Guttsmann Wilhelm

Wilhelm Guttsmann

*23.8.1920 in Berlin; ✡ 13.2.1998 in Norwich

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Walter Johann Guttsmann *8.5.1880 in Berlin; ✡ ?, vor 1945

Mutter Helene Kamerase *5.8.1887 in Strehlen; ✡ ? vor 1945 Piaski

Geschwister –

Beruf  Landarbeiter

Adressen Berlin; Werder, Havel, Schwalbenbergweg 27; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat August 1942 in St. Albans mit Valerie Lichtig(ova) *1918; 29.9.1909

Kinder eins

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

15.9.1936 Wilhelm Guttsmann zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

30.6.1938 nicht mehr auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

Wilhelm Guttsmann abgemeldet nach Frankfurt

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

Novemberpogrom

10.11.1938 Wilhelm Guttsmann vermutlich in Frankfurt verhaftet

11.11.1938 Wilhelm Guttsmann eingewiesen in das KL Buchenwald, Häftlingsnummer 10741nach 30.11.1938 die Nummer 21631

18.1.1939 Entlassung von Wilhelm Guttsmann aus dem KL Buchenwald

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 beide Eltern in  Werder, Havel, Schwalbenbergweg 27

England

1939 Flucht nach England

Winston Churchill: „Collar the lot“

10.5.1940 Winston Churchill Premierminister als Nachfolger von Neville Chamberlain; Anordnung Churchills, zur Internierung und Verschiffung außer Landes der etwa 70000 Deutschen und Österreicher in Großbritannien; 60000 von ihnen waren Flüchtlinge.

11.6. -1.8.1940 10000 Männer und 4000 Frauen als „enemy aliens“ interniert in neun Camps auf der Isle of Man

Juli 1940 Innerhalb von 16 Tagen wurden über 10000 Internierte auf fünf Schiffen illegal nach Übersee deportiert

SS DUNERA – 57 Tage auf See

10.7.-6.9.1940 Wilhelm Guttsmann auf der SS DUNERA von Liverpool nach Sydney

Die 2500 Deportierten waren zuvor in den Lagern mit falschen Versprechungen zu einer „freiwilligen Meldung“ gedrängt worden. So wurden die auf der Isle of Man im Camp Ramsey Internierten aus dem Kitchener Camp getäuscht, dass sie wohl nach Kanada kämen und dort völlige Bewegungsfreiheit hätten.

Die SS DUNERA war ein zum Militärtransporter umgebautes früheres Kreuzfahrtschiff und für nur 1157 Soldaten zugelassen.

An Bord befanden sich auch die 451 Schiffbrüchigen des durch einen Torpedo des U-47 versenkten Internierten Schiff ARANDORA STAR (überwiegend kriegsgefangene Marine-Soldaten)

12.7.1940 Die SS DUNERA übersteht zwei Treffer durch aber nicht explodierende Torpedos der U-56.

24.7.1940 Hafen von Free Town in Sierra Leone

Die 450 Schiffbrüchigen der ARANDORA STAR werden in Melbourne ausgeschifft und kommen in das Lager Tatura.

6.9.1940 Ankunft der SS DUNERA in Sydney; Internierung der 2000 Juden und Nazi-Gegner in zwei Lagern bei Hay in New South Wales

18.11.1941 Wilhelm Guttsmann auf der SS STIRLING CASTLE von Neuseeland nach Liverpool

22.6.1942 Offizielles Ende der Internierung; Freilassung zur Rückkehr in ein Land ihrer Wahl

Berlin – Ghetto Piaski

28.3.1942 Beide Eltern auf dem 11. Osttransport von Berlin nach Trawniki und weiter ins Ghetto Piaski

Nachkriegszeit

16.2.1948 Einbürgerung als British Citizen

Ehefrau Valerie, Social worker & Psychiatrist wird Mayor von Norwich

Nachkriegszeit

Gedenken

–

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/6047942

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/127187589

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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