Rennert Max

Max Rennert am Grabstein Simon Klemperer in Prag

Max Rennert

*30.4.1900 in Rostoki/Wischnitz; ✡ 23.9.1942 in Auschwitz.

Staatsangehörigkeit (polnisch) staatenlos

Religion jüdisch

Vater David Rennert

Mutter Johanna Rennert geb. Ledermann *7.4.1879 Hoffenheim; ✡  

Geschwister

Beruf  Gärtner

Adressen Rostock; Hattenhof; Mannheim G3,5; Urfeld;

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara in Urfeld

26.10.1934 Max Rennert aus Mannheim zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 warder Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

3.12.1934 Max Rennert gemeinsam mit Hermann Friedmann abgemeldet aus Urfeld nach „Hattendorf“; hier ist vermutlich der Gehringshof bei Hattenhof gemeint

1.9.1938 Nichte Ruth Rennert nach Palästina

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung von Max Rennert in Mannheim G3, 5

11.11.1938 Überstellung in das KL Dachau, Häftlingsnummer 20787

16.12.1938 Entlassung von Max Rennert aus dem KL Dachau

Minderheitenzählung

17.5.1939 Max Rennert erfasst mit der Mutter Johanna

Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden

22.10.1940 Max Rennert mit seiner Mutter auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.

März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.

12.8.1942 Max Rennert auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz

28.8.1942 Mutter Johanna Rennert auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz

Gedenken

25.4.1999 Page of Testimony für Max Rennert von Nichte Ruth Rennert (*7.6.1926 in Mannheim), Tel Aviv

Quellen

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de949211

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de949209

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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