Sally Zolly Fritzner
*12.10.1912 in Berlin; ✡ 14.12. 1999 in Glamorgan, Wales
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Wolf Juda Frizner *28.12.1875 Hussakow; ✡ 17.12.1932 in Berlin
Heirat der Eltern 14.6.1905 in Berlin
Mutter Rosa Teitelbaum *19.12.1880 in Przemysl; ✡ 1.1.1965 in Rio de Janeiro
Geschwister
Ella, Sabina, Josef, Bernhard, Lotte; Isaak Frizner
Adressen Berlin; Regensburg, Weißenburgstraße 31
Beruf Kürschner
Heirat 1952 Alice Jones
Kinder drei
Weiterer Lebensweg
Beth Chaluz Regensburg
Sally Frizner ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara
Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.
Zu der Hechaluz-Gruppe gehörte auch Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der aushäusig wohnte.
Polenaktion
Am 28. Oktober 1938 um 7:30 Uhr werden neun Juden mit polnischen Pässen verhaftet, aus dem Beth Chaluz traf dies sieben polnische Chaluzim, die im ersten Massentransport des NS-Zeit (15000) abends um 20:10 Uhr über die polnische Grenze nach Zbaszyn getrieben werden.

Susi Schmerler aus dem Hachscharalager Urfeld notierte in ihrem Tagebuch über die in Zbaszyn gestrandeten Chaluzim:
„Es sind ungefähr 25 Chaluzim, die alle schon in Deutschland auf Hachschara waren und jetzt zur Auslands-Hachschara oder Alija gehen sollten.“
Im März 1939 wird den in Zbaszyn festsitzenden Chaluzim genehmigt, nach Berlin in die Zentrale des Hechaluz und der Jugendalija in der Meineckestraße 10 zu reisen, um ihre Emigration vorzubereiten.
Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.
10.11.1938 verhaftet etwa 70 jüdische Männern, sie wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.
10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch“ durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.
Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.
12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:
„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Ehepaar Oberdorfer und Herr Springer auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“
Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff, der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1
Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim
Frühjahr 1939 Berthold Berkowicz
Siegfried Berkowicz nach Schweden, Bruder Berthold nach Dänemark
England
1939 Sally Frizner gelingt die Flucht nach England
Nachkriegszeit
11.11.1947 Einbürgerung von Sally Frizner als British Citizen
19.12.1947 Anzeige der Einbügerung in der LONDON GAZETTE
Gedenken
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Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de863908
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de863916
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410
https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf
Siegfried Wittmer, Geschichte der Regensburger Juden von 1903 bis 1935
Siegfried Wittmer, Geschichte der Regensburger Juden von 1936 bis 1938
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7456410
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70198031
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70372024
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316