
Leo Rosner
*15.11.1922 in Frankfurt; ✡ ?.
Staatsangehörigkeit (polnisch) staatenlos
Religion jüdisch
Vater unbekannt
Mutter unbekannt
Geschwister unbekannt
Beruf Landarbeiter
Adressen Frankfurt; Wiesbaden; Urfeld;
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
31.1.1938 Ausstellung eines Fremdenpass in Wiesbaden
Hachschara in Urfeld
10.5.1938 Leo Rosner aus Wiesbaden zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Söhnen, bewaffnet mit Jagdwaffen; nachts versteckte er einige Chaluzim in seinem Keller, andere in der Gärtnerei Giesen.
Rachwalsky berichtet:
„Herr Doering ging mit seinen beiden Söhnen, alle drei mit Jagdgewehr bewaffnet, sofort ins Haus, um Demolierungen zu verhüten. (…) Nebenbei sollen Herr Doering und seine Söhne einigen Chawerim (Genossen) beim Entkommen geholfen haben. Fest steht, dass sein kleiner Sohn, mit dem Jagdgewehr in der Hand, in voller Jungvolkuniform, Ursel mitten durch die Rowdies ins Freie gebracht hat. … Zum Glück waren die Nazis weder gut organisiert noch besonders zahlreich. Vor allem waren sie besoffen.“
13.3.1939 Leo Rosner abgemeldet aus Urfeld nach Palästina
Alija
27.3.1939 Ankunft in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
Eintritt in die Palestinian Police
Nachkriegszeit
Gedenken
18.12.1996 Pages of Testimony von Leo Rosner in Miami für seinen Onkel Israel Rosner aus Smigrod
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History