Harth Josef

Josef Harth („Geltungsjude“)

*6.2.1912 in Homburg; ✡ 29.9.1975 in Rehovot

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater unbekannt; ✡ ?

Mutter Bertha Harth *24.10.1882 in Bad Homburg; ✡ 1.12.1943 in Theresienstadt

Großeltern Konrad Hardt (Christ) und Betty Siedenberg (Heirat 14.7.1878)

Onkel Josef Harth *21.7.1877 in Homburg; ✡24.4.1943 Ghetto Lodz

Tante Adele Harth geb. Block *22.6.1878 in Westerkappeln; ✡ 30.8.1942 in Lodz

Geschwister keine

Cousin/e

Gertrud Lea Harth *3.8.1904 in Bentheim; ✡16.6.1962 Haifa

Rudolf Jechiel Harth *26.1.1906 in Bentheim; ✡24.12.1981 in Tel Aviv

Beruf landwirtschaftlicher Praktikant; Gärtner; Hausmeister an der Tamar High School in Rehovot

Adressen Homburg, Wallstraße 14; Köln; Hattenhof Nr. 36;

Heirat März 1951 in Rehovot mit Ilse Deutschland/Arzi *30.10.1923 in Danzig; ✡16.6.2003 in Rehovot

Kinder zwei Töchter

Dorit Harth; oo Sidikaro

Irit Harth; oo Chanoch Etkin

Weiterer Lebensweg

22.10.1903 Heirat von Onkel Josef mit Adele Block in Homburg

1912 Homburg v. d. Höhe erhält den Namenszusatz „Bad“

Die Jüdische Morija -Volksschule in Köln

Josef Harth wächst bei seinem Onkel Josef in Köln auf; Dr. phil. Josef Harth war Schulleiter an der Jüdischen Morija -Volksschule in Köln. Zuvor war er von 1898 bis 1907 Lehrer an der israelitischen Elementarschule in Bentheim, wo auch seine beiden Kinder geboren wurden. An der St. Apernstraße 24-31 befand sich ein Ensemble von Gebäuden der orthodoxen jüdischen Gemeinde Adass Jeschurun mit Synagoge, Lehrerseminar (1876), Volksschule (1907); 1919 kam die JAWNE hinzu, einziges jüdisches Gymnasium im Rheinland. Die orthodoxe Adass Jeschurun-Gemeinde hatte sich 1906 von der Kölner Hauptgemeinde getrennt.

Die private Volksschule Moriah wurde 1907 im Gebäude des Jüdischen Lehrerseminars als Übungsschule für die Seminaristen eröffnet. Der Direktor der Schule war Dr. Josef Harth. Die Morija-Schule wurde überwiegend von Kindern orthodoxer, ostjüdischer Familien besucht. Die Bezeichnung Moriah leitete sich vom Namen des Jerusalemer Tempelberges her.

Lehrer der JAWNE ca 1932 Rabbiner Dr. Siegfried Stein, Dr. Moritz Samuel, Dr. Esther Frank, Dr. Erich Klibansky, Dr. Josef Harth (NS DOKU Bp 50)

Ostern 1918 Einschulung von Josef Harth

Die Mutter Bertha Harth arbeitet in verschiedenen Geschäften in Bad Homburg als Verkäuferin

1925-1927 Josef Harth Gärtner im Sanatorium Goldschmidt in Bad Homburg

Hachschara

Das jüdische Umschulungslager Gehringshof

Ca 1929 Josef Harth zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Gehringshof in Hattenhof bei Fulda; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;  Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD.

Die religiöse Kibbuz-Haddati-Bewegung betrieb ab 1924 den Hof in Betzenrod und ab 1926/27 in Rodges, dann erfolgte der Wechsel auf den Gehringshof; dieser wurde 1929 übernommen vom Bachad, ab April 1934 auch Kibbuz Hag Shamash

Die Ausbildung erfolgte auch auf den umliegenden Bauernhöfen. Neben dem Gehringshof bestanden in Hessen Hachscharalager in Grüsen, Külte bei Volkmarsen und Lohnberghütte bei Weilburg.

Josef Harth abgemeldet aus dem Gehringshof, Hattenhof

1933 Cousine Gertrud Harth in die Schweiz

Alija

1932 Josef Harth nach Palästina (Angabe der Familie)

August 1936 Gertrud Harth aus der Schweiz nach Palästina

21.2.1938 Einreise von Cousin Rudolf und Frau Ruth Harth in Haifa mit einem Kapitalisten- Zertifikat der Kategorie A (1)

Köln – Litzmannstadt

22.10.1941 Onkel Josef Harth und Frau Adele auf dem ersten Kölner Transport ins Ghetto Lodz

23.10.1941 Ankunft der „8. Transport“ im Ghetto Lodz

1942 Tod von Tante Adele in Lodz

24.4.1943 Tod des Onkels in Lodz

Frankfurt – Theresienstadt

1.9.1942 Mutter Bertha Harth ab Frankfurt auf dem Transport XII/2 nach Theresienstadt

1.12.1943 Tod der Mutter in Theresienstadt

Gedenken

7.6.1955 Page of Testimony für seine Mutter Bertha von Josef Harth

13.2.1957 Page of Testimony für seinen Vater Josef von Rudolf Hart

Quellen

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411022-15.jpg

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

http://www.fuldawiki.de/fd/index.php?title=Gehringshof

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78790374

Arolsen Archives, Arolsen Signatur DE ITS 2.1.1.1 HE 016 JÜD 7 ZM

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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