
Fritz „Micha“ Michaelis
*24.5.1908 in Berlin; 2004 in Israel
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Julius Josef Michaelis *6.10.1861 in Stettin; ✡ 26.8.1921 in Berlin
Heirat der Eltern 15.3.1906 in Berlin
Mutter Therese Benda *26.10.1869 in Vaud, Schweiz; ✡ 11.8.1921 in Berlin
Geschwister
Heinz Michaelis *11.5.1907 inBerlin; 1938 in Würzburg; oo Margot Basseches
Beruf Landarbeiter
Adressen

Heirat 1937 Heirat in Schniebinchen Lotte Adam später Dr. Mirjam Michaelis (*18.6.1908 in Berlin; ✡ 21.1.2003 in Israel)
Kinder
Evyatar Michaelis
Alit Michaelis *28.2.1941; oo Yanishevsky
Weiterer Lebensweg

12.12.1934 Fritz Michaelis zur Hachschara ins Werkdorp Wieringermeer
8.3.1935 Passausstellung für Lotte Adam in Berlin
26.5.1935 Lotte Adam zur Hachschara ins Werkdorp Wieringermeer
24.3.1936 Lotte Adam abgemeldet aus dem Werkdorp ins „buitenland“ (Ausland)
10.4.1936 Fritz Michaelis abgemeldet aus dem Werkdorp nach Berlin
zur Hachschara ins Umschulungslager der Jüdischen Jugendhilfe Schniebinchen bei Sorau
1937 Heirat in Schniebinchen mit Fritz „Micha“ Michaelis
14.6.1937 Pass von Lotte Adam umgeschrieben auf Michaelis
Fritz Michaelis und Lotte Adam waren Madrichim im Werkdorp und in Schniebinchen
Mirjam Michaelis schreibt in einem Brief, sie sei vom Leiter der jüdischen Jugendhilfe nach kurzer Zeit nach Holland geschickt worden, um dort ein Jugendlager zu leiten:
„In Holland vertiefte ich meine Beziehungen zu meinem zukünftigen Lebensgefährten, Micha, der ebenfalls die Jugendlichen im Werkdorp anleitete.“
„Von 1935 bis 1938 war ich Leiterin (Madricha) von Jugendalijagruppen, die sich in Deutschland, Holland und Dänemark auf ihre Einwanderung nach Erez Israel vorbereiteten. Ich selbst wanderte im Jahre 1938 mit meinem Mann nach Erez Israel ein. Wir gehörten zu den Gründern des Kibbuz Dalia, in dem ich bis zum heutigen Tag lebe.“
In ihren autobiografischen Erinnerungen schreibt sie:
„Von Holland wurden wir nach Deutschland zurückgerufen, um eine Mittlere Hachscharah in Schniebinchen (Lausitz) zu leiten. Mit dieser gleichen Gruppe gingen wir zur landwirtschaftlichen Ausbildung (Hachscharah) nach Dänemark. Im Ganzen leiteten wir vier Jahre lang
Mittlere Hachscharahgruppen. Dann bekamen wir ein Zertifikat für unsere Einwanderung. Von Dänemark fuhren wir noch einmal für drei Wochen nach Berlin, um uns von meiner Mutter zu verabschieden. In Berlin erfuhr ich, dass ich von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) gesucht wurde. […] Auf Anraten des Palästina-Amtes verließen wir sofort Berlin, um in Triest auf die Abfahrt unseres Schiffes […] zu warten. […] wir kamen unbehelligt in Bat Galim an. Dort warteten wir einige Tage, um in den Kibbuz, dem wir uns angeschlossen hatten, aufgenommen zu werden.
26.9.1938 Ankunft des Ehepaars Michaelis aus Triest in Haifa mit dem Hechaluz-Arbeiterzertifikat C LS des Mannes, sie als Ehefrau mit C 2 Zertifikat
11.5.1944 Einbürgerung in Palästina
Gedenken
Quellen
Anne Betten, Autobiographische (Re-)Konstruktion am Beispiel schriftlicher und mündlicher Erzählungen von Holocaust-Überlebenden, in: Konzepte des Authentischen, hg. v. H. Kämper / Ch. Voigt-Goy, Göttingen 2018
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT12-9.jpg
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Israel, Einwanderungslisten
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1036138
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316