Blitz Ursula

Ursula Blitz

*7.5.1924 in Schöneck; ✡  ?

Staatsangehörigkeit deutsch;staatenlos

Religion jüdisch

Vater Jakob Blitz *6.1.1890 in Proschowskia; ✡ ?

Mutter Friedel Berger *2.2.1894; ✡ 6.1.1976 Los Angeles (ungesichert!)

Großvater Hugo Berger *13.9.1868 in Pless; ✡ 15.2.1944 in Theresienstadt

Großmutter Rosa Sabor *21.10.1865 in Weißenfels; 17.11.1940 Berlin

Geschwister

Alice Blitz *7.8.1921 in Schöneck, Vogtland; ✡ ?

Cousin

David Blitz *23.7.1923 in Fulda; ✡ 14.3.1988 Tod in Malmö

Beruf Landarbeiterin; Kindergärtnerin

Adressen Schöneck, Schilbacher Straße 4 a; Gut Winkel, Spreenhagen; Berlin, Ebersstraße 18

Heirat 1946 in Schweden Hans Landau *1.8.1925 in Wien

Kinder drei

Alice Landau *1946

Weiterer Lebensweg

Alice Blitz in das jüdische Waisenhaus in Esslingen, Panoramastraße 65; zur Ausbildung? Mögliche Gründe von Seiten der Mutter wären Tod, Scheidung, Emigration, Erkrankung

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Alice mit Vater Jakob und Schwester Ursula sowie den Großeltern Berger in Schöneck, Schilbacher Straße 4 a

17.5.1939 Alice Blitz in Esslingen, Panoramastraße 65

Gut Winkel

1939 Die Schwestern Ursel und Alice Blitz zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

September 1939 in den Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager oder Forst-und Ernteeinsatzlager“

Berlin

15.9.1941 Alice Blitz zur Zwangsarbeit bei Siemens-Schuckert in Berlin

Alice wohnt zuletzt mit dem Vater Jakob und Großvater Hugo in Berlin, Ebersstraße 18

Fabrikaktion

November 1942 in Kraft tretendes Gesetz: „Alle im Reich gelegenen Konzentrationslager sind judenfrei zu machen und sämtliche Juden sind nach Auschwitz und Lublin zu deportieren.“

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

27.2.1943 Verhaftung der noch in kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“, z.T. direkt am Zwangsarbeitsplatz und in das Sammellager ehemaliges jüdisches Altenheim Große Hamburger Straße 26 verbracht

1.3.1943 Alice Blitz auf dem 31. Osttransport von Berlin nach Auschwitz; von den Deportierten 1736 Juden werden nur 677 jüdische Häftlinge als arbeitsfähig in die „Lagerstärke“ genommen, davon 292 Männer und 385 Frauen 1059 Männer, Frauen und Kinder werden in die Gaskammer geführt.

3.3.1943 Vater Jakob Blitz auf dem 33. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Berlin Theresienstadt

17.3.1943 Großvater Hugo auf dem 4. Großen Alterstransport von Berlin nach Theresienstadt

15.2.1944 Tod von Hugo Berger in Theresienstadt

Dänemark

1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

3.10.1939 Ursula Blitz nach Dänemark

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

13.10.1943 Ursula Blitz auf einem Fischerboot von Kopenhagen nach Barsebäck, Schweden

Berlin Theresienstadt

17.3.1943 Großvater Hugo auf dem 4. Großen Alterstransport von Berlin nach Theresienstadt

Nachkriegszeit

Oktober 1945 Schwester Ursula Blitz und ihr Verlobter Hans Landau sowie Cousin David Blitz auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden „Alte Chawerim“

19.2.1948 Einreise von Ursula, Hans und Tochter Alice Landau auf der SS PROVIDENCE von Marseille nach Haifa

Gedenken

26.4.2009 Page of Testimony für Alice Blitz von Cousine Didi Yehudit Blitz Iesel

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1037833

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1037668

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1041604

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71517392

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212752

https://safe-haven.dk

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Uppgift_Blitz__Ursula_Cecila.pdf

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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