach Palästina
Beruf Landarbeiter
Adressen Leipzig; Apolda, Louis-Braille-Straße 14 ; Urfeld;

Heirat Ruth Loew *5.7.1917 in Berlin; ✡2009 Israel
Die Ehe wurde geschieden.
Kinder zwei
Jona Rechtmann *1941 im Kibbuz Hazorea; 1990 Israel
Weiterer Lebensweg
Hachschara in Urfeld
12.6.1934 Tadeusz Rechtmann aus Apolda zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
3.12.1934 Tadeusz Rechtmann abgemeldet aus Urfeld nach Apolda
Emigration nach Italien
26.3.1935 Passausstellung in der polnischen Botschaft in Mailand
Alija
21.2.1938 Ankunft von Tadeusz und Ruth Rechtmann in Haifa mit Arbeiterzertifikaten des Hechaluz der Kategorie C/LS
10.4.1940 Einbürgerung von Tadeusz und Ruth Loew
Polenaktion
28.10.1942 beide Eltern und Schwester Margot ausgewiesen aus Leipzig nach Zbaszyn
Sommer 1939 Auflösung des Lagers Zbaszyn; die Eltern gehen nach Lodz
Nachkriegszeit
Gedenken
18.8.2009 Stolpersteine für die Eltern in Apolda, Louis-Braille-Straße 14
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1002044
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1002074
https://www.haaretz.co.il/misc/1.1075767
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History