Croner Lene

Helena Lene Croner

*3.1.1919 in Hamburg; ✡ 24.4.1999 in Zelhem

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Walter Croner *19.6.1879 in Nipperwiese, Greifenhagen; ✡29.8.1934

Heirat der Eltern 14.12.1910

Mutter Jenny Meyer *3.4.1880 in Hamburg; ✡ 10.5.1952 in Kulmhof

Geschwister

Ruth (*1911), Herbert (*1913), Anna (*1914), Leopold (*1916), Meta (*1920) Croner

Halbbruder Hermann Meyer (*1903); ✡?

Nichte Waltraud Croner *11.10.1934 in Hamburg

Neffe Dan Croner *27.3.1939 in Hamburg; Juli 1942 in Auschwitz

Beruf

Adressen Hamburg; Hof Jägerslust bei Flensburg; Zelhem, NL

Heirat

27.8.1942 in Zelhem mit Michiel Asser Benjamin Jacob *16.4.1914

Johannes Hendrikus Roenhorst

Sohn Han Roenfeldt

Weiterer Lebensweg

Januar 1920 Vater Walter in Untersuchungshaft

1921 Vater Walter wegen Hehlerei zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt

August 1931 Helene und Schwester Meta untergebracht im Jüdischen Tagesheim Johnsallee 54

Ostern 1934 Ausschulung

Mai 1934 Beginn einer Lehre, vermutlich in Berlin

Dezember 1934 Rückkehr nach Hamburg; Arbeit als Hausangestellte

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

April1938 Lene Croner zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.

1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Novemberpogrom

10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.

Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.

28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.

Dezember 1938 Viele der aus Buchenwald und Sachsenhausen Entlassenen gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld .

Februar 1939 größere Gruppen aus Bielefeld wechseln zur Einzelhachschara  nach Dänemark oder in die Niederlande zur „Deventer Vereniging“ und ins Werkdorp Wieringen

März 1939 Lene Croner schließt sich der „Deventer Vereniging tot Vakopleiding“ an.

April 1939 bis Dezember 1939 Lene Croner in Hasselo Nr. 7 zur Einzelhachschara bei Familie Gerrit Huiskes auf dem Hof ‚erve Lansink‘

Lene Croner für einige Tage in das Beth Chalutz in Deventer

Lene Croner bei Familie Klaassen in Tonden bei Brummen

27.8.1942 Heirat mit Michiel Asser Benjamin Jacob nach den ersten Aufrufen zur Deportation „in den Osten“

25.9.1942 Verhaftung von Michel Jakob; Einweisung in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

23.10.1942 Michiel Jacob deportiert aus Westerbork ?

1.4.1944 Michiel Jacob ins KL Auschwitz; er bekommt die Häftlingsnummer 177607 in den linken Unterarm tätowiert; die Nummern 176 512 – 181 845 wurden im April 1944 vergeben

Helene Kroner als Ehefrau registriert

7.2.1945 Tod von Ehemann Michiel Jakob in Groß Rosen

Onderduiker

Helene Croner überlebt im Versteck; nach der Befreiung bleibt sie in den Niederlanden

Familie Croner im Holocaust

Mutter Jenny, ihre Schwestern Ruth, Anna, Meta, Leopold Croner kommen um.

Die Brüder Hermann und Herbert überleben den Holocaust

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 in Hamburg, Marktstraße 94 III sind gemeldet: Mutter Jenny, die Geschwister Anna, Leopold, Meta und Ruth sowie die unehelichen Kinder von Anna Dan und Waltraud Croner.

Kindertransport

18.7.1939 Nichte Waltraud Croner, Tochter von Schwester Anna auf dem 23. England Transport

Häftlingseuthanasie Code 14f13

Schwester Anna und Bruder Leopold Croner werden in der Tötungsklinik Bernburg mit Gas ermordet, Anna am 20.3.1942, Leopold im Juni 1942

Hamburg – Ghetto Lodz – Kulmhof

25.10.1941 Deportation der Mutter und Schwester Ruth ins Ghetto Lodz

10.5.1942 Tod der Mutter Jenny in Kulmhof

14.6.1942 Tod von Schwester Ruth in Kulmhof

KL Ravensbrück

20.10.1942 Tod von Schwester Meta im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

KoLaFu- Auschwitz – KL Warschau -KL Dachau

1938-1942 Bruder Herbert in Haft in Fuhlsbüttel, Celle, Hameln;

1942 nach Haftentlassung ins KL Auschwitz;

KL Warschau

1943 nach der Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto wurde hier ein Konzentrationslager im ehemaligen Militärgefängnis Gesiowka an der Ulica Gesia eingerichtet. Es diente zur Bergung der Baurohstoffe aus dem zerstörten Ghetto

23.7.1943 Ankunft 270 nichtjüdischer Häftlinge aus Buchenwald.

Juli bis Ende November 3700 Juden aus dem KL Auschwitz in das KL Warschau

24.4.1944 KL Warschau wird Außenlager des KL Majdanek

Mai/Juni 1944 2500 ungarische Juden aus Auschwitz in das KL Warschau

28.7.1944 Auflösung des KL Warschau; 200 nicht marschfähige Häftlinge werden erschossen. 380 Zwangsarbeiter verbleiben zum Aufräumen im Lager; 4.000 Häftlinge auf dem Todesmarsch nach Kutno ; ab Kutno in Güterwaggons in das KL Dachau

6.8.1944 Herbert Croner mit u.a. Benno Wolf und Willi Vogelhut von Kutno in das KL Dachau

Verlegung in das Außenlager Karlsfeld, Teillager des Dachau-Außenlagers BMW-Allach

1.Mai 1945 Befreiung durch US-Truppen

8.6.1946 Bruder Herbert auf dem US-Marinetransporter MARINE FLASHER von Bremerhaven nach New York

Jüdisches Waisenheim Papendamm

Nathan Dan im Jüdischen Waisenhaus am Papendamm. Von dort wurde er im Juli 1942 mit 14 anderen Kindern, dem Personal einschließlich der Leiterin des Paulinenstifts, Hildegard Cohen, nach Auschwitz deportiert.

Gedenken

Stolpersteine für Mutter Jenny und die Geschwister Ruth, Anna, Meta, Leopold Croner

in Hamburg, Marktstraße 94

Stolperstein für Nathan Croner Martin-Luther-King-Platz 3, Waisenhaus am Papendamm.

Quellen

https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=3015

https://www.joodsmonument.nl/en/page/265490/helene-roenhorst-croner

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10012978

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130834974

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5149826

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130276205

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/498482

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://danielabraham.net/tree/related/hachshara/#croner-helena

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg

https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish Historyhttps://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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