Jonassohn Lotte

Lotte Jonassohn

*15.3.1919 in Köln; ✡ 2016 Haifa

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hugo Jonassohn *9.4.1899 Dortmund; ✡ Sao Paulo, Brasilien

Heirat der Eltern 4.7.1917 in Köln Lindenthal

Mutter Hedwig Hetti Strasser; ✡ 17.5.1973 Sao Paulo, Brasilien

Onkel/Tante

Richard Jonassohn *27.4.1888 in Münster; ✡ Mai 1942 in Kulmhof

Käthe Jonassohn *18.5.1892 in Gelsenkirchen; 7.12.1941 nach Riga; oo Josef Baum

Leo Walter Jonassohn *12.3.1896; ✡13.2.1943 Auschwitz; oo Josephine Maur

Kurt Jonassohn *1899; ✡1914 im 1. WK in Belgien

Geschwister

Anne Jonassohn *1924 in Köln; 2006; oo Gabriel Fegyveres ; oo Aron

Beruf Landarbeiterin

Adressen Köln, Dürener Straße 211; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat 23.12.1938 in Köln Günther Gerson Cohn *25.3.1919 in Warburg; 1988 Israel

Kinder

Uri Michael Thomas Cohn *22.9.1941 in Munka-Ljungby, Kristianstad, Sverige; 1955 in Israel

Tochter Cohn; oo

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

April Lotte Jonassohn und Günther Cohn aus Köln zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

30.4.1937 Lotte Jonassohn und Günther Cohn auf der Zugangsliste des Gut Winkel April 1937

30.6.1938 auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel

Anfang 1939 Flucht von Lotte und Günther Cohn nach Schweden in das Hechaluz Lager bei Kristianstad

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung des Vaters in Köln

15.11.1938 Einweisung in das KL Dachau; Häftlingsnummer 28412

26.11.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Dachau

1939 Abmeldung der Eltern zur Emigration nach Brasilien

9.1.1940 Einreise der Eltern in Santos, Brasilien

Käthe Baum in Riga

Bericht von Rolf Abrahamsohn über die Tante von Lotte Käthe Jonassohn *18.5.1892 in Gelsenkirchen, verheiratet mit Josef Baum:

„Die erste Bekannte von uns, die erschossen wurde, war Frau Baum aus Köln. Ihr Mann ist sofort weggekommen nach Salaspils, da sollte ein neues Arbeitslager gebaut werden von 150 Leuten. Da war ich nur drei Tage, dann bin ich zum Torfstechen gekommen. Frau Baum hatte drei Kinder. Auf der Arbeitsstelle hat sie von einem Soldaten ein Kochgeschirr mit einer Suppe bekommen. Das Kochgeschirr, das er ihr gegeben hat, war zwar kaputt, aber die Suppe war noch da. Frau Baum, eine richtige Dame, hatte einen Sack um das Bein gebunden, damit sie nicht ausrutschte. Als wir abends ins Ghetto zurückkehrten, wurde diese Frau untersucht. Man fand die Suppe, und der Kommandant Krause wollte sie zum Erschießen auf den Friedhof bringen. Da kamen ihre drei Kinder hergelaufen und wollten die Mutter retten. Er hat sich nur umgedreht und die Frau erschossen, hat die Frau liegen lassen und ist dann mit einer Zigarette im Mund weggegangen, als ob nichts gewesen wäre. Die Kinder haben dann ihre Mutter auf der Straße wiedergefunden.“

1942 Ehemann Josef ist Stellvertreter des Arbeitsamt-Leiters Herbert Schultz aus Köln

Nachkriegszeit

Oktober 1945 Günther, Lotti und Uri Cohn auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, Alte Chawerim

Alija

nach 1945 mit Arbeiterzertifikaten des Hechaluz der Kategorie C/LS

23.10.1952 Besuch der Eltern in Santos, Brasilien mit Sohn Michael

Gedenken

11.11.1991 Pages of Testimony für die Eltern von Günther Cohn von Lotte Cohn

Quellen

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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