Kaufmann Ruth

Ruth Kaufmann

*14.3.1926 Hamborn; ✡ 26.6.1998 in Johannesburg

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Max Manasse Kaufmann *17.8.1896 Rozniatow;✡ 28.4.1944 in Auschwitz

Mutter Bata Schneeweisz *22.11.1903 Hannover; ✡ 23.7.1943 in Sobibor

Geschwister

Irene Kaufmann *15.4.1927;✡ 23.7.1943 in Sobibor

Kläre Kaufmann *26.8.1931; ✡ 23.7.1943 in Sobibor

Beruf

Adressen Hamborn, Duisburg; Amsterdam

Heirat Charles Levin *25.6.1921 in Belgien; ✡12.10.2011 in Johannesburg

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

10.6.1925 Heirat der Eltern in Hamborn

Ostern 1932 Einschulung Volksschule

Drei Jahre Mittelschule

30.11.1933 Emigration der Familie von Duisburg nach Amsterdam

Februar 1938 Berta Kaufmann nach Amsterdam

Mai 1943 Verhaftung der Familie in Amsterdam, vermutlich als „onderduiker“ im Versteck

Einsperrung im Sammellager „Hollandsche Schouwburg“

Vught – Westerbork – Sobibor

9.4.1943 Transport in das KL Vught

8.6.1943 Mutter Bata mit den Schwestern Irene und Kläre Kaufmann angeblich in ein Kinderlager, tatsächlich aber ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

20.7.1943 Mutter Bata mit den Schwestern Irene und Kläre Kaufmann auf dem Transport ins KL Sobibor

Außenlager Moerdijk

21.5.1943 Verlegung von Max Kaufmann nach Moerdijk, ein Außenlager des KL Vught beim Hafen von Rotterdam in alten Lagerhallen; es bestand vom 27.3.1943-Ende Februar 1944;

Sept. 1943 Verlegung von Max Kaufmann aus Moerdijk ins KL Vught

12.9.1943 Vater Max von KL Vught nach Westerbork

14.9.1943 Vater Max auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz

KL Vught – PHILIPS Kommando – Auschwitz – Ravensbrück -Schweden

1943 Ruth Kaufmann aus dem KL Vught zur Zwangsarbeit im Außenlager der Fa. Philips in Eindhoven

Juni 1944 Schließung des KL Vught

3.6.1944 Berta Karmel mit 496 Philips-Gefangenen bei der „PHILIPS Deportation“ auf der Transportliste vom KL Vught nach Auschwitz „PHILIPS Deportation“

Betty Dwinger berichtet:

„Wir wurden nach Auschwitz gebracht. Wir waren 60 Leute in einem Holzwaggon. Ein Eimer für alles. Eine dreitägige Fahrt. Eine Katastrophe, es gab nichts zu trinken, absolut nichts. Man konnte sich nicht bewegen, man war dicht gedrängt. Wir hatten Angst. Dann öffneten sich die Türen, und da standen SS-Männer. Ich dachte: Das ist das Ende. Wir wurden mit Knüppeln hinausgetrieben, und plötzlich sah ich meinen Vater kommen und rief: Papa! Papa! Sofort bekam ich eine Ohrfeige von einem Deutschen. Papa war natürlich nicht da, aber ich hoffte es so sehr. Ich wünschte es mir so sehr.“

In Auschwitz bekommt sie die Häftlingsnummer 78589 in den linken Unterarm tätowiert.

Lilly Klafter aus Amsterdam berichtet:

„They told us that we were being sent East, to work.  They put us on passenger trains in good condition.  We didn’t know where we were going.  Two days later we reached the camp [Auschwitz-Birkenau]… They got us off the trains with screams and deadly blows.  They stood us in a line… they brought us to the „sauna“.  We smelled something dreadful, and asked the veteran inmates what the strange smell was.  „That’s scorched human flesh.“  We didn’t believe our ears.  What did that mean? „Yes, here, human beings are burned.“  When they brought us to the „sauna“, we saw chimneys belching out thick smoke…“

Die weiteren Stationen der Philips-Arbeiterinnen 

nach Angaben von Betty Dwinger

18.6.1944 Gruppe der „Philips-Facharbeiterinnen“ verlegt nach Reichenbach in die Telefunken-Fabrik

20.1.1945 Sportschule

22.2.1945 Trautenau

1.3.1945 Porta Westfalica

20./21.4.1945 in das am erst 7. April geräumte Neuengamme-Außenlager Hamburg Eidelstedt werden erneut mehrere hundert Frauen eingewiesen. Anfang Mai kamen weitere Häftlinge aus den Hamburger Frauenaußenlagern Langenhorn/Ochsenzoll und Wandsbek hinzu.

1.5.1945 Ruth Kaufmann mit vielen Frauen auf einem Schwedischen Rote-Kreuz-Rettungstransport

2.5.1945 Dänemark

Rot-Kreuz Sanatorium in Schweden

1946 in Bloemendaal, NL

Gedenken

Quellen

http://dirkdeklein.net/2025/06/02/frits-philips-the-philips-kommando/

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130317601

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/373024

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896108

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896454

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896454

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kaufmann%201896%22%7D

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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