Arno Michlowitz
*31.3.1913 in Berlin; ✡ 9.6.1997 in Parsippany, Morris, New Jersey
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Siegfried Michlowitz *2.7.1877 in Schwarzenz; ✡
Mutter Henriette Brylewski; ✡
Geschwister
Harry Michlowitz *16.11.1903 in New York; ✡23.10.1981 in Bronx; oo Henny Neumann
Erich Michlowitz *14.1.1904 in New York; ✡ 18.7.1966
Flora Michlowitz *ca 1905 in New York; oo Kurt Primo * ca. 1904
Beruf Landarbeiter
Adressen Berlin, Jablonskistr. 29; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat 23.11.1949 in Brooklyn mit Myra Selah Le Gall *19.5.1916 in Surrey,England
Kinder
Weiterer Lebensweg
Ostern 1919 Einschulung in Berlin; sieben Jahre Volksschule, drei Jahre Realschule
4.11.1938 Bruder Harry von Hamburg nach New York
Gut Winkel
Arno Michlowitz nach September 1939 zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
19. Juni 1941 Auflösung Gut Winkel wird vom Hachschara- zum Arbeitseinsatzlager
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
17.5.1939 Arno mit seinem Vater Siegfried Michlowitz in Berlin, Jablonskistr. 29

22.11.-2.12.1939 Einreise des Vaters Siegfried auf der SS ROTTERDAM;

er gibt Arno Michlowitz als Heimatkontakt an und Sohn Erich als Zieladresse
September 1939 nicht auf den Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow
Fabrikaktion – 31. Osttransport nach Auschwitz
1943 noch etwa 20 Chawerim im Arbeitseinsatzlager Gut Winkel, Spreenhagen
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
27.2.1943 Räumung des Arbeitseinsatzlagers Gut Winkel; Verbringung der Inhaftierten ins Sammellager nach Berlin, Große Hamburger Straße
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.
2.3.43 Fernschreiben des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts (SS-WVHA) an den Lagerkommandanten von Auschwitz:
„Wie dort bekannt, beginnen am 1.3.43 die Judentransporte aus Berlin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich bei diesen Transporten etwa 15000 vollkommen arbeitsfähige, gesunde Juden befinden, die bisher in der Berliner Rüstungsindustrie gearbeitet haben. Auf ihre weitere Arbeitsverwendungsfähigkeit ist mit allen Mitteln Wert zu legen.“
1.3.1943 Arno Michlowitz aus Gut Winkel auf dem 31. Osttransport mit 3222 Juden von Berlin nach Auschwitz; unter den 19 Chawerim sind 8 Ehepaare
Bei der Ankunft an der Rampe von Auschwitz werden 677 Frauen und Männer zur Zwangsarbeit ins Lager selektiert; vergeben werden die Häftlingsnummern: 36546 – 36930 (385 Frauen) und 104598 – 104889 (292 Männer). Von den 19 Chawerim erhalten nur 4 eine Häftlingsnummern
Heinz Kosiner 104787, Max Lindenstraus, Arno Michlowitz 104837, Rudi Moses 104831

Arno Michlowitz bekommt die Auschwitznummer 104837 in den linken Unterarm tätowiert.
Auschwitz Todesmarsch
15.1.1945 die Häftlinge in Auschwitz hören den russischen Kanonendonner 30 km aus dem Osten
Die SS-Wachmannschaften verbrennen die Lagerkartei und Transportlisten, sprengten die Krematorien und zünden die Magazine mit dem geraubten Häftlingseigentum an.
18.1.1945 Evakuierung aller drei Auschwitz-Lager; ca. 60 000 Häftlinge; 10000 Männer aus Monowitz
18.1.1945 Beginn des Todesmarsches mit 400 Frauen von Auschwitz- Birkenau nach Loslau
19. – 23.1.1945 Ankunft in den Eisenbahnknotenpunkten Gleiwitz und Loslau. Von Gleiwitz oder Loslau in Güterwaggons zu westlich gelegen Konzentrationslager wie Buchenwald, Ravensbrück, Sachsenhausen
Isidor Philipp berichtet:
„Von dort begann dann – in offenen Kohlewaggons und bei 15 Grad unter Null – die Fahrt durch Polen, Tschechoslowakei und Österreich zurück nach Deutschland.“

25.1.1945 Ankunft im KL Mauthausen
5.5.1945 Befreiung von Mauthausen durch die US Army
Nachkriegszeit

15.8.1945 Behandlung im Städtischen Krankenhaus, Frankfurt-Sachsenhausen
18.10.1945 gemeldet in Frankfurt, Massholderpfad 12
17.6.1946 gemeldet in Frankfurt
3.1.1947 auf der USS ERNIE PYLE von Bremerhaven nach New York
23.11.1949 Heirat in Brooklyn mit Myra Selah Le Gall
Gedenken
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212452
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130832056
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70340193
https://victims.auschwitz.org/victims
Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1949-1945, Henry Holt and Company, Inc., New York 1990
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316